Lesung in Delmenhorst zum neuen Buch von Röpke und Speit

Die rechtsextreme Bewegung ist nicht mehr männerdominiert. Weibliche Vertreter treten immer selbstbewusster auf.

von Julia Lißewski

Delmenhorst – Wenn der Begriff Neonazismus fällt, haben viele Menschen ein genaues Bild vor Augen: Bomberjacke, Springerstiefel und Mann. Doch die Szene befindet sich im Wandel. „Rechtsextreme können nicht mehr auf ihre Kleidung reduziert werden. Sie agieren zunehmend unauffälliger“, erklärt Axel Erdmann von der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Delmenhorst. Und noch ein wesentliches Merkmal hat sich geändert: Seit einigen Jahren treten Frauen in der einst männerdominierten Bewegung zunehmend selbstbewusster auf.

Zu dieser Thematik haben die Autoren Andrea Röpke und Andreas Speit ein politisches Sachbuch mit dem Titel „Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“ verfasst. Darin geht es um Frauen, die für die NPD kandidieren, Demonstrationen organisieren, sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses kümmern und bestrebt sind, rechtsradikale Politik unter sozialen Themen wie Naturheilkunde, Kindergeld und Hartz IV zu verankern. Dieses Buch werden die beiden Autoren am 23. Juni ab 19.30 Uhr bei einer Lesung in der Evangelischen Stadtkirche Delmenhorst vorstellen. Die Lesung wird von der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, der Citykirche Delmenhorst und der Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg veranstaltet. Unterstützt wird die Buchvorstellung auch vom „Breiten Bündnis gegen Rechts“.

In die Thematik führten im Vorfeld Axel Erdmann, Pfarrer Thomas Meyer von der Citykirche und Pfarrer Dietrich Jaedicke, Kreispfarrer des Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburger Land, ein. „Die Lesung soll vor allem in Hinblick auf die kommende Kommunalwahl im September stattfinden“, erklärt Axel Erdmann. „Wir müssen verhindern, dass die NPD Einzug in den Rat hält.“ Die Partei schicke nämlich zunehmend Frauen vor, die ihr Mandat dann nicht annehmen und die Männer nachrücken lassen, so Erdmann.

Delmenhorst sei sehr stark vom Neonazismus betroffen, da sich die Rechtsextremen hier einen Stützpunkt eingerichtet hätten. „Sie beteiligen sich von hier aus an Aktionen unter anderem in Bremen und Braunschweig. Sie haben eine große Zahl von Unterstützern. Es gilt, die Rechtsextremen weiter im Auge zu behalten“, warnt Erdmann.

Im Zuge der Lesung wird am 30. Juni ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche auch ein „Konzert gegen Rechts“ stattfinden. Dort werden alle Künstler gagenfrei auftreten.

Als Ergänzung bleibt noch zu sagen, dass der Eintritt frei ist.


1 Antwort auf „Lesung in Delmenhorst zum neuen Buch von Röpke und Speit“


  1. 1 Konzert gegen Rechts - Adirana Pingback am 31. August 2011 um 13:52 Uhr
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