Gestoppter Atomtransport

Über die Atomtransporte, die in regelmäßigen Abständen über Bremen transportiert werden, haben wir bereits berichtet. Das, was man heute Abend in der Bremer Polizeipresse lesen kann, geht jedoch über jede Vorstellungskraft.
Und zwar stoppte die Polizei gestern einen Atomtransport auf der Autobahn A1, untersagten dem Fahrer des Sattelzuges die Weiterfahrt und zog ihn aus dem Verkehr. Der Grund dafür war, dass das Behältnis mit dem radioaktiven Stoff Uranhexafluorid, der zur Herstellung von Kernbrennstoff benötigt wird, sich auf einem offenen und extrem durchrosteten Container befand. Ein sicherer Transport, der von Hamburg nach Gronau erfolgen sollte, war nicht gewährleistet. Der marode Container war mit dem Schiff aus den USA gekommen und im Hamburger Hafen auf den Sattelzug verladen worden.


2 Antworten auf „Gestoppter Atomtransport“


  1. 1 emaN 11. März 2010 um 14:38 Uhr

    HAMBURG/BREMEN. Davor haben die Kritiker von Atomtransporten durch
    Hamburg stets gewarnt: Die Polizei hat einen Lkw mit radioaktiver Fracht
    wegen „gravierender Mängel“ aus dem Verkehr gezogen. Der Behälter mit
    Uranhexafluorid, das zur Herstellung von Kernbrennstoffen genutzt wird,
    habe sich in einem „stark durchrosteten, offenen Container“ befunden,
    berichteten Beamte der Gefahrgutüberwachung. Wie gestern bekannt wurde,
    stoppten sie den Sattelschlepper aus Hamburg am Montag auf der A 1 in
    Bremen.

    Weil in dem „maroden“ Container kein sicherer Transport möglich gewesen
    sei, untersagte die Polizei die Weiterfahrt. Die 15 Tonnen schwere
    Fracht muss umgeladen werden. Radioaktivität wurde nicht freigesetzt.
    Das Uranhexafluorid stammt aus den USA und war über den Hamburger Hafen
    nach Deutschland gekommen. Per Lkw sollte es zur Urananreicherungsanlage
    nach Gronau (Nordrhein-Westfalen) gebracht werden.

    Das Vorprodukt für Brennelemente ist zwar unbestrahlt, Umweltschützer
    halten den Stoff dennoch für äußerst gefährlich. Der Transport sei „hoch
    riskant“, so die Einschätzung des Energie-Experten Dirk Seifert von
    Robin Wood. Bei Kontakt mit der Luft sei Uranhexafluorid hochexplosiv.
    Komme es mit Feuchtigkeit in Berührung, entstehe giftige Flusssäure, die
    noch in 600 Metern Entfernung tödlich wirken könne.

    Seit längerem kritisieren Umweltschützer die strake Zunahme von
    radioaktiven Transporten über Hamburg. Die Linksfraktion in der
    Bürgerschaft fordert mehr Transparenz, will wissen, wo genau die
    Atomfracht durch die dicht besiedelte Metropole rollt. Erst auf Anfrage
    der Linken hat der Senat mitgeteilt, dass in den zwölf Monaten bis
    August 2009 fast 130 Mal Kernbrennstoffe über Straßen und Schienen der
    Stadt befördert wurden. Die Routen bleiben geheim.

  1. 1 Anti-Atom-Demo am 26.4. « end of road Pingback am 27. April 2010 um 23:07 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.