Archiv für Juni 2010

Jingle zum 3.10.

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Der Deutsche Mob III – Oder: „Wer nicht hüpft, der ist kein Deutscher“?

Tja, gestern gab es wohl keine gewalttätigen Übergriffe von Deutschland-Fans wie bei den letzten Deutschland-Fußballspielen [Info oder Info]. Vielleicht haben sich einfach die meisten Fußballfans ihre Gehirnzellen beim Public Viewing wegbrutzeln lassen, welches gestern zum ersten Mal zu dieser Männer-Fußball-WM in Bremen veranstaltet wurde.
Anscheinend hat aber nicht allen das Rumgehupe, Getröte und Gebrüll der Feiernden gefallen. In Bremerhaven wurden zwei Deutschland-Fans angeschossen [Info].
Eigentlich ist diese Meldung hier auch total unnötig. Aber da in Bremen gerade nichts los ist, ihr liefert uns ja keine Anlässe zum Schreiben [macht doch mal Action!] und schreibt auch selber nichts, müssen wir halt über den dumm-deutschen Mob berichten. Dieser ist übrigens auf citybeat in seiner ganzen Dummheit zu betrachten.

Der Deutsche Mob II

Zu einem außergewöhnlichen Einsatz wurde die Polizei am Mittwochabend in Gröpelingen gerufen. Eine Gruppe von rund zehn „Fußballfans“ hatte einen Pkw gegen einen Lkw geschoben. Der entstandene Sachschaden wird auf 5 500 Euro geschätzt. Im Kreuzungsbereich Stapelfeldstraße/Ludwig-Plate-Straße hielt ein 47 Jahre alter Mann mit seinem Sattelzug verkehrsbedingt an. Auf der Fahrspur links daneben hielt ein VW Golf. Als beide Fahrzeuge vor der roten Ampel warteten, kam plötzlich eine Gruppe von rund 30 Personen auf die Straße gelaufen. Die „Feiernden“ umringten die Fahrzeuge und rüttelten an ihnen. Im Laufe dieser Aktion schoben etwa zehn Personen den VW Golf gegen die Sattelzugmaschine. Dabei entstand an dem Golf eines 38 Jahre alten Bremers ein Schaden von etwa 5 000 Euro. So schnell, wie die Gruppe auf die Kreuzung gelaufen war, entfernte sei sich nach dieser Aktion auch wieder. An dem beschädigten Golf stellte die Polizei zahlreiche Fingerabdrücke fest. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Polizeipresse Bremen

Ladenschluss-Demo 23.6.10

Gestern Abend fand wieder einmal eine Demonstration der Initiative „Ladenschluss“ gegen den Bremer Naziladen „Sportsfreund“ statt. Laut Weser-Kurier und Radio-Bremen versammelten sich dazu rund 300 Menschen. Die Demonstration startete, mit etwas Verspätung aufgrund technischer Probleme am Lautsprecherwagen, am Goethe-Platz, verlief weiter zum Marktplatz und durch die Obernstraße zur Brill-Kreuzung. Hier gab es eine Zwischenkundgebung. Die Polizei riegelte mit Hilfe der Bundespolizei den Bereich rund um den „Sportsfreund“ ab. Weiter ging es über die Bürgermeister-Smidt-Straße zum Wall und über den Schüsselkorb zurück zum Marktplatz, wo abschließend eine Kundgebung mit Redebeiträgen abgehalten wurde. Im Verlauf der Demo gab es keine besonderen Vorkommnisse.

Einen Überblick über die Bremer Naziszene gibt es [hier]

Schrubben mit Erfolg

Mehrere Dutzend rassistische, antisemitische und rechtsextremistische Schmierereien in der Öffentlichkeit wurden beim „Antifaschistischen Putztag“ am 19. Juni entfernt. Gut 70 Leute haben vor allem in den Vierteln außerhalb der Innenstadt Krakeleien weggeputzt, bilanzierte Initiator Heiner Rosebrock jetzt.
In der Innenstadt selbst gehe das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) sehr engagiert gegen verfassungswidrige Krakeleien vor. „Die gute Stube halten sie sauber“, sagte Rosebrock. In den Stadtteilen aber fehle Personal, so dass Parolen mitunter länger zu sehen sind. Das ASV hatte die Aktion mit Reinigungsmaterial unterstützt. Beteiligt hätten sich auch viele SchülerInnen und UnterstützerInnen aus dem Umland, so Rosebrock. Im Herbst will die Initiative alle 400 Stolpersteine in Bremen, die an die Opfer der Nazi-Zeit erinnern, so blank putzen, dass Passanten zumindest mit dem Auge wieder darüber stolpern.
Nächstes Treffen, 9. Juli, 20 Uhr, Infoladen, St.-Pauli-Straße 10

Quelle: taz

15 Jahre Wagenplatz in Oldenburg


mit Wagenplatzfest vom 24. bis 27. Juni

Mensa entflaggt

Am heutigen Dienstag wurden alle Nationalfahnen in der Mensa von einer Gruppe Studierender entfernt. Um eventuellen Rangeleien mit in ihrer (Fußball-) Ehre gekränten Fans aus dem Weg zu gehen wurde die Aktion vor der Öffnung der Mensa durchgeführt. Das anwesende Personal war vor allem verdutzt, leistete aber keinen Widerstand. Um sich gegenüber den Mensagästen zu erklären wurden kleine Flyer verteilt, welche den politischen Kontext der Aktion verdeutlichen sollten.

