Archiv für September 2009

Heiße Nacht im 1/4

In der Nacht von Samstag, 26. September, auf Sonntag, 27. September, gab es an der Bremer Sielwallkreuzung wieder allerhand für die Polizei zu tun.
Nachdem Unbekannte damit begannen, Mitten auf der Kreuzung Fußball zu spielen und somit den mitternächtlichen Verkehrsfluss zu „stören“, bemühte sich die Polizei darum, den Fußball einzusacken. Allerdings gelang ihr das nicht so elegant, wie zuvor einem jungen Mann, der sich den Ball schnappte und ihn vor sich her dribbelnd Mitten auf der Straße in Richtung Hamburger Straße davoneilte. Die Polizei musste den neuen Ball mit Gewalt und rumpöbelnd einem Jugendlichen entreißen.
Aber wie zuvor sörte sich niemand über diesen Verlust, da alteingesessene Eck-FußballspielerInnen solch Verhalten bei ihren Derbys gewohnt sind. Schnell wurde ein neuer Ball organisiert und weitergekickt.
Anscheinend aus Wut über die pöbelnden und hupenden AutofahrerInnen, die immer wieder über das Spielfeld fuhren, begannen Umstehende damit, die Kreuzung mit Mülltonnen und Sperrmüll zu blockieren. Es dauerte auch nicht lange, bis ein Sofa mitten auf der Kreuzung in Flammen aufging.
Das Fußballspiel ging munter weiter, bis die Polizei erneut antraf, um den Brand mutig mit einem Feuerlöscher zu löschen. Nun waren es nicht mehr die FußballspielerInnen, die den Verkehr behinderten, sondern die Bullen, die in Gruppen auf der Kreuzung standen und anscheinend nicht wussten, was sie machen sollten. Vielleicht waren sie auch aufgrund von ausstehenden Lohnauszahlungen auch unterbesetzt. [Info] Allerdings kam es bei diesem Polizeieinsatz bedauerlicherweise zur Festnahme einer umstehenden Person.
Die Polizei zeigte noch einige Zeit Präsenz und verzog sich dann wieder, was den SportlerInnen die Chance auf ein neues Fußballspiel gab. Diesmal wurde sogar mit zwei Bällen gespielt und alsbald loderten auch wieder Flammen in einem neuen Sofa auf. Es dauerte nicht lange und die Polizei setzte dem treiben wieder ein Ende. Todesmutig wurde das Feuer von zwei Beamten gelöscht und das Sofa daraufhin von einer Polizeistreife abtransportiert.
Da die Menge der spielenden Personen immer mehr abnahm und die Zeit schon stark fortgeschritten war, wurde beschlossen, die Fußballspielerei nach einigen Stunden nun endlich abzubrechen.
Ob die brennenden Sofas mit den Bränden am Vortag im Bremer Süden zusammenhängen, ist noch ungeklärt.

Geh wählen?

…und morgen geht der Wahlkrampf dann in die letzte Runde. Und denk dran, wer wählt, hat seine Stimme schon abgegben!
Selbstorg!

Geldengpässe bei Bremer Polizei

Die Bremer Polizei ist zur Zeit sehr knapp bei Kasse. So steht der Polizei im Haushalt 2010/2011 nur der Lohn für 2400 PolizeibeamtInnen zur Verfügung. Dumm nur, dass in Bremen 2453 Bullen beschäftigt werden. Dies führt unter anderem dazu, dass die BeamtInnen, die zum 01. Oktober hin befördert werden, ihr höheres Gehalt erst ab Januar bekommen. Bis dahin müssen sie sich mit ihrer Beförderungsurkunde zufrieden geben.
Nun soll unter anderem, eine Umstellung bei Veranstaltungen stattfinden. So sollen, laut Weser-Kurier, OrganisatorInnen von Skater-Nächten zur Kasse gebeten werden oder die Polizeipräsenz bei Sportveranstaltungen, wie Werder Spielen, der Präsenz von privaten Securities weichen, also der Verein SV Werder Bremen in diesem Falle zum Fianzierer der „Sicherheit“ gemacht werden.

Interessant wäre dabei die Frage, in wie fern sich diese Geldengpässe auf das sonstige Tagesgeschehen auswirken. Müssen wir nun mit privaten Sicherheitsfirmen auf Demos rechnen? Oder damit, dass die Bullen statt mit Tonfas wieder mit abgesägten Besenstielen rumlaufen? Den Cops das Geld für Benzin ausgeht? Man wird sehen… Bullen auf Fahrrädern gibt es ja jetzt schon.

Abholzung des Stadtwerderwaldes?

Den einen ist er zu „grün“, den anderen nicht genug. Momentan macht der Bremer Bausenator Loske am laufenden Band Schlagzeilen. Sympathien erntete er beispielsweise, als er sich für ein generelles Tempolimit von 30 km/h auf den Straßen Bremens aussprach.
Wenn man sich aber nun anschaut, was derzeit an der kleinen Weser geplant ist, fragt man sich, was aus den Grünen für eine Partei geworden ist.
Dort soll nämlich, im Herbst diesen Jahres, der Stadtwerderwald abgeholzt werden, um zahlreichen Schickie-Häusern den freien Blick auf die Weser zu gewährleisten. Mit „grüner“ Politik hat das nichts mehr zu tun.

Werdersee-Wald für ALLE statt Seeblick für WENIGE!

