Warnung vor der Out of Action – Gruppe!

Am 17.11. erschien auf endofroad ein Artikel unter dem Titel Out of Action ab dem 24. November.
Endlich ist es soweit, Bremen hat nun auch eine Anti-Repressionsgruppe, heißt es im ersten Satz des Artikels. Diese sich als Erste Bremer Antirepressionsgruppe bezeichnende Gruppe, will für den Zeitraum der Castorproteste, in Anlehnung an Out of Action, einen ‚emotionalen Support‘ per Mail zu Verfügung stellen.
Nun ist es zunächst mal so, dass es in Bremen schon lange funktionierende, bekannte und untereinander vernetzte Antirepressionsstrukturen gibt. Hier sind die Rote Hilfe Ortsgruppe Bremen und der Ermittlungsausschuss (EA) Bremen zu nennen. Diese Gruppen setzen sich vor allem mit den juristischen Folgen von Repression auseinander. Die emotionalen Folgen können dabei auf der Strecke bleiben. Deswegen ist die Gründung einer Out of Action-Gruppe eigentlich zu unterstützen, denn die emotionale Begleitung der Betroffenen von Repression ist genauso wichtig wie die Juristische.
Auf Grund der Formulierung des eingangs genannten Artikels, gehen wir davon aus, dass es bislang keine Vernetzung mit bestehenden Antirepressionsgruppen gegeben hat. Dabei wäre die Vernetzung von Antirepressions- und Out of Action-Gruppen, die Voraussetzung für einen ganzheitlichen Umgang mit Repression. Eine Unterscheidung der Begriffe Antirepression und Out of Action ist sinnvoll, um solchen sprachlichen Verwirrungen, wie Bremen hat nun auch eine Anti-Repressionsgruppe entgegenzuwirken.

Verantwortung, Transparenz und Vertrauenswürdigkeit ist bei der Arbeit mit Betroffenen von staatlicher Gewalt besonders wichtig. All das ist bei dieser Gruppe nicht zu sehen! Öffentlich ist diese Gruppe bisher nicht in Erscheinung getreten: Es gab keine Veranstaltungen, es gibt keine Kontaktmöglichkeit für persönliche Gespräche, es ist unklar aus welchen Strukturen diese Gruppe entstanden ist. Die alleinige Erreichbarkeit per Mail, bei einem kommerziellen, nicht vertrauenswürdigen Provider (web.de), ohne PGP-Key, stellt sogar eine enorme Gefahr dar. Hier wird gut gemeinte Initiative für Betroffene im schlechtesten Fall zum Strick.
Bei der Out of Action -Arbeit geht es darum, Erlebtes zu verarbeiten, dabei kommt es häufig zu detaillierten Berichten, die in den falschen Händen für einen Selbst oder Andere zur Gefahr werden können. Liegen, wie in diesem Fall, solche brisanten Informationen unverschlüsselt bei web.de, sind sie für Ermittlungsbehörden leicht zugänglich.

Zusammenfassend gesagt: Vor der Kontaktaufnahme mit dieser Gruppe kann (zur Zeit) nur gewarnt werden!

Solltet ihr während der Castortage die Unterstützung einer Out of Action -Gruppe brauchen, wendet euch an die Struktur vor Ort. Diese wird über die gesamte Zeit in Dannenberg auf der EESSO-Wiese für persönliche Gespräche für euch da sein (und euch bei Bedarf auch bei der Suche nach einem vertrauensvollen Kontakt in eurer Nähe helfen).


6 Antworten auf „Warnung vor der Out of Action – Gruppe!“


  1. 1 so what 22. November 2011 um 16:09 Uhr

    Also jetzt mal ehrlich… wer auch immer die Verfasser*innen dieses Textes sind… Diese Gruppe ist meiner meinung nach noch in ihren Kinderschuhen, und da niemand bisher sich mit den Menschen die dahinter stehen ausseinander gestzt zu habn scheint finde ich jegliche abverurteilung im vorraus unnötig, unsolidarisch und sehr destrkutriv. Sicher wird hier klar aufgezeigt das bei dieser Gruppe sicherheitsmängel (auf den ersten blick) am start sind, aber wurde den überhaupt getestet ob da auf ein erstes anschreiben nicht ein Schlüssel gesendet wird?… Ich finde es äusserst unsinnvoll solch eine Gruppe niederzumachen nur weil sie sich in den festgefahrenen Bremer Strukturen noch nicht etabliert hat. soviel dazu. Wartet doch erstma ab was da kommt, ob es da nicht sowieso nur persönliche Gespräche gibt oder so. Aber naja. erstma draufhaun undso.Ich hab mir dei Seite angeguckt, seh da nur ne Seite im Aufbau, und denk mir das die einfach present sein wolln. Nur weil die noch keine PR Tour gestartet haben ey.. gebt neuen Gruppen/Menschen mit Ideen doch mal mehr Chancen. Damit auch den Betroffenen von Repression.

