Friedensforum kritisiert (Schirmherrschaft für) Musikschau der Nationen

Die „Musikschau der Nationen“, die dieses Jahr bereits zum 47. Male in Bremen stattfindet, hat ein Novum: die Übernahme der Schirmherrschaft durch Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Das Bremer Friedensforum hält das für äußerst fragwürdig. Das Blasmusikfestival bleibe damit nicht nur eng mit Militär und Rüstung verwoben, so das Friedensforum, sondern werde eine zynische Begleitung zum Totentanz in Afghanistan.

Der Schirmherr Karl Theodor zu Guttenberg habe erst jüngst den Einsatz der Bundeswehr zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen gepredigt. Das sei „unverantwortlich“, denn diese Position missachte das Grundgesetz. „Die Bundeswehr darf nicht zur Verfolgung, Durchsetzung und Sicherung ökonomischer oder politischer Interessen herangezogen werden“, erklären die Sprecher des Forums, Hartmut Drewes und Ekkehard Lentz: „Guttenberg setzt sich darüber einfach hinweg.“

Was die Mitstreiter des Forums besonders sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass Ex-Bundespräsident Horst Köhler vor Monaten für seine Äußerungen zu Wirtschaftskriegen massiv kritisiert wurde, Guttenbergs Pläne, die Bundeswehr zu einer Interventionsarmee mit ähnlicher Zielsetzung umzubauen, jedoch als „etwas Selbstverständliches“ hingenommen werden. „Die gefährliche Tragweite dieser Politik des fränkischen Adeligen ist der Öffentlichkeit bisher noch nicht klar“, bedauern Drewes und Lentz.

Das Friedensforum plädiert für den Anstoß einer bislang fehlenden breiten gesellschaftlichen Diskussion über die künftige Rolle der Bundeswehr. Dabei stelle sich auch die grundsätzliche Frage: „Brauchen wir noch eine Armee, jetzt, da die Bundeswehr zur Landesverteidigung nicht mehr nötig ist?“

Bremer Friedensforum

endofroad zur Musikschau der Nationen 2010 [hier]


4 Antworten auf „Friedensforum kritisiert (Schirmherrschaft für) Musikschau der Nationen“


  1. 1 Sportsfreund 20. Januar 2011 um 20:16 Uhr
  2. 2 kritiker 20. Januar 2011 um 20:53 Uhr

    diese ansichten mag man ja generell teilen – was das friedensforum aber hier natürlich „vergisst“ zu erwähnen, ist, dass dies alles nicht mehr gilt, sobald es gegen israel geht. denn ein genau solches eingreifen der bundeswehr zur unterstützung von islamisten und ähnlichen friedensfreunden beim durchbrechen der israelischen seeblockade gegen die hamas wurde auf der veranstaltung des friedensforums mit inge höger unwidersprochen gefordert.
    eine deutsche armee, die den staat der juden angreift: für den das bremer friedensforum anscheinend der beste weg damit im doppelten sinne endlich frieden ist.

  3. 3 Jakob 22. Januar 2011 um 15:31 Uhr

    Die Bundeswehr agiert seit langem subversiv und versucht unauffällig Schulen und Universitäten zu unterwandern um ein positives Bild ihres Tuns zu zeichnen. Dem muss man sich klar entgegenstellen aber sobald eine Gemeinde oder eine Veranstaltung knapp bei Kasse ist greift man zu gern nach der Finanzierung der falschen Leute.

  4. 4 Erik Sommer 22. Januar 2011 um 22:54 Uhr

    Der „Kritiker“ (siehe oben) muss auf einer anderen Veranstaltung gewesen sein. „Ein Eingreifen der Bundeswehr zur Unterstützung von Islamisten und ähnlichen Friedensfreunden beim Durchbrechen der israelischen Seeblockade gegen die Hamas wurde auf der Veranstaltung des Friedensforums mit Inge Höger unwidersprochen gefordert.“ = glatte Lüge, wer hat daran ein Interesse?

    MfG

    ES

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