Den Menschen soll es dufte gehen!

gefunden bei linksunten.indymedia.org

Die NPD Bremen musste, nach dem sie sehr unerfolgreich zu einer zentralen 1.Mai-Demonstration nach Bremen mobilisert hatte, ihre Demonstration auf den 30. April 2011 vorziehen. Dies war einerseits ärgerlich, da für diesen Tag diverse Vorabendaktionen zum 1. Mai geplant waren. Andererseits ging man somit einer eventuellen Bildung einer Konkurrenzveranstaltung zu den Flora-Protesten in Hamburg aus dem Weg, die für den selben Tag geplant war. Die Nazis bestimmten ohnehin das Geschehen am 30. April.

Dennoch fanden, ziemlich unbemerkt von der Presse, am Abend des 30. April diverse Aktionen in der Bremer Neustadt, dem Aufmarschgebiet der NPD, statt. So wurde die Neustadt in den späten Abend- bzw. Nachtstunden des 30. April mit Graffiti und eingeschmissenen Fensterscheiben verschönert. Das Motto dabei war „Den Menschen soll es dufte gehen!“. Ziele waren u.a. die im Bau befindlichen Luxus-Wohnungen am Stadtwerder, denen zahlreiche Bäume zum Opfer fielen und die mit unter für die Gentrifizierung in dieser Gegend verantwortlich gemacht werden können, oder eine Niederlassung eines Automobilvertriebs.

DEN MENSCHEN SOLL ES DUFTE GEHEN!

Für eine soziale Revolution

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2 Antworten auf „Den Menschen soll es dufte gehen!“


  1. 1 Balsam 12. Mai 2011 um 19:25 Uhr

    Zwei Zitate aus diesem kurzen und doch so widersprüchlichen Text:

    „DEN MENSCHEN SOLL ES DUFTE GEHEN!“

    „Ziele waren u.a. die im Bau befindlichen Luxus-​Wohnungen am Stadtwerder […]“

    Die Autor_innen sind sich also zumindest einig, dass es den Menschen „dufte“ gehen solle. Unter diesem doch recht schwammigen „dufte“ lässt sich Vieles subsumieren. Was genau, das wissen allerdings offenbar nicht mal die Aufrufer_innen dieser geplanten Demonstration selbst:

    - Die „Basisgruppe Antifaschismu“ versteht die „dufte“ Zivilisation so: „[…] eine Gesellschaft, in der die Leute sich zusammentun, um ein schönes Leben für alle wirklich werden zu lassen.“

    - Bei den Autonomen von „orang² otonom“ verzagt man offenbar ganz; trotz oder gerade des „duften“ Mottos wegen. Sie schlugen deshalb vor: „[…]nutzen wir den Abend davor um mit euch für ein gutes Leben zu kämpfen!“

    So einig sich also die Autor_innen dieser Texte darin zeigen, dass es allen zwar „dufte“ gehen solle, so wissen sie dennoch nicht, was dieses „dufte“ überhaupt bedeutet; ehrlich gesagt: ziemlich traurig, gerade wenn damit eine Kampagne aufbaut. Was „dufte“ auf jeden Fall bedeuten mag – zumindest für einige dieser Leute –, zeigt der Angriff auf die „Luxus-​Wohnungen“: Anstatt also kurz und einfach „Luxus für alle“ zu fordern, verirrt man sich lieber im Streben nach derart rückschrittlichen Aktionen.

    Fazit: Angesichts dieses theoretischen Rückschritts (oben=böse; unten=gut) war die beste Idee der Kampagne die Absage der Demo.

  2. 2 lölö 13. Mai 2011 um 23:23 Uhr

    Es geht darum, dass es ALLEN Menschen dufte geht! Und das geht eben nicht, wenn die einen im Überfluss in teuren Luxus lofts leben und dadurch den günstigen Wohnraum für andere verdrängen! Deswegen ist es völlig richtig die Dinger kaputt zu machen! Denn so zeigt man diesen Personen, dass ihr Leben, wie sie es führen, im Gegensatz zum Guten Leben für alle steht und trifft sie da, wo sie es besonders schmerzt: im Geldbeutel!

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