Viertel-News

Das Plakat im Original [hier]

kopiert aus dem Weser Kurier

Anonyme protestieren gegen Viertelfest

Musik, Kultur und kulinarische Leckereien beim Viertelfest schmecken nicht allen. Im Viertel sind Plakate aufgetaucht, die Vorwürfe gegen die Macher des Festes erheben. Norbert Caesar, Einzelhändler und Vorstand der Interessengemeinschaft Das Viertel (IGV), bleibt gelassen – obwohl er persönlich angegangen wird.

Die Plakate wenden sich nämlich im Namen Caesars und der IGV an die Bürger – allerdings hochironisch. Denn Kern des gedruckten Textes ist die Kritik am Kapitalismus im Allgemeinen und den Vorgängen im Bremer Viertel im Speziellen. „Wir zwingen nun endlich alle Besitzer_innen der Grundstücke am Ostertorsteinweg und Vor dem Steintor regelmäßig Geld in einen großen Topf zu bezahlen“, heißt es. Mit dem Geld würden Reinigungsdienste oder die Weihnachtsbeleuchtung bezahlt. „So steigern wir die Immobilienwerte. Das ist eines der erklärten Ziele der IGV“, so die Aufschrift weiter. Dadurch würden Menschen, die sich die Mieten nicht leisten können, aus dem Viertel verdrängt. Das Viertelfest sei nur ein Vehikel, das geschäftsträchtige, alternative Image des Viertels zu pflegen.

Einen Hinweis auf die Verfasser enthält das Plakat nicht – wohl aber ein Foto von Norbert Caesar. Den ärgert vor allem, dass er nicht weiß, mit wem er es zu tun hat. „Wir stehen jederzeit für Diskussionen zur Verfügung“, sagt er. „Aber man kann mit den Leuten nicht sprechen, wenn sie nicht sagen wer sie sind.“ Die anonyme Plakataktion empfinde er als „in höchstem Maße feige“.

Die Kritik an den Veränderungen im Stadtteil kann er nicht verstehen. Er wolle den Standort am Leben erhalten und deshalb kleine und mittlere Einzelhändler unterstützen. „Der Standort muss sich behaupten. Das hat eben gewisse Veränderungen zur Folge.“ Das Viertelfest sei für die Plakatierer nur ein Anlass, generelle Kritik zu üben. „Ich hoffe nur, dass alle so tolerant sind, die Leute feiern zu lassen“, sagt Caesar, der mit der Polizei in Kontakt steht.

Anzeichen dafür, dass das Viertelfest gestört werden könnte, gibt es nach Polizeiangaben zwar nicht. So oder so sei man „kräftemäßig auf das Viertelfest eingestellt“, sagt Sprecher Dirk Siemering. Die Plakataktion sei bekannt, und den Umstand, dass Norbert Caesar darauf mit Foto abgebildet ist, habe man „im Auge“.

kopiert aus dem Weser Kurier


8 Antworten auf „Viertel-News“


  1. 1 Fett 02. September 2011 um 23:57 Uhr

    richtig coole aktion!

  2. 2 Bildzeitung 03. September 2011 um 11:52 Uhr

    Warum man eine jemand mit Foto „outen“ muss, wenn die Information über Funktion und Position dieser Person komplett öffentlich verfügbar ist, verstehe ich nicht. Das wirklich sinnvolle Outing von Neonazis hat mit soe twas rein gar nichts zu schaffen – das ist miese Diffamierung. Schaut euch nochmal genau an wie die z.B. die fortgeschrittene „Gentrifizierung“ in New York funktioniert, lest euch nochmal das Flugblatt durch, dann denkt nochmal nach – und merkt was da drin für ein Unfug steht.

  3. 3 Gibts das Bild in groß? 03. September 2011 um 18:44 Uhr

    gibts von dem plakat auch nen größeres bild das man den text lesen kann?

  4. 4 jens 04. September 2011 um 11:29 Uhr

    Vollkommen dümmliche Aktion. Zudem hat Caesar mit dem Viertelfest nichts zu tun. Die pseudo-politischen Idioten scheibt es in erster Linie ums Anheizen zu gehen. Solche Scharfmacher ist man eigentlich nur aus der rechten Szene. Die Initiatoren haben der Sache keinen Dienst erwiesen sondern dem Kampf gegen Gentrifizierung (gibts im Viertel nicht) und Kapitalismus (im Viertel auf tolerierbarem Niveau) lächerlich gemacht. Wir sollten das Bild der Nestbeschmutzer plakatieren!!

    Jens
    das kommi-tee

  5. 5 Gnu 04. September 2011 um 14:42 Uhr

    @ Bildzeitung: Hast du die Plakate selbst gelesen, oder nur den Zeitungsartikel? Ich denke, nähmlich, dass im Text relativ deutlich wird, dass es sich nicht um ein Outing handelt, sondern viel mehr das Mittel der Kommunikationsguerilla benutzt wird. Es geht dort nicht um die Person, diese wird nur benutzt um auf die Funktion und die Prozesse im Kapitalismus hinzuweisen. Da haben die Gentrifizierungsprozesse in New York recht wenig mit zu tun.

  6. 6 kein Jens 04. September 2011 um 20:08 Uhr

    Jens, ich hoffe, dass das als Satire gemeint ist was du da sagst.
    „Vollkommen dümmliche Aktion.“ – Warum?
    „Zudem hat Caesar mit dem Viertelfest nichts zu tun.“ – Er ist 1. Vorsitzender der IGV und somit direkt daran beteiligt. Zudem ging es auf dem Plakat nur nebensächlich ums Viertelfest. Wenn du es gelesen hättest und nicht nur dem falsch wiedergegebenen Artikel nach urteilen würdest, dann würdest du auch nicht sonen Mist schreiben.
    „(…) Gentrifizierung (gibts im Viertel nicht) und Kapitalismus (im Viertel auf tolerierbarem Niveau)(…)“ – Ich bitte um Begründungen. Mit der These wstehst du nämlich ziemlich allein dar. Mal davon abgesehen, dass Kapitalismus in egal welcher Form nicht tolerierbar ist, kannst du den Fakt Gentrifizierung nicht leugnen.
    „Wir sollten das Bild der Nestbeschmutzer plakatieren!!“ – Man, man, man. Das klingt ja schon arg nach Patriotisch, Nationalistischer Scheiße! Dein deutsches Nest beschmutz ich gern, lieber Jens!

  7. 7 :-D 04. September 2011 um 20:12 Uhr

    :-D , dank jens! der brüller:
    „Gentrifizierung (gibts im Viertel nicht) und Kapitalismus (im Viertel auf tolerierbarem Niveau)“

  8. 8 jens stinkt 06. September 2011 um 22:25 Uhr

    sonen scheiss wie jens darf mensch hier schreiben aber mein kommentar wird locker nicht veröffentlich

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