Brechmittelprozess: Polizeiarzt erneut freigesprochen

Im vergangenen Jahr hatte der Bundesgerichtshof den Frei­spruch des Polizeiarztes, der den Tod von Laye Alama Condé zu verantworten hatte, aufgehoben. Es kam zu einem zweiten Prozess wegen fahr­läs­si­ger Tö­tung vor dem Bremer Landesgericht. Dem angeklagten Polizeiarzt wird dabei vorgeworfen, Ende 2004 dem mutmaßlichen Drogendealer Laye Alama Condé im Bre­mer Po­li­zei­ge­wahrsam gewaltsam Brech­mit­tel ein­ge­führt zu haben, wor­auf­hin Condé ins Koma fiel und an­schlie­ßend starb [Info].

Heute wurde der angeklagte Polizeiarzt erneut freigesprochen. „Die Kammer hat alles getan, um die Todesursache zu klären“, gab der vorsitzende Richter heute bei der Urteilsbegründung an. Das sei jedoch nicht eindeutig gelungen, auch wenn viel dafür spreche, dass das Opfer langsam ertrunken sei. „Alle Gutachter mussten einräumen, dass es Ungereimtheiten gibt.“ Nach eingehender Beratung sei man deshalb zu der Auffassung gekommen, im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden. Auch eine Vorschädigung des Herzens könnte zum Tod Condés geführt haben.

2006 hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof den Ein­satz von Brech­mit­teln in Deutsch­land ver­ur­teilt, wes­halb diese Me­tho­de, um ver­schluck­tes Rausch­gift aus dem Kör­per zu spü­len, in­zwi­schen nicht mehr an­ge­wen­det wird. Für Condé kam diese Ent­schei­dung al­ler­dings zu spät.


1 Antwort auf „Brechmittelprozess: Polizeiarzt erneut freigesprochen“


  1. 1 Brechmittel-Freispruch: Revision eingelegt « end of road Pingback am 21. Juni 2011 um 16:28 Uhr
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