Warnung rEloAded!

Als wir vor einiger Zeit hörten, dass sich in Bremen eine „Out of Action“-Gruppe gegründet hat, waren wir erstmal sehr positiv überrascht. Auch wir haben in unseren Gesprächen mehrfach festgestellt, dass es hier eine Lücke gibt, die es zu schließen gilt, und haben uns auch schon einige Gedanken zu diesem Thema gemacht. So weit so gut.
Trotz der Diskussion, die es zu bzw. über diese Gruppe („Psychische Repression?“ – PR) bereits gegeben hat, haben wir uns noch nicht zu Wort gemeldet. Wir möchten und müssen das jetzt nachholen, da wir leider auch nur davon abraten können, sich als Betroffene an die Gruppe zu wenden.
Einige unserer Kritikpunkte sind schon erwähnt worden, wir wollen sie jetzt aber nochmal an- und in einen eigenen Kontext bringen.
Uns war es wichtig, als ersten Schritt den direkten Kontakt zu der „PR“ zu suchen. Zweimal haben wir zum Vernetzungsgespräch eingeladen, zweimal tauchte keine_r auf, und es ging auch niemand auf unsere Anfragen ein – offensichtlich ist das Interesse diesbezüglich gering. Also jetzt die „Kommunikation“ über das öffentliche Medium. Unschön aber notwendig.
Der Umgang mit der Kritik, die schon durch Kommentare bei end of road deutlich wurden, ist quasi nicht vorhanden. Auf der Homepage der Gruppe wird das Thema weder aufgegriffen, noch behandelt.
Die bereits mehrmals thematisierten technischen Sicherheitsmängel stehen in direktem Kontrast zu dem als „Vertraulich“ beschriebenen Umgang mit Informationen auf der Homepage der PR.
Schwierig finden wir auch die Pauschalisierung des Themas psychische Folgen von Repression im Selbstverständnis der PR sowie des Angebots – Was wird genau „angeboten“? Gibt es Vernetzungsmöglichkeiten zu z.B. Traumatherapeut_innen? Was ist in dem Bild des „Auffangens“ enthalten – Was können die betroffenen Aktivist_innen überhaupt erwarten? Ist z.B. den Initiator_innen dieser Gruppe klar, dass das Gespräch „bei einer Tasse Kaffee“ zu Retraumatisierungen führen kann?
Es ist wichtig, dass Betroffene wissen, was sie erwartet und sie selbst erwarten können.
Das Gesamtverhalten lässt uns vermuten, dass nicht die notwendige Erfahrung im Umgang mit betroffenen, v.a. traumatisierten Aktivist_innen oder sonstige „Qualifikationen“ auf diesem Gebiet vorliegen.

Euer EA


1 Antwort auf „Warnung rEloAded!“


  1. 1 Vielen Dank 24. Dezember 2011 um 12:40 Uhr

    Schön, dass Ihr mit dem Thema verantwortungsvoll umgeht und Euch um Kontakt bemüht habt. Ebenso, dass hier mal eine unterzeichnete Erklärung veröffentlicht wird, so dass es möglich ist, mit den Autor*innen Kontakt aufzunehmen und ihnen Fragen, Anregungen und Kritik zukommen zu lassen.

    Bleibt zu hoffen, dass andere das Thema Activist Trauma aufgreifen werden, um auch in Bremen Support-Strukturen, eine Out of Action-Gruppe oder ähnliches zu schaffen.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.