Deflag the Mensa

Seit beginn der Fußball WM ist nicht nur die ganze Stadt Bremen mit Nationalflaggen dekoriert, nein, auch das Studentenwerk hat es sich nicht nehmen lassen die Mensa der Bremer Universität am Boulevard mit einer Flut von Deutschlandflaggen zu behängen. Nachdem der AStA die Verantwortlichen auf die Problematik hinwies reagierten diese mit einer lächerlichen „Internationalisierung“ des Fahnenmeers in Form einer kleinen Girlande mit Fahnen anderer Nationen, die über dem Eingang des „Free-Flow-Bereichs“ aufgehängt wurde. Eine Verbesserung der Situation ist dies nicht deswegen werden wir selbst aktiv und die Flaggen entfernen.
Treffpunkt: Dienstag 22.6 / 10:30 AStA-Etage
Macht mit!

Der Deutsche Mob

Gewalttätiger Raub durch Fußballfans

Ein 42 Jahre alter Türke wurde am vergangenen Freitag Opfer einer Raubtat, bei der eine Gruppe von acht Angreifern ausgesprochen gewalttätig gegen den sprachbehinderten Mann vorging. Die Täter waren komplett mit Fanutensilien der Deutschen Nationalmannschaft bekleidet und hatten die Gesichter schwarz-rot-gold bemalt. Der 42-Jährige wartete an der Haltestelle Hochschule Bremen auf seinen Bus, nachdem er an einem Geldautomaten Bargeld gezogen hatte. Von der gegenüberliegenden Haltestelle kam dann eine Gruppe von Fußballfans auf ihn zu. Einer der Männer aus der Gruppe begann ohne erkennbaren Grund, den Türken zu beleidigen und zu provozieren. Der Täter forderte ihn auf, ihm in den naheliegenden Park zu folgen, wenn er denn ein richtiger „Kerl“ sei. Dort kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern. Die anderen Mitglieder der Gruppe kamen ihrem Kumpel zu Hilfe, um gemeinschaftlich auf den hilflos unterlegenen Türken einzuschlagen und zu treten. Als der Mann für einige Zeit das Bewusstsein verlor, rannten die Angreifer panisch davon. Nachdem sich der Mann wieder halbwegs orientieren konnte, stellte er fest, dass sein Portmonee verschwunden war. Sein Handy und seine Kleidung waren im Zuge der Angriffe stark beschädigt worden, er selbst erlitt eine Vielzahl von Prellungen und Schürfwunden.

aus der Bremer Polizeipresse

VS-Bericht: nix Neues oder Nennenswertes

Eigentlich scheißen wir ja auf das Copyright. Wenn uns der Bremer Verfassungsschutz in seinem neusten Bericht allerdings zitiert (das Zitat stammt aus dem Bericht zur mg-Solidemo), ohne endofroad als Quelle anzugeben, dann ärgert uns das natürlich schon.
Immerhin fühlen wir uns geehrt, dort überhaupt in irgendeiner Form erwähnt zu werden, auch wenn dies nicht namentlich geschah. :-)

Was steht drin, im Verfassungsschutzbericht 2009?
Eigentlich nichts, was nicht zu erwarten gewesen wäre. So beschäftige sich der Verfassungsschutz in Bremen verstärkt mit der „latent gefährlichen Szene gewaltbereiter Islamisten“. Schon jetzt würden sich zwei Drittel der Arbeit des Landesamtes für Verfassungsschutz mit dem Islamismus beschäftigen, so Innensenator Ulrich Mäurer bei der Vorstellung des Berichts am Freitag.
Bei den Nazis gibt es auch nichts neues. Drei rechtsextreme Bands gebe es schon länger, eine weitere sei 2009 dazu gekommen. Die rechten Parteien dagegen haben im Berichtszeitraum deutlich an Mitgliedern verloren. Sowohl NPD als auch DVU seien personell wie finanziell in einem desolaten Zustand. Die Zahl aktiver Neonazis wird auf 20 geschätzt.
Und die linksradikale Szene? Entgegen dem bundesweiten Trend hat die „linksextreme Gewalt“ in Bremen nicht zugenommen. Es wurden 12 Gewalttaten verübt. Erstmals habe es 2009 Brandanschläge auf Fahrzeuge gegeben. Auf die Täter gibt es keinerlei Hinweise. Dass die vier Anschläge dem Bereich „Linksextremismus“ zugerechnet werden, erklärt Mäurer, liege daran, dass einmal ein Wagen der DHL angezündet wurde und ein anderes Mal ein Anschlag am Tag vor der Innenministerkonferenz stattfand.
Die Zahl der als „linksextrem“ eingestuften Menschen ist dem Verfassungsschutzbericht zufolge konstant und liegt bei circa 200.

  • VS-Bericht zum Downloaden, Angucken, Aufhängen, Anzünden, … [hier]
  • taz-Bericht zum Thema [hier]
  • Radio Bremen zum Thema [hier]
  • VS-Bericht im Weser-Kurier [hier]