Beirat für Schließung

SPORTSFREUND Rechtes Sportgeschäft in der Faulenstraße soll weichen

Der Beirat Mitte hat sich für die Schließung des Geschäfts „Sportsfreund“ in der Faulenstraße ausgesprochen. In seiner Sitzung am Montag fällte das Gremium einstimmig einen entsprechenden Beschluss gegen das vor einigen Jahren eröffnete Geschäft.

Dort wird neben Sport- und Nahrungsergänzungsmitteln auch Bekleidung verkauft – und es gilt als Anlaufpunkt der rechten Szene. Das sehen nicht nur Antifas so, sondern „auch die Sicherheitsbehörden“, schreibt der Beirat. In dem Beschluss heißt es, der „Sportsfreund“ sei „kein harmloses Bekleidungsgeschäft“, sondern nehme „Funktionen im Rahmen einer rechtsradikalen Strategie wahr, die darauf angelegt ist, insbesondere Jugendliche im Sinne einer rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Gesinnung zu beeinflussen.“

Der „unscheinbare Laden“ diene dazu, durch „Etablierung rechtsextremer Erlebniswelten, Aktivitäten und Events“ Jugendlichen und Erwachsenen ein „gemeinsames Lebensgefühl in einem rechtsextremen Umfeld bieten“ sollen. Auf diese Weise solle „insbesondere bisher unorganisierten und politisch noch unentschiedenen Jugendlichen ein niedrigschwelliger Zugang zur Szene geboten werden“, urteilt der Beirat.

Sportsfreund-Besitzer Marten Ostendorf klagt derweil, der Laden sei von „autonomen ,Antifaschisten‘ unter der Führung eines Altkommunisten zum Freiwild erklärt worden“. In dem Geschäft würde sich „keine Ware mit rassistischen oder Nazi-Symbolen“ finden. Der Beirat will dennoch eine Handreiche für die Vermietung von Geschäftsimmobilien erarbeiten, um zu verhindern, dass sich ähnliche Geschäfte etablieren.

aus der taz vom 14.04.2010