Anti-Atom-Demo am 26.4.

Bericht zur anti-atom-demo am 26.04.2010 in bremen

Um 16h30 gesellten wir uns zu den 7 vollbesetzten wannen, 2 mopeds und den 2 streifenwagen. Als anmelder stellte ich mich dem einsatzleiter vor und fragte für wen denn das aufgebot bestellt sei. Wegen der mobilisierung zum- und der aktionen des wochenendes rechneten die vorgesetzten des cops mit wesentlich mehr als 100 demonstrierenden. Wir bastelten den lauti zu ende, der aufgrund verpeilter orga dann auf einen fahradanhänger mit autobatterie und ghettoblaster geschrumpft war.
Um kurz vor 5 kam ein radfahrer vorbei und wies uns darauf hin, daß andreas hackmann, überregional aktives anti-antifa-kameraloch, in der bahnhofstraße rumstrolche. Nach der weitergabe dieses tips wollten erstmal einige menschen über „hacki“, „bacardi beach“ und anti-antifa informiert werden.

Um 5 kam jemand mit dem transpi, „atomstrom abschalten“, unserem einzigen.
Bis viertel nach 5 warteten wir auf ein mega, daß leider nicht gebracht werden konnte, da ein schlüssel fehlte…
Also wurde die erste rede, ohne wirkung über die ca. 50 anwesenden menschen hinaus, gehalten. Thema: atomtransporte über bremen. Mehr dazu auch auf endofroad, bei der taz und aus einer antwort des bremer senates auf eine große anfrage der partei die linke, die ich interessierten gerne weiterleite, zu erfahren.
Dann ging´s los. Die meißten cops wurden abberufen. Zum energie-cafe, bzw. dem swb-kundencenter an der ecke am wall-herdentor. Es folgte die zweite rede. Thema: die verstrickungen der swb in das atomstrom-netzwerk via rwe und stadtwerke bielefeld (akw grohnde) und der schmu mit den grün gestrichenem ökostrom (recs) der swb. Mehr zu den themen bei robin wood, der taz und dem weser-kurier.
Danach ging es den schüsselkorb hoch und wir wichen von der geplanten route (domsheide, violenstraße) ab, um einer einladung der bremer montagsdemo zu folgen.
Von viertel vor 6 bis zum domglockenläuten bekamen wir, wie bei der montagsdemo üblich, gelegenheit das offene mikrophon zu nutzen. So erzählte ein teilnehmer „unserer“ demo von seiner letztjährigen reise nach tschernobyl und anderer orte in belarus, seinen begegnungen dort und daß die dortige regierung (letzte diktatur europas) auf übelste weise den widerstand gegen den bau eines neuen akws bekämpft, sich aber die menschen dort z.b. trotz drohender gefängnisstrafen zu politischen flashmobs treffen.
Ein anderer redner erinnerte daran, daß menschen in ländern mit uranabbau, oftmals indigene menschen im trikont, unter vertreibung durch die atomindustrie leiden. Außerdem an die vielen tausenden opfer von uranmunition an kriegsschauplätzen auf dem balkan, im irak und in afghanistan.
Von einem montagsdemonstrierer wurden wir dann, nach dessen rede über die notwendigkeit der themenübergreifenden solidarisierung im kampf gegen die ungerechtigkeit unseres systems, verabschiedet und setzten unsere demo fort.
Vom marktplatz bis zum brill folgten uns zwei auffällig unauffälige typen, die sich schon am marktplatz über uns lustig machten. Es wurde auf richtung nazis spekuliert.
Am brill gab es die nächste rede. Etwas breiter gefächert mit dem schwerpunkt des infiltrieren von umwelt- und tierschutzorganisationen durch nazis und deren gründe. Auch wurde darauf eingegangen, warum nazis mit ihrem blut und boden und recht des stärkeren bei einigen menschen der umweltbewegung so gefährlich gut ankommen. Mehr dazu ist im greenpeace-magazin, der schüler_innen zeitung platzverweis aus berlin und der internetseite netz-gegen-nazis zu erfahren.
Am brill lungerten dann wieder einige nazis, z.b. mit thorshammer-anhänger rum. (jaaaa, es könnte auch nur ein heide mit seinem unpolitischem hooligan-freund gewesen sein…).
Durch die obernstraße ziehend fingen wir dann mit sprechgesang an. („ob e.on oder vattenfall – am ende gibt´s nen lauten knall“, „ hopp, hopp, hopp – atomkraft stop“,zu „wir woll´n keine atomkraft – wir woll´n gesunden apfelsaft“ konnten wir uns nicht durchringen)
In der obernstraße entschlossen sich einige menschen dazu sich der demo anzuschließen und wurden herzlich-laut von uns begrüßt. Am marktplatz endete die demo dann mit dem verteilen eines blanko-brief-vordruckes, zu schicken, gefüllt mit eigenem, an den senator böhrnsen.

Vielen dank an alle, die (wie auch immer) mitgemacht haben.

Schönen gruß,

olli

p.s.
Bleibt nur noch zu klären: wieso hat die kritik an der demo-orga und der mobilisierung unbekannte kreise nicht verlassen und mündete nicht in kontaktaufnahme mit hilfs- oder unterstützungsangeboten?
Und auf den vorwurf, ich hätte die demo zur egoaufpolierung angezettelt, geb ich mal ein gepflegtes „f*** dich!“