Outingaktion DEL + Umgebung

Am Abend des 8. Oktober unternahmen mehrere AntifaschistInnen aus der Region eine groß angelegte Outingaktion, bei der Neonazis in Delmenhorst, Hude und Wardenburg geoutet wurden.
Dabei verteilten die 35 AntifaschistInnen Flugblätter, in denen über die Neonazistrukturen in der Region um Delmenhorst informiert wurde.


bekannte Neonazis bei einem Infostand der NPD in Delmenhorst

In der Kleinstadt Hude informierten die AntifaschistInnen über Lyzian Bankmann. Der Jugendliche Neonazi nahm mehrfach aktiv an Neonaziaktivitäten teil. So beteiligte er sich unter Anderem an einem „Trauermarsch“ im niedersächsischen Bad Nenndorf, einem NPD-Infotisch in der Delmenhorster Innenstadt im August 2009, sowie an weiteren Aktionen – wie weitflächigen Verteilaktionen von Flugblättern oder gewalttätigen Übergriffen auf Jugendliche.

In Wardenburg (nähe Oldenburg) wurden Flugblätter mit Informationen über den Neonazitreffpunkt „Eichenlaub“ und Susann Navel. Die 19-Jährige Ex-Punkerin definiert sich als „autonome Nationalistin“. Gemäß der antiemanzipatorischen Doktrin jener Neonazis, gab Susann mehrfach Informationen über vermeindliche AntifaschistInnen an Neonazis weiter: Das „Aufspüren und Angreifen“ antifaschistischer Strukturen solle erleichtert werden, so Navel.

Auch in Delmenhorst wurden mehr als 500 Flugblätter an BürgerInnen und Nachbarn zweier Neonazis verteilt. Die Flyer informierten über Benjamin Grätsch, einen bis vor kurzem aufgrund von Betrug inhaftierten Neonazi und Julian Monaco, dem martialisch als „Landesführer“ titulierten Landesvorsitzenden der „Jungen Nationaldemokraten“ in Niedersachsen. Weiter wurde auf die neonazistische Aktivität in Delmenhorst verwiesen.

In Delmenhorst, sowie der direkten Umgebung, existiert eine aktive Neonaziszene. Mehr als 3 Organisationen agieren am rechten Rand. AntifaschistInnen sind über mindestens 15 Gewalttaten innerhalb der letzten 12 Monate informiert. Neben propagandistischen Aktivitäten, wie “Informationstischen” der NPD, weitflächigen Flugblattaktionen, Saal- und Schulungsveranstaltungen (sowie weiteren Aktivitäten, wie einem Fackelmarsch im November 2008) griffen Neonazis mehrfach GegnerInnen an. Weiter wurden Personen, die sich Neonazis aktiv entgegenstellen, teils massiv bedroht und angegriffen.

Im späteren Verlauf des Abends mobilisierten Neonazis zum sichtlich geschockten Julian Monaco. So sammelten sich noch weit nach den Aktivitäten der AntifaschistInnen Neonazis am Wohnort des Jugendlichen. Zuvor nutzten Neonazis unter anderem die Möglichkeit – sehr erfolglos – per Auto Jugendliche zu verfolgen, unterstützt wurden letztere durch “Kameraden” aus der näheren Umgebung.


1 Antwort auf „Outingaktion DEL + Umgebung“


  1. 1 Gewalteskalation in DEL « end of road Pingback am 13. Oktober 2009 um 18:00 Uhr
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