„Wir zahlen nicht für Eure Krise“ II

Am Donnerstag, den 17. September, fand in Bremen, anlässlich des bundesweiten Aktionstages, eine Demonstration zum Thema „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ statt.
Am Bremer Ziegenmarkt, der nicht nur Startpunkt sondern auch erster Kundgebungsort war, versammelten sich circa 200 Menschen. Nach der Kundgebung zog der Demonstrationszug fröhlich durchs Viertel, wobei an einer Schlecker-Filiale halt gemacht wurde, um sich mit den Angestellten bei Schlecker zu solidarisieren und zu einem Boykott der Drogeriekette aufzurufen. Gründe sind unter anderem die miserablen Arbeitsbedingungen der Schlecker-MitarbeiterInnen, die sich vor allem durch Umstrukturierungen der Schlecker Fillialen weiter verschlechtern werden.
Vom Ostertor zog die Demo weiter zum Marktplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand.
Im Rahmen der bundesweiten Kampagne hatte das Bremer Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!!!!“ und das Mayday-Bündnis Bremen zu dieser Demonstration aufgerufen.
Wir zahlen nicht

weitere Infos auf
kapitalismuskrise.org
indyartikel hier

Selber machen: Ab heute auch in Bremen

Ab heute hängt auch die menschenverachtende Wahlpropaganda der NPD in den Straßen Bremens.

Allerdings hat es die NPD entgegen ihrer Ankündigung nicht geschafft, 1000 Plakate aufzuhängen. Es dürfte sich in Bremen nur um ein Zehntel davon handeln.

„Tag der Reservisten“ in Mahndorf

Am kommenden Sonntag, den 20. September, soll in Bremen-Mahndorf eine Veranstaltung im Rahmen des sogenannten „Tag der Reservisten“ stattfinden. Bei jenem Event handelt es sich um ein deutschlandweites Propagandaspektakel, bei dem der Reservistenverband Werbung für sich und die Bundeswehr machen möchte.
In über 100 deutschen Städten sollen dabei Veranstaltungen stattfinden, wobei der 6. September, der Tag vor der
Bundestagswahl, als Hauptveranstaltungstag ausgesucht wurde.
Um ein „ein positives und geschlossenes Gesamtbild von Bundeswehr und Reserve abzugeben“, werden bei diesen Veranstaltungen Jugendoffiziere und Wehrdienstberater anwesend sein. Selbst Kriegsgerät soll ausgestellt und vorgeführt werden.
Stellt euch gegen den „Tag der Reservisten“ und verhindert, dass für Kriege Werbung gemacht wird!!!

Wegtreten

4. Bremer Critical Mass

critical mass
Heute fand die vierte – glaube ich zumindest – Critical Mass dieses Sommers statt. Die Luft war zwar schon herbstlich kühl, aber die Sonne schien und wärmte die ~30 Teilnehmer. Diesmal wurden die Radler sogar von der Staatsmacht in Ruhe gelassen und konnten gemütlich auf den Straßen umherkurven. Wahrscheinlich waren die Ordnungshüter alle damit beschäftigt den Steinmeier zu schützen, der einige Jahre zuvor als Außenminister dafür Sorge trug, dass Murat Kurnaz in Guantanamo versauern durfte, weil ihm die Einreise verweigert wurde (mehr) .
Einige Autofahrer waren offensichtlich genervt darüber, dass sie nicht wie sonst den größten Teil der Stadt für sich beanspruchen konnten und hupten, worauf mit fröhlichem Geklingel geantwortet wurde. Nach ungefähr 1,5 Stunden Stunden kehrten die Leute zum Startpunkt zurück und beendeten die Aktion. Super wäre es, wenn es beim nächsten Mal wieder Musik gibt.

Diese Critical Mass kann auch als Kommentar zum autofreien Sonntag gesehen werden. Warum dann autofrei, wenn kaum Autos unterwegs sind und es niemanden stört? Wie schön wäre das Leben, wenn uns dieser Verkehrsinfarkt nicht den Alltag vermiesen würde? Eine radikale Änderung der Verkehrpolitik weg vom Auto, hin zu Fahrrad und ÖPNV, wäre besonders jetzt nur konsequent, wo die Konsequenzen vom Klimawandel allen bekannt sind und der Lärm die Leute krank macht. Elektrokarren sind kaum eine Alternative: Der Strombedarf wäre immens und könnte kaum durch regenerative Energiequellen gedeckt werden.

Nächsten Monat wird es wieder eine Critical Mass geben, achtet auf Flyer und horcht euch um.

DEL: keine Stimme für Nazis!

Keine Stimme für Nazis!
Unterschiedliche delmenhorster und bremer Gruppen veranstalten am 25. September 2009 eine antifaschistische Kundgebung mit anschließendem Konzert auf dem Marktplatz in DEL.

weitere Infos unter
keine-stimme.tk

„Wir zahlen nicht für Eure Krise“

Am Donnerstag, 17.09.09, findet auch in Bremen im Rahmen des dezentralen bundesweiten Aktionstages eine Demonstration gegen die Krisenpolitik der Unternehmen, der Bundesregierung und den Landesregierungen statt.
Los geht es um 17 Uhr am Ziegenmarkt.

Aufrufende Gruppen sind das Bremer Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!!!!“ und das Mayday-Bündnis Bremen.

weitere Infos auf
kapitalismuskrise.org