Sportsfreund dicht machen!

Im folgenden dokumentieren wir einen Pressebericht aus der taz und aus dem Weser-Kurier zum Bremer Naziladen „Sportsfreund“:

Gegen Nazi-Läden

Ein Bündnis aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Politik und der evangelischen Kirche will mit einer „Bremer Erklärung“ gegen rechtsextreme Geschäftsstrukturen vorgehen. Anlass ist der Laden „Sportsfreund“ im Stephani-Viertel, der von einem bekannten Neonazi betrieben wird. „Rechtlich ist es schwierig, eine Schließung zu erreichen, deshalb setzen wir auf Aufklärung“, sagte Ines Hillmann von der Gruppe „Ladenschluss“. Die Selbstverpflichtung sieht vor, Rechtsextremen weder Räume noch Häuser zu vermieten. Unterzeichner wie der DGB und der Eigentümerverband „Haus & Grund“ haben sich überdies verpflichtet, keine Spenden von Rechtsextremen anzunehmen. Mitgliedsanträge sollen abgelehnt werden. So solle den Rechtsextremen die Grundlage für die Verbreitung ihrer Ideologie entzogen werden. Der „Sportsfreund“ ist ein Treffpunkt für Rechtsextreme. Angeboten wird dort szenetypische Neonazi-Kleidung mit teils unverhohlenen Bezügen zu Gewalt und rechtsextremer Ideologie. Rechtlich gibt es dagegen aber keine Handhabe. Der Eigentümer war bisher nicht bereit, den seit mehreren Jahren bestehenden Mietvertrag zu kündigen.

Quelle: taz

„Sportsfreund“ soll schließen

Bremen. Das Stephani-Viertel will den Szeneladen „Sportsfreund“ nicht länger in seinem Quartier dulden. Das Geschäft wird der rechtsextremen Szene zugeordnet. Ines Hillmann von der Initiative Stephanikreis Ladenschluss hat Donnerstag in der Architektenkammer dazu aufgerufen, sich für die Schließung des „Sportsfreunds“ zu engagieren und mit der Standortgemeinschaft Stephani, Haus und Grund Bremen, City Initiative Bremen, Lidicehaus und dem Ortsbeirat Mitte eine „Bremer Erklärung gegen rechtsextreme Geschäftsstrukturen“ abgegeben.


300 Menschen protestierten im vergangenen Jahr gegen Läden mit rechtsextremen Strukturen, zu denen auch der „Sportsfreund“ gerechnet wird.

Der Sportsfreund sei nur einer von vielen Läden mit rechtsextremen Strukturen in Bremen. Daneben gäbe es noch das „Bells“ in der Bahnhofsvorstadt oder das „Sieg oder Spielabbruch!“ in Hastedt, sagte Harald Deerberg von der 47 Geschäfte umfassenden Standortgemeinschaft Stephani. Deswegen sei es wichtig, dass die Charta möglichst viele Unterstützer und Mitunterzeichner finde. „Diese Leute bezahlen zwar ihre Miete, haben aber eine menschenverachtende Gesinnung“, führte Deerberg aus.

„Diese Klientel wollen wir hier nicht.“ Es reiche nicht aus, an Schulen gegen Rechtsextremismus aufzuklären. Vielmehr stehe jeder Gewerbetreibende in der Pflicht, auf seine Mieter zu achten. In Anlehnung an die „Tattoo Convention“ im vergangenen Jahr kritisierte Deerberg, dass es beispielsweise nicht sein könne, wenn eine von den Hell’s Angels organisierte Tattoo-Messe in der Stadthalle Bremen stattfindet.

