Das bisschen Haushalt?“ Stammtisch gegen den Reproduktionsstress des Alltags

am Sonntag, den 3. Juli um 11:30 Uhr im Kurzschluss
*bitte bringt etwas zu Essen für’s gemeinsame Frühstücken mit*

Ein Schwerpunktthema diesmal: Lohnarbeit

Beim letzten Mal haben wir uns weiter über verschiedene Aspekte des Themas „Lohnarbeit“ und Umgang mit der Bagis ausgetauscht. Daran wollen wir beim kommenden Mal noch einmal anknüpfen.

Weitere noch ausstehende Themen waren „wie gehts weiter nach dem Studium? Was mache ich mit dem gesellschaftlichen Druck, mich möglichst schnell ins Lohnarbeitsleben einzufügen“ sowie „Welche Rolle habe ich/ Wie geht es mir als linksradikale_r Arbeitnehmer_in in einem nicht radikalen (Berufs-) Umfeld“.

Viele Themenstränge sind noch offen- weitere Themen rund um Reproduktion sind herzlich willkommen!

Wir arbeiten gerne in Kleingruppen zu den verschiedenen Interessensgebieten der Leute, die da sind.


2 Antworten auf „Das bisschen Haushalt?“ Stammtisch gegen den Reproduktionsstress des Alltags“


  1. 1 einer 23. Juni 2011 um 14:27 Uhr

    Linksradikale Politik ist einfach zu zeitaufwendig…

    Siehe: „Es geht um die Berücksichtigung existenziellen Veränderungen.
    In den 80er Jahren hatten wir das Privileg, dass sehr vieles noch außerhalb von rigiden Lohnarbeitsverhältnissen möglich war. SchülerInnen hatten genug Zeit, noch etwas anders zu tun als zu büffeln, StudentInnen konnten ihr Studium nebenbei machen, viele kamen mit Teilzeit-Gelegenheitsjobs erträglich über die Runden, nicht wenige lebten von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe. Heute haben sich diese Bedingungen radikal geändert. Nur noch wenige haben das Glück, über ihre Zeit frei zu verfügen. Viele sind einfach erschöpft, wenn sie von der Schule, von der Uni, von der Lohnarbeit nach Hause kommen. Sie sind froh, wenn sie ihre Ruhe haben und haben alle Hände voll zu tun, das Private einigermaßen erträglich zu regeln.
    Die Schlinge, die heute um die Lebenszeit gelegt wird, ist nicht beliebig, man kann sie sich nicht mehr aussuchen.
    Wenn heute kaum noch handlungsfähige Gruppen existieren, das meiste über Treffen schnell und hektisch abgewickelt werden muss, dann liegt das nicht nur an dem fehlenden Wunsch nach Kollektivität. Die meisten können sich eine solche einfach nicht mehr ›leisten‹, sie ist viel zu zeitaufwendig. Denn die ›Freizeit‹, die vielen noch bleibt, ist mehr von der Lohn-Arbeit geprägt, als von dem Wunsch, endlich etwas ganz anderes zu machen.
    Diese erpresserischen Lebensverhältnisse haben selbstverständlich maßgeblichen Einfluss auf alle politischen Projekte. Ich habe von der Notwendigkeit von sozialen Zentren, von kollektiven Orten angesprochen, in denen es nicht um (Selbst-)Verwertung und Selbstoptimierung geht. Um solche Orte zu schaffen und zu erhalten, braucht man neben Geld vor allem viel Zeit, die ohne Entlohnung zur Verfügung gestellt werden muss. Wenn diese (Lebens-)Zeit aber gar nicht zur Verfügung steht, wenn sie längst verkauft ist, dann brechen solche kollektiven Orte in sich zusammen. Ich befürchte, dass es nicht nur in Frankfurt so ist: Die wenigen Ort, die diesen Anspruch verfolgen, platzen nicht aus allen Nähten. Im Gegenteil: Sie stehen größtenteils ungenutzt herum, weil es zu wenige Gruppen und Initiativen gibt, die solche Ort tragen können und wollen. Der Appell, dass wir gegen die vielfältigen Formen der Privatisierungen von öffentlichem Eigentum bis hin zu Räumen etwas unternehmen müssen, zerschellt nicht am guten Willen und an der Einsicht, sondern an Bedingungen, die irgendwie ertragen und individuell gemeistert werden. Der Verlust von vielen selbstverwalteten Zentren, der Mangel an handlungsfähigen Gruppen, das Fehlen von kollektiven Orten, die allen kostbar sind, korrespondieren mit der wachsenden Vereinnahmung unserer Leben durch Arbeitsbedingungen (wozu G-8-Schulen, Master- und Elite-Studien usw. ebenso zählen) gegen die wir uns nicht wehren. Es geht um die Rückeroberung von Lebenszeit, und die müssen wir uns dort zurückholen, wo sie uns geraubt wurde.

    ausriss aus: http://wolfwetzel.wordpress.com/2011/04/30/autonome-eine-spurensuche/

  2. 2 noch einer 30. Juni 2011 um 19:49 Uhr

    Das bisschen (Polit-)Arbeit macht sich von allein…?
    23. Mai 2011

    Wenn in (links-)politisch arbeitenden Kontexten über „Arbeit“ gesprochen wird, dann ist meist der erklärte Gegenentwurf zum „freien Leben“ gemeint: die Lohnarbeit. Der 9to5-Alptraum der um die 40 Stunden in der Woche klaut und in dem keine_r landen möchte.
    weiter auf: http://clararosa.blogsport.de/2011/05/23/das-bisschen-polit-arbeit-macht-sich-von-allein/

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