Adieu, gemeiner Hausschwamm

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Gekauft ist die Buchte schon, im April soll sie saniert werden. Die Naturfreunde haben 370.000 Euro gesammelt, jetzt fehlen „nur“ noch gut 100.000

Der Kaufvertrag mit der Stadt ist unterschrieben, heute Abend steigt die Party – das Jugendhaus Buchte gehört seit Donnerstag dem Verein Naturfreunde Bremen. 130.000 Euro musste er für das Grundstück aufbringen, Steuern und Notarkosten verschlangen weitere 20.000 Euro.

Für das Haus selbst musste der Verein nichts bezahlen. Als Immobilie hat das Gebäude, da marode, keinerlei Wert. „Für uns hat das Haus aber natürlich einen Wert“, sagt Jens Singer, einer der beiden hauptamtlichen Mitarbeiter der Buchte. Seit 1973 nutzen die Naturfreunde das Gebäude für Jugendarbeit. Wegen der für ein Jugendzentrum eher ungewöhnlichen City-Lage – das Haus liegt direkt hinter dem Landgericht an der Domsheide – ist es Treffpunkt für Jugendliche aus ganz Bremen.

Im Moment verursacht der Altbau in der Buchtstraße aber vor allem Kosten. 330.000 Euro wird seine Sanierung erfordern. Damit das Haus dem „gemeinen Hausschwamm“ fortan keine Angriffsfläche bietet, soll es energetisch saniert werden. Neben der Schwammbekämpfung wird das Dach erneuert, Wände versetzt, der Keller trockengelegt. „Außerdem soll das Haus nach der Sanierung barrierefrei sein“, sagt Singer. Auch die Toiletten werden ausgebaut, „es gibt einfach zu wenige“, sagt der Jugendbetreuer – ein Hinweis auf die intensive Nutzung des Hauses durch zahlreiche Gruppen und Einzelbesucher.

Während der Sanierung wird der Betrieb des Jugendhauses nur eingeschränkt möglich sein. „Wir wussten, was auf uns zukommt und die pädagogischen Schwerpunkte so gelegt, dass sie nicht auf das Haus angewiesen sind“, sagt Singer.

Bis die Handwerker kommen, dauert es noch eine Weile. Rund 117.000 Euro fehlen den Trägern für die Instandsetzung des Hauses. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das Geld zusammenbekommen“, sagt Singer. Schließlich habe man bereits zwei Drittel der Summe zusammen. Im kommenden Frühling soll die Sanierung beginnen.

Finanziert wird das Projekt durch die Stiftung „Wohnliche Stadt“ sowie Spenden und zinslose Darlehen von Förderern. Frühere Nutzer, die mittlerweile über gutbürgerliche Einkommen verfügen und Eltern heutiger Besucher, haben sich beteiligt, Bankkredite wurden nicht aufgenommen.“Da sind wir sehr stolz drauf“, sagt Singer. Zurückzahlen müssen die Träger das Geld trotzdem: In zehn Jahren soll das Haus schuldenfrei sein.

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