eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist…

… repressiv

Am vergagenen Freitag, den 11.12.09, machten sich etliche KlimaatkivistInnen mit dem Bus von Bremen nach Kopenhagen auf, um dort gegen den Weltklimagipfel zu demonstrieren. Zu erwarten war, dass die AktivistInnen wohl von der Polizei kontrolliert werden würden, aber das tatsächliche Ausmaß dieser Repression hätte wohl niemand als so immens eingeschätzt. Zumal wohl auch niemand damit gerechnet hätte, auf deutscher Seite so krass gefilzt zu werden.

Da der Busfahrer auf seine Lenkzeiten zu achten hatte, konnte der Bus keinen Umweg in Kauf nehmen und einen kleineren Grenzübergang wählen, sondern musste einen großen Übergang an der Autobahn passieren.
Kurz vor der Grenze leitete die Polizei den Verkehr von der Autobahn auf einen Autobahnparkplatz um, auf dem nach Aussehen ausgesondert wurde, wer passieren dürfe und wer genauer unter die Lupe genommen werden sollte.
Da gerade kein anderer Bus gecheckt wurde, wurde der Bremer Bus sofort rausgewunken. Die Insassen sollten ihre Personalausweise bzw. Reisepässe bereithalten und alsbald einem Grenzpolizisten aushändigen. Dies diene zur Personalienfeststellung, so der Bulle.
Danach wurde das gesamte Gepäck aus dem Bus geräumt und die Insassen wurden nach und nach aufgefordert, sich mitsamt ihrem Gepäck in ein Zelt zur Gepäckkontrolle bzw. Leibesvisitation zu begeben. Hier wurde einmal wieder die Willkür der Bullen klar. Die einen wurden von den Cops angepöbelt, weil sie schwarze Klamotten oder Gas zum Nachfüllen eines Feuerzeuges dabeihatten, die anderen verließen mit Sturmhauben die Kontrolle.
Terz machten die GrenzerInnen bei einem Fotografen, der sogar einen Presseausweis vorweisen konnte, da er einen Helm dabeihatte. Unverständlicherweise verursachte der Helm eines anderen Pressemenschen, der vorher kontrolliert wurde, keine Probleme.
Während dieser 3-stündigen Kontrolle wurden die Eltern eines unter 16-jährigen, der sogar eine Einverständniserklärung seiner Eltern dabei hatte, vom Bundesgrenzschutz kontaktiert. Wer weiß, was die Bullen den Eltern erzählt haben, aber die Eltern ließen sich breitschlagen, ihren Sohn doch lieber abzuholen, statt nach Kopenhagen zu fahren.
Probleme gab es auch bei den Personen, die laufende Verfahren hatten oder anderweitig aufgefallen sind. Für diese 12 Personen war nicht sicher, ob sie nach Dänemark einreisen dürften. Diese bekamen dann allerdings alle eine Erklärung, dass wenn sie in Dänemark auffallen würden, sie Ermittlungsverfahren in Deutschland zu erwarten hätten. Auf welcher Rechtsgrundlage dies geschieht, bleibt hierbei offen.
Nach 3 Stunden repressivem Polizeiverhalten durfte der Bus dann auch endlich mit einer Person weniger und 12 „verwarnten“ Personen weiterfahren.
Komischerweise wurde der Bus bei der Einreise auf dänischer Seite nicht mehr kontrolliert, was bedeutet, dass die Deutschen Bullen den Dänischen KollegInnen die komplette Arbeit abgenommen haben.

No Border! No Nation!

Beitrag zu „Betrachtungen zu Gipfeln, Strukturen und Protesten“


2 Antworten auf „eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist…“


  1. 1 kakteene 17. Dezember 2009 um 20:51 Uhr

    ich hätt da nen bericht der ganz gut antworten auf die fragen nach dem wie und warum an der grenze geben könnte. http://leftlife.blogsport.de/2009/12/14/intzeressante-betrachtungen-zu-gipfeln-strukturen-und-protesten/
    vlt hat jemand mal lust darauf…

    übrigens hab schon positive antwort wegen der broschüre. gegen briefmarken schicken sie das zu. freu*
    thx und grüsse v. kakteene leftlife.blogsport bla…

  2. 2 Jim 18. Dezember 2009 um 16:24 Uhr

    Toller Artikel !

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