Alle Roma bleiben hier!

Am Samstag demonstrierten in Bremen bei strahlendem Sonnenschein 500 – 700 Menschen gegen die geplante Deportation von bis zu 12000 Roma aus Deutschland in den Kosovo.

„1 – 2 – 3 – 4 – Alle Roma bleiben hier!“ war wohl die meistgerufene Parole auf der Demonstration, die gegen 14.30 Uhr vom Bremer HBF in Richtung Innenstadt startete. Die Route verlief über das Herdentor, die Knochenhauerstrasse, am Brill, durch die Obernstrasse, über die Domsheide, Violenstrasse und endete auf dem Domshof. Die Demonstration wurde von einem mäßigen Polizeiaufgebot begleitet, die BeamtInnen beschränkten sich aber, nach meinen Beobachtungen, auf Maßnahmen zur Verkehrssicherheit.
Die DemonstrationsteilnehmerInnen kamen aus einem breiten gesellschaftlichen Spektrum, von engagierten BürgerInnen, über linksalternativen SzeneanhängerInnen, antifaschistischen und antirassistischen Gruppen und erfreulich vielen MigrantInnen mit ihren Kindern. Der Demonstrationszug bot so ein friedliches, buntes Bild, was zu einer positiven Außenwirkung beitrug. Am Rande der Demonstration wurden viele Flugblätter verteilt und Aufkleber verklebt, sodass die interessierten PassantInnen mit Hintergrundinformationen über den Sinn der Aktion aufgeklärt wurden.
Während der Demonstration kam es zu zwei kleineren Zwischenfällen. So mussten zu Beginn der Auftaktkundgebung zwei provozierende, alkoholisierte und wahrscheinlich „verirrte“ Typen, einer trug ein „Eisernes Kreuz“ Tattoo, aus der Demonstration gebeten werden. Diese kamen der freundlichen, aber bestimmten, Aufforderung die Kundgebung zu verlassen nach kurzer Diskussion nach. An der Domsheide provozierten dann am Rande der Demonstration drei ebenfalls alkoholisierte Fußballfans mit ‚Schland-Rufen und dem Zeigen des Hitlergrußes. Sie verließen den Schauplatz aber mit den Beinen in der Hand, als sich einige junge AntifaschistInnen näherten.
Insgesamt war es heute eine erfolgreiche Demonstration, die bei schönem Wetter mitten in der Innenstadt ihre Wirkung entfalten konnte.
Weitere Informationen zur Thematik finden sich unter:
www.alle-bleiben.info

Quelle: Indymedia