    Solidarische Grüsse

  2. 2 vorsicht ist die mutter der... 22. November 2011 um 21:04 Uhr

    aber trotzdem ein kleiner hiniweis, wie’s auch anders gehen kann:
    ist doch wunderbar, wenn es menschen gibt, die eine „out of action“-gruppe gründen. wenn es dann offensichtliche mängel bei der sicherheit oder andere offene fragen gibt, wäre doch gibt es doch wege, die für alle angenehmer sind, als eine warnung zu posten, die ja so ne neue gruppe schlimmstenfall erstmal fett stigmatisiert, z.b.:
    - mail an die neue grupppe – treffen abmachen
    - kritikpunkte besprechen, vielleicht ne öffentliche veranstaltung anregen (bei emotionaler betreuung ist transparenz schließlich wichtig, also, dass ich weiß, wer sich da mit meinen scheiß-erlebnissen beschätftigt – per mail scheint mir eh ziemlich ungünstig – ne nette mail ist nicht grad das, wonach einer nach bullengewalt ist, da brauchts schon echte ansprache)
    - wenn keine reaktion kommt oder geschniegelte typen mit knopf im ohr zum treffen kommen, ist eine warnung vielleicht angebracht
    für einen solidarischeren umgang – insgesamt und mit neuen projekten!

  3. 3 nun ja... 24. November 2011 um 1:19 Uhr

    der Text ist sicherlich erst mal eine kalte Dusche für die PR-Gruppe. Aber von einer „Abverurteilung“ o.ä. zu sprechen, geht dann doch zu weit. Es wird ja sogar explizit von einer „gut gemeinten Initiative“ gesprochen, und die Warnung wird in erster Linie auf eine Kontaktaufnahme bezogen sowie auf „zur Zeit“ begrenzt. Wenn das (trotzdem) krass rüberkommt, liegt das vielleicht auch einfach daran, dass nun mal viele Fehler gemacht wurden. Und vor denen muss bei einem so sensiblen Thema auch deutlich gewarnt werden.

  4. 4 schnell gewarnt nur halb besonnen? 24. November 2011 um 11:48 Uhr

    dass die neue „outofaction“-gruppe vor ihrer gründung keinen kontakt zu den bestehenden antirepressionsgruppen aufgenommen hat und unsichere kommunikationswege empfiehlt ist natürlich problematisch. dass im vorfeld von einer geplanten gründung nichts zu hören oder sehen war wirkt auch nicht gerade vertrauenserweckend.

    insofern könnte es zum schutz betroffener schon sinnvoll sein möglichst schnell einen hinweis zur vorsicht rauszuhauen – z.b. als kommentar unter dem text der gruppe – dann aber erstmal kontakt aufnehmen und miteinander reden. eine warnung ohne genaues wissen kommt mir auch übertrieben vor. vorschläge zum sinnvollen umgang hat ja „vorsicht ist die mutter der…“ schon zusammengefasst.

    transparent und bei warnungen sowieso immer wichtig wäre auch zu sagen wer hier eigentlich warnt. der ea? die rote hilfe? outofaction wendland? besorgte einzelne? oder endofroad selbst (@endofroad: bitte achtet doch darauf dass bei artikeln zu erkennen ist ob sie von euch oder anderen kommen)?

  5. 5 und... 27. November 2011 um 19:02 Uhr

    …die mailadresse vom rechtegewaltstoppen-bündnis is auch eine gmx-welche.

    aber da kennt ja jede*r aus „der szene“ irgendwen von. da is das dann schon wieder ok und seriös egal.

    das is jetzt nur ein beispiel und ich finde, dass zum disqualifizieren einer gruppe schon mehr gehört als hören-sagen und wir alle auf solidarität angewiesen sind.

    solidarität kann unsere waffe sein!

  6. 6 Denunziator_in 29. November 2011 um 16:44 Uhr

    Liebe Basisgruppe Antifaschismus,
    Wer einen solchen Text veröffentlicht muss auch die Folgen tragen. Mit solch einem Text wird der Gruppe ein extrem schlechtes Image angehängt, von welchem es sich schwer loseisen kann. Ihr habt es offensichtlich nicht auf eine Verbesserung der Lage abgesehen, sonst hättet ihr die Initiative ja direkt, ohne öffentliche Denunzierung, angeschrieben und auf die Fehler hingewiesen.
    Wenn ihr dies aber in Kauf nehmt, dann schreibt doch wenigstens euren Namen drunter! Oder wolltest ihr für sowas nun doch nicht gerade stehen?
    Ich hoffe ich tue euch nun nicht auch Unrecht. Ich habe euch gerade genauso wenig vorher angeschrieben. Ich habe nur entdeckt, dass ihr den Text auf eurer Facebookseite gepostet habt und vermute daher, dass ihr auch die Verfasser_innen seit.

    Ein MEnsch mit Riseup Adresse, PGP Key und intaktem Szenenetz

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.