Viele Menschen auf Demo gegen rechte Gewalt

Erstmal fix der vorläufige Pressespiegel zur heutigen Demonstration gegen rechte Gewalt:

Der Weser-Kurier schreibt:

800 Menschen beteiligen sich an Demo

Von Timo Sczuplinski

Bremen. Um kurz vor 17 Uhr stömten die Menschenmassen zum Weserstadion. Ihr Ziel: Der Treffpunkt am Ostkurvensaal. Dort, wo im Jahr 2007 Hooligans und Vertreter der rechten Szene einen Fanklub von Werder Bremen gewaltsam überfielen und einige Menschen teils schwer verletzten. Nach viereinhalb Jahren kommt es für die Angreifer derzeit zum Prozess im Bremer Amtsgericht. 800 Menschen haben sich jetzt mit den Opfern solidarisiert.

Weil viele mit einem zu milden Urteil für die sieben Angeklagten rechnen, starteten sie am frühen Mittwochabend eben an jenem Ostkurvensaal eine Demonstration durch Bremen. Nach Polizeischätzungen nahmen rund 800 Menschen an der Demo teil. Bis auf vereinzelte Flaschenwürfe und einer Böllerzündung blieb die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle.

Ein Ziel hatten die zahlreichen Fanvereinigungen, die den Großteil der Demo-Gruppe darstellten, allein mit ihrem Marsch durch das Bremer Viertel bis zum Amtsgericht, wo es zu einer Abschlusskundgebung kam, schon erreicht. „Mit der Demo wollten wir die Aufmerksamkeit erreichen, damit sich viele Bürger mit den Opfern des Überfalls solidarisieren und so ein Bewusstsein dafür schaffen“, sagte Thomas Gefken vom Bremer Fanprojekt. Neben der Werderaner Ultra-Szene und vielen anderen Fangruppen schlossen sich auch viele Bürger mit ihren Kindern der Demo an. Zudem nahmen auch einige Personen aus dem linken Spektrum am Protestmarsch teil. „Wir möchten den Opfern mit dieser Aktion ein gutes Gefühl geben und zeigen: Ihr seid nicht allein“, sagte Gefken.

Opfer und Zeugen waren nach dem Überfall aus dem Jahr 2007 noch so eingeschüchtert, dass sie damals keine Anzeige erstatteten. Die Ermittlungen kamen erst ins Rollen, nachdem der WESER-KURIER über den Überfall berichtete und damit ein bundesweites Medienecho auslöste. Die Staatsanwaltschaft ermittelte daraufhin jahrelang, so dass der Prozessauftakt erst mehr als viereinhalb Jahre nach der Tat stattfand. Im Vorfeld des Prozesses sollen Zeugen immer wieder bedroht worden sein. Die sieben Angeklagten müssen sich wegen schwerer Körperverletzung und Hausfriedensbruchs verantworten. Richter Hans Ahlers hatte zum Prozessauftakt vorgeschlagen, dass Verteidiger, Staatsanwalt und Richter sich auf Geldstrafen einigen.

Fotostrecke des Weser-Kuriers hier.

Bericht von Radio Bremen und buten un binnen [hier] und [hier] inklusive Kurzbericht zu dem KC-Konzert in Oslebshausen, mit anschließendem Interview.
Bilder der Demo von radiobremen hier.

Der Redebeitrag des Fanprojektes Bremen ist hier zu lesen.

Weser Kurier: Interview mit Fußballrecht-Experte Björn Schiffbauer – „Werder hätte längst Stadionverbote verhängen müssen“


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