Versteckspiel mit rechter Band

kopiert von bremer-anzeiger.de

“Deutsche Jungs Tour“ nennt die rechte Bremer Rockband „Kategorie C (KC) – Hungrige Wölfe“ ihre aktuelle Konzertreihe mit der sie bundesweit unterwegs ist. Jetzt plant die Gruppe um Sänger Hannes O. ein „Heimspiel“: Am 26. November soll es ein Konzert im Bremer Raum geben. Das Innenressort hat bereits Betreiber von Vereinsheimen und Veranstaltungszentren vorgewarnt.

Mitte Juni waren die gewaltverherrlichenden Texte der Bremer Band, die sich nach der Polizeibezeichnung für besonders gewaltsame Fußballfans Kategorie C nennt, bereits einmal in der Hansestadt zu hören: Damals wurde das Vereinsheim des Sportvereins Grambke-Oslebshausen gebucht – angeblich für eine private Feier. Erst als rund 300 Gäste aus dem Hooligan- und rechtsextremen Milieu auftauchten wurden die Betreiber des Vereinsheim stutzig und riefen die Polizei. Letzterer fehlte allerdings die rechtliche Handhabe, um gegen das Konzert vorzugehen.

Inhaber sind gewarnt
Dieses Mal soll sich das so nicht wiederholen: „Wir haben im Vorfeld Inhaber entsprechender Lokalitäten angeschrieben und sie davor gewarnt, dass die Band unter falschen Angaben einen Auftrittsort suchen könnte“, berichtet der Sprecher des Innenressorts, Rainer Gausepohl. Genau das wollen auch der Hotel- und Gaststättenverband Bremen (Dehoga) und die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) erreichen: In einem gemeinsamen Ratgeber machen sie aktuell Gastronomie-Inhaber auf neonazistische „Feiertage“ und Symbolik aufmerksam. Ziel des Ganzen: Anbieter von Veranstaltungsräumen sollen für mögliche Anmietversuche von rechten Gruppierungen sensibilisiert werden. Allerdings bleibt ein generelles Problem: „Wir können derartige Veranstaltungen wie das jetzt geplante Konzert nicht einfach verbieten“, erklärt Gausepohl.

Verbot ist schwierig
Und tatsächlich ist genau dieser Versuch erst kürzlich in Bayern gescheitert: Ein bereits von der Gemeinde Kirchweidach ausgesprochenes Konzertverbot wurde Anfang November vom Verwaltungsgericht München einkassiert. Nur durch daraufhin verordnete strikte Sicherheitsauflagen konnte der Auftritt letztlich dennoch verhindert werden.

Auftrittsort noch unklar
Auch in Bremen werde nun geprüft, das Konzert der Hooligan- Band mit strengen Auflagen zu begleiten – allerdings steht das Innenressort dabei vor einem Problem: „Zunächst einmal müssen wir natürlich wissen, wo das Ganze stattfinden soll,“ erklärt Gausepohl. Genau daraus machen die Rechtsrocker allerdings regelmäßig ein Geheimnis, das oft erst am Auftrittstag selbst gelüftet wird. Dennoch sei man vorbereitet, sagt Gausepohl: „Da noch nicht klar ist, ob die Band in Bremen oder dem Umland aktiv werden will, arbeiten niedersächsische und Bremer Polizisten eng zusammen.“ Man sei sich der Bedeutung der Band in der Szene sehr wohl bewusst. Tatsächlich tritt „Kategorie C“ in Bremen regelmäßig in Erscheinung – beispielsweise im alljährlichen Verfassungsschutzbericht: „Die Band ist besonders wegen ihrer gewaltverherrlichenden Lieder in der Skinhead-Szene beliebt und trat in der Vergangenheit zusammen mit rechtsextremistischen Skinhead-Bands bei Konzerten auf“, ist darin zu lesen. Insbesondere der Kopf der Truppe, Hannes O., ist dabei kein Unbekannter: Erst kürzlich war er einer der Mitangeklagten im Prozess um einen rechten Überfall auf den Ostkurvensaal.

kopiert von bremer-anzeiger.de