Fussball und Nationalismus

Mit schierer “Fußballbegeisterung” (gegen die an sich nichts einzuwenden ist) kann man bestimmt nicht erklären, warum jetzt wieder so viele Leute ihre Autos, Dächer und Körperteile mit schwarz-rot-goldenen Flaggen schmücken.
Schließlich sind das nicht die Farben des Fußballs, sondern die der Nation. Und so steht dann auch für ziemlich alle WM-Interssierten von vornherein fest, wem sie in diesem Wettkampf die Daumen drücken: “Unserer” Elf. Warum eigentlich?

“Natürlich” ist es nicht, dass man sich einem Staatswesen zugehörig fühlt und dies auch noch so gerne öffentlich zum Ausdruck bringt. Die Staatsangehörigkeit ist vielmehr etwas Äußerliches, vom Staat Verliehenes und bedeutet vor allem, dass man zu Manövriermasse einer politischen Gewalt gehört. Untertan einer Herrschaft zu sein ist ein ziemlich merkwürdiger Grund zum Feiern. Und was hat man eigentlich davon, wenn sich die eigene Nation gegen andere durchsetzt?

“Friedlich” ist weder das, wofür Staaten ihre Bürger in Anspruch nehmen um sich gegen konkurrierende Staaten durchzusetzen, noch die Abwertung anderer Nationen, die mit der Aufwertung der eigenen notwendigerweise verbunden ist.

“Normal” ist all das dagegen leider schon. Höchste Zeit also, diese Normalität einmal kritisch zu hinterfragen und sich die Frage vorzunehmen, was Nationalismus eigentlich ist, warum er so erfolgreich ist—und warum er abgeschafft gehört. Das soll an diesem Abend in entspannter Atmosphäre diskutiert werden.

Diskussionsveranstaltung am 03.06. der Junge Linke Bremen ab 19 Uhr im Kurzschluss


6 Antworten auf „Fussball und Nationalismus“


  1. 1 Antifa 31. Mai 2010 um 12:48 Uhr

    Anlässlich der kommenden Feierlichkeiten in Bremen zum 20. Jahrestag der „Wiedervereinigung“, aber auch der erwartenden Proteste dagegen, hat die BA aus Bremen dazu folgendes Thesenpapier dazu verfasst:http://ba.blogsport.de/2010/05/27/antinationalismus-als-querschnittsanforderung/

  2. 2 no_nation 31. Mai 2010 um 12:57 Uhr

    eine Veranstaltung der linken Jugendgruppe agauche:
    4. Juni, 18 Uhr, in der Friese im Viertel:

    „Die nächste Männer-WM steht vor der Tür an jedem zweiten Auto eine Nationalflagge hängt und überall ist die Rede vom tollen „neuen Nationalstolz“. Das geht es uns mächtig auf die Nerven. Nationale Kollektive sind für uns alles anders als ein Grund zu feiern geschweige denn etwas auf das wir stolz sein könnten. Deshalb wird es bei der Veranstaltung um Nationalismus sowohl in der völkischen Variante als auch im bürgerlichen Gewand gehen.“
    http://agauche.blogsport.de/karoshi/
    dort auch mehr Infos zu unseren monatlichen Veranstaltungen

  3. 3 agauchler 31. Mai 2010 um 15:52 Uhr

    die veranstaltung findet am 11. Juni statt und nicht am 4 Juni, sorry!
    http://agauche.blogsport.de/karoshi/

  4. 4 *werbung* 31. Mai 2010 um 16:32 Uhr
  5. 5 Kurzschluss oder ... 31. Mai 2010 um 22:47 Uhr

    Paradox?

  6. 6 kurzschluss 01. Juni 2010 um 17:12 Uhr

    kurzschluss

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