„Wehret den Anfängen gegen alle extremen Einrichtungen“, erklärte auch Bernd Richter von Haus und Grund Bremen. „Das hat negative Auswirkungen auf das geschäftliche Umfeld und ist der Tod für bestimmte Quartiere.“ Wenn Rechtsextreme ein Ladenlokal anmieten, sei auch die Nachbarschaft berührt. Daher verwies Richter, dessen Landesverband 9000 Mitglieder mit bis zu 45.000 Immobilien habe, auf Klauseln für Gewerbemietverträge. Er empfahl den Verträgen zwei Zusätze hinzuzufügen.

Erstens: „Der Mieter bekennt mit der Unterschrift, das das Sortiment keine rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Inhalte haben wird.“ Und zweitens: „Der Verkäufer versichert, dass im Laden keine Produkte, Modemarken oder Accessoires verkauft werden, die in der Öffentlichkeit mit einem Bezug zur rechtsextremen Szene wahrgenommen werden.“

Wenn der Vermieter des „Sportsfreunds“ mit dem Mieter, der laut Verfassungsschutz ein bekannter Bremer Hooligan mit Verbindungen in die rechtsextremistische Szene ist, einen solchen Vertrag geschlossen hätte, sei dieser nun wegen arglistiger Täuschung anfechtbar. Das Geschäft in der Faulenstraße vertreibt Kleidungsmarken wie „Thor Steinar“ und „Sport frei“, die in rechtsextremistischen Kreisen nach Angaben des Verfassungsschutzes sehr beliebt sind.

Quelle: Weser-Kurier


5 Antworten auf „Sportsfreund dicht machen!“


  1. 1 Name 21. Januar 2011 um 13:35 Uhr

    „Weh­ret den An­fän­gen gegen alle ex­tre­men Ein­rich­tun­gen“, er­klär­te auch Bernd Rich­ter von Haus und Grund Bre­men. „Das hat ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf das ge­schäft­li­che Um­feld und ist der Tod für be­stimm­te Quar­tie­re.“

    Sorry, aber was bringt es mit solchen Menschen ein „taktisches“ Bündnis zu machen? Ich sehe da überhaupt keinen Vorteil, da verrät sich die „extremistische“ Linkeszene doch selbst.

  2. 2 linke szene 21. Januar 2011 um 16:43 Uhr

    „Ein Bünd­nis aus Wirt­schaft, Ge­werk­schaf­ten, Po­li­tik und der evan­ge­li­schen Kir­che“

    Wo liest du da was von „Linker Szene“?

    Das ursprüngliche Ladenschluss-Bündnis existiert nicht mehr unter anderem deshalb, weil die „Linke Szene“ sich einen Scheissdreck für den Laden interessiert und lieber Identitätspolitik betreibt.

  3. 3 olli 24. Januar 2011 um 23:02 Uhr

    jetzt am samstag findet der erste infotisch (dieser reihe) gegen den naziladen „sportsfreund“ und für die mobilisierung gegen den geplanten npd-nazi-aufmarsch am 1.mai 2011 statt.

    der „sportsfreund“ ist für die bremer naziszene ein bedeutender treff-, informations- und schutzraum.

    der infotisch findet ab nun jeden samstag von 12 bis 14 uhr am brill statt.

    bis samstag!

  4. 4 Antifa 29. Januar 2011 um 13:19 Uhr

    wir mobilisieren für den 03.02.2011 zu einem Vorbereitungstreffen, zwecks der antifaschistischen Blockaden in Dresden und den Aktivitäten am 1. Mai in Bremen!

    Zur Zeit treten die Faschos verstärkt in Bremerhaven und Bremen auf. Vorallem freie nationale Kräfte zusammen mit der NPD!
    Die Nazis kündigen für Dresden am 19.02. als auch für Bremen am 01.05.2011 Großes an!

    Wir werden größer und stärker sein!
    Kein Fußbreit den Faschisten!

    Treffen am 03.02.2011 ab 19 Uhr im Verein für gleiche Rechte, Hansastraße 2a, 27576 Bremerhaven-Lehe

  1. 1 Ankündigungen! « end of road Pingback am 27. Januar 2011 um 17:51 Uhr
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