Spenden für die Bremer NPD

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Im Geheimen wollte sich die Bremer NPD am 27. April 2011 im Lokal “Blüh’ auf” treffen. Die Vereinsgaststätte liegt am Rande eines Schrebergartengebiets in Bremen Gröpelingen. Viele der rund 40 Gäste parken weit entfernt und kommen zu Fuß zum Veranstaltungsort, um nicht aufzufallen. An den Zufahrtsstrassen haben die NPD-Aktivisten Wachen postiert. Zuerst reisen Sascha Humpe, Jörg Wrieden, Gerold Schibblock, Benjamin Brodnicki, Andreas Hackmann sowie Gabriela und Louisa Yardim an. Humpe – mit Bierglas in der Hand – ist sichtlich aufgebracht, dass das konspirative Treffen aufgeflogen ist. Zivilpolizisten müssen den NPD-Mann zurechtweisen. Wenig später braust eine Auto-Kolonne aus Bremerhaven an: Der NPD-Landesvorsitzende Horst Görmann, “Fishtown-Runner” Michael Jurkeit und Helmut Walter aus Cuxhaven steigen aus den Autos. Auch Wahlkampfleiter Jens Pühse und sein Stellvertreter Patrick Wieschke aus Thüringen sind gekommen.

Unternehmer in der Bremer NPD

Dann fährt ein schwarzer Mercedes vor. Als der Fahrer die anwesenden Journalisten bemerkt, dreht er sofort wieder um. Kehrt jedoch kurze Zeit später zurück, um seinen Beifahrer, Markus Privenau, am Vereinslokal abzusetzen. Privenau ist Funktionär der “Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige” (HNG), der größten Neonazi-Organisation in der BRD. Gegen den Verein, der inhaftierte Neonazis betreut, um diese auch im Knast an die Szene zu binden, läuft derzeit ein Verbotsverfahren. Der Fahrer des Wagens ist Jan-Hinnerk Cappelmann, regelmäßiger Gast bei diesen NPD-Treffen. Der “gesetzliche Vertreter” der alt eingesessenen Firma “Hinrich Meyerdiercks” mit Sitz in Bremen Gröpelingen unterstützte den NPD-Kreisverband “Bremen-Stadt” im Jahr 2009 finanziell. Dies geht aus einer internen Spenderliste der NPD hervor, die dem BREMER SCHATTENBERICHT vorliegt. Insgesamt neun Personen haben in diesem Jahr dem Kreisverband Geld gespendet. Die größte Spende über 500€ stammt von Cappelmann, der mit seiner Firmenadresse in der Spenderliste auftaucht. Unter seinem Namen finden sich auch Leserbriefe in der rechten Wochenzeitung “Junge Freiheit”. Am Mittwochabend wartet der Geschäftsmann dann geschlagene zwei Stunden hinter dem Vereinslokal, um nicht gesehen zu werden. Erst als die Journalisten den Ort verlassen, betritt er das Lokal.

Auch ein weiterer Bremer Geschäftsmann nimmt an diesem Abend am NPD-Treffen teil. Der Autohausbesitzer Thorsten Schibblock überlies der Partei zwar nur 50€, er gilt jedoch seit Jahren als führender Kader der Bremer NPD und war, bis zu ihrem Verbot 1992, stellvertretender Vorsitzender der militanten “Nationalistischen Front”.

Finanz-Chaos bei der NPD

Auf ihrer Internetseite klagt die NPD gerne über das “Desaster kommunaler Finanzen” und findet auf das “Finanzchaos” nur rassistische Antworten. Was die NPD verschweigt, ist ihre eigene desolate Finanz- und Personal-Lage. So zeigen interne Unterlagen, dass die Finanzberichte des Bremer Landesverbands sowie der Kreisverbände Bremen-Stadt und Bremerhaven für Jahr 2009 nicht vor Ort erstellt worden. Stattdessen wurden sie vom Landesschatzmeister der NPD in Schleswig-Holstein, Wolfgang Schimmel sowie dem Schatzmeister des NPD-Bezirksverbands Oberpfalz (Bayern), Karsten Panzer, angefertigt. Wie aus den internen Papieren deutlich wird, haben die beiden externen Kameraden erhebliche Probleme das Finanzchaos der Hanseaten in den Griff zu bekommen.

“Blüh`auf” – rechter Treffpunkt

Fast der gesamte Bremer NPD-Landesverband hat sich mittlerweile im Lokal versammelt. Auch die 83-Jährige Elfriede Budina und Dirk Lampe aus Walle sind gekommen. Der Pächterin des Vereinslokals “Blüh` auf” ist es laut eines Radio-Bremen Berichts egal, dass die NPD ihre Räumlichkeiten nutzt. Sie habe damit kein Problem. Kein Wunder: Einst trafen sich hier auch die Bremer Republikaner. Grund für das NPD-Treffen am vergangen Mittwoch war vermutlich der bevorstehende Aufmarsch der NPD am 30. April. Zudem erwarteten die Bremer Kameraden hohen Besuch aus der Parteizentrale in Berlin. In einem weißen Lieferwagen, der von einer Autovermietung aus Bremen Farge stammt, fahren Matthias Faust sowie der Bundesvorsitzende der NPD, Udo Voigt, vor. Er tritt an diesem Abend als Gastredner auf.

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1 Antwort auf „Spenden für die Bremer NPD“


  1. 1 c. 07. Mai 2011 um 11:31 Uhr

    laut taz vom 7.5. streitet cappelmann alles ab;
    „Spekulationen über die Herkunft irgendwelcher unrichtiger Angaben in irgendwelchen angeblichen Listen aus offenbar zweifelhafter Quelle sollen diesseits nicht angestellt werden.“
    den artikel gibt es hier:
    http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel/?dig=2011%2F05%2F07%2Fa0135&cHash=34db55c623

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