„Bombendrohung“ gegen Marine

kopiert aus der Polizeipresse Bremen

Ort: Bremen-Vegesack
Zeit: 26.06.2011, 23.00 Uhr

Eine Stunde vor Mitternacht vernahm ein Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens Motorengeräusche am Heck einer in einer Werft in Vegesack liegenden Korvette der Bundesmarine. Er sah dann einen Mann in einem hellen Schlauchboot direkt am Rumpf des Marineschiffes. Als er diesen ansprach, rief der Mann sinngemäß: „Ich spreng Euch weg, Ihr Irren, ich habe eine Haftmine angebracht!“ und rauschte mit seinem Boot in Richtung Blumenthal davon.

Da das Anbringen einer Haftmine oder eines ähnlichen Sprengsatzes nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde das Schiff evakuiert und der nähere Bereich abgesperrt. Der Schiffsverkehr auf der Weser wurde eingestellt. Intensive Fahndungsmaßnahmen nach dem Schlauchboot und seinem Fahrer wurden umgehend eingeleitet. Dabei kamen u.a. Boote der
Wasserschutzpolizei, Kräfte der Bundeswehr, der Polizei Bremen und Niedersachsen sowie ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz.
Gegen 00.15 Uhr konnte nach Zeugenhinweisen das verdächtige Schlauchboot mit noch warmem Motor an der Anlegestelle eines Wassersportvereins in Motzen ausfindig gemacht werden. Als Fahrer des Schlauchbootes wurde dort ein 46 Jahre alter Oldenburger identifiziert, der zu diesem Zeitpunkt erheblich alkoholisiert schien.
Nach anfänglichem Leugnen räumte der Mann schließlich ein, auf der Weser herumgekurvt und sich mit seinem Boot in die Dockanlagen zur Fregatte geschlichen zu haben. Er will nach Entdeckung allerdings lediglich gesagt haben, dass er auch eine Haftmine hätte anbringen können. Ein bei ihm durchgeführter Alcotest ergab einen Wert von über einem Promille. Ihn erwartet jetzt ein Verfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Vortäuschen einer Straftat und eine Anzeige wegen Trunkenheit im Schiffsverkehr.