Kriegsmaterial made in Bremen

Der Rüstungskonzern OHB hat letzte Woche den Auftrag zum Bau des Navigationssystems „Galileo“ erhalten.
Dies ist nicht der erste militärische Auftrag, den die Firma ,mit Sitz an der Bremer Universität, ausführt. Für die Bundeswehr hat OHB das Aufklärungssatellitensystem SAR-Lupen produziert, die OHB-Tochterfirma Luxspace ist an der Entwicklung des EU-Satellitennetzwerk GMES beteiligt, welches die Grenzschutzgentur Frontex nutzen will, um unter anderem Flüchtlingsboote auf hoher See abzuweisen.

Galileo

Nun hat OHB aber den wohl bedeutensten Auftrag in der Unternehmensgeschichte bekommen. OHB soll 14 von 30 Satelliten bauen. Ließt man sich die dazugehörigen Schlagzeilen in den Medien durch, so wird stets immer die zivile Bedeutsamkeit des Projektes betont. Mit kaum einem Wort wird etwas über die militärische Nutzung gesagt.
Denn Galileo soll nicht nur für Autofahrer ein alternatives System zu GPS sein, sondern auch für Operationen im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zur Verfügung stehen. Dies wurde im Jahr 2008 vom EU-Parlament beschlossen.
Demnach sollen 4 von 5 Navigationsdienste für die zivile Nutzung sein. Der fünfte Dienst, der sogenannte „Public Regulated Service“ soll der militärischen Nutzung dienen. Er soll eine Alternative für die europäischen Streitkräfte darstellen, die bis jetzt noch mit dem US-amerikanischen GPS System arbeiten. Die US-Militärbehörden können, wie auch schon öfter geschehen, das GPS System abschalten und nur noch dem US-Militär einen Zugang gewähren. Galileo soll den europäischen Militärs eine Unhabhängigkeit zum amerikanischen Sytem gewähren.
In der taz ist weiterhin zu lesen: „Auch das Argument, Galileo stehe zivilen Nutzern – anders als GPS – selbst im Krisenfall zur Verfügung, stimme nicht.“ Die EU behalte sich vor , „das öffentliche Navigationssignal abzuschalten, wenn ihre Interessen bedroht sind“.

Galileo ist also kein rein ziviles Projekt, wie immer überall so schön betont wird. Galileo ist auch ein militärisches Projekt. Teile dieses Systems werden in Bremen gefertigt.


3 Antworten auf „Kriegsmaterial made in Bremen“


  1. 1 COSPAR « end of road Pingback am 04. Februar 2010 um 15:49 Uhr
  2. 2 Bremen zum Rüstungscluster? « end of road Pingback am 01. März 2010 um 20:05 Uhr
  3. 3 COSPAR « end of road Pingback am 08. Juli 2010 um 16:50 Uhr
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