Wir waren zwar nicht eingeladen…

…haben uns aber aus guten gründen zur auftaktvorstellung des „bremer weihnachtscircus“ blicken lassen.

Seit dem 22.12.2011 gibt es an der nordstraße ecke waller ring nun die vorstellungen mit „wildtieren“ in aufgezwungenen artwidrigen verhaltensweisen zu begaffen. Die bremer politik sah sich lange nicht in der lage die vom bundesrat schon 2003 gefasste „entschließung zum verbot der haltung bestimmter wildlebender tierarten im zirkus“(1) umzusetzen. Dies soll nun nachgeholt werden. So forderte die stadtbürgerschaft „den Senat auf, bis zur Einführung eines solchen bundesweiten Haltungsverbots die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen“(2). WANN nun WAS auch immer passiert???
Jedenfalls stellt die städtische wirtschaftsförderungsgesellschaft den tierausbeutern ein grundstück, direkt an der vielbefahrenen nordstraße, bereit. Auch „nordwest ticket“ verdient mit und übernimmt den kartenvorverkauf, ohne sich zu schämen die tierbildverzerrenden verkaufsphrasen des circus zu verbreiten. Kostprobe: „Zu den ganz großen Publikumslieblingen werden sicher Itchy und Scratchy zählen, die beiden entzückenden Kalifornischen Seelöwen, die sich in der Hansestadt im hohen Norden bestimmt sehr heimisch fühlen werden“ (vergl. x und u).

Naja, soviel dazu. Jedenfalls fanden wir uns ab 14h30 vor ort ein. Nach inaugenscheinnahme der induskutablen verwa(h)rung der tiere postierten wir uns mit schildern am eingang. Leute aus der „vegan connection“ verteilten tarnkappenbroschüren zu den hintergünden und zuständen von tierausbeutung im zirkus, mit kapiteln über die blutspur der „tierbesorgung“, die quälereien während der „zähmung“ und dem „dressieren“, der haltung und rechtlichen grundlagen, die dieses alles möglich machen. Der zuspruch der besucher*innen beschränkte sich auf beschämtes wegkucken und ein paar, fast unsichtbare, zunicker. Das personal blieb bei dem versuch uns durch halbherziges auslachen zu demotivieren erfolglos und wir beendeten unsere aktion nachdem alle im zelt verschwunden waren.

(1) http://www.bmelv.de/cae/servlet/contentblob/383104/publicationFile/22248/Tierschutzbericht_2007.pdf siehe punkt 2.1

(2) http://www.bremische-buergerschaft.de/fileadmin/user_upload/Dateien/plenar/BESCHL_6_Stadt.pdf siehe punkt 4

Broschüre: http://www.tierbefreier.de/flyer/zirkus.pdf


4 Antworten auf „Wir waren zwar nicht eingeladen…“


  1. 1 okudera 03. Januar 2012 um 23:45 Uhr

    Naja, mehr als auslachen, fällt mir bei dieser Aktion auch nicht ein. Schon mal in einem Maststall gewesen, oder eine Treibjagd gesehen? Da sehe ich keine Demos, woran liegt das, größere Lobby als der Zirkus? Bei den Tieren in Bremen konnte ich keine Misstände feststellen. Es gibt soviele Dinge wofür es sich lohnt zu demonstrieren. Außerdem sind es keine Wildtiere,die sind in Europa geboren. Wollt ihr sie aussetzen? Warum nicht mal in OT vor einer Wohnug demonstrieren wo unwürdig eine Dogge untergebracht ist.

  2. 2 Sahlenburgnixe 06. Januar 2012 um 23:40 Uhr

    ich kann Okudera nur zustimmen, hier wird ohne Hintergrundwissen gegen Zirkusunternehmen mit Tieren gehetzt. Die wirklichen Tierquäler verstecken sich und ihre Tiere. Und Menschenquäler verstecken sich hinter dem Vorwand des Gutmenschenseins……..

  3. 3 grün-schwarzerStern 08. Januar 2012 um 16:57 Uhr

    @ okudera: hatten wir dieses gespräch nicht gestern am zirkus? auch wenn ich mich irre:
    DU konntest bei den tieren in bremen keine mißstände festsetellen. ich sage: das liegt am persönlichen maßstab. 3oder4 kamele auf 50qm, halbüberdacht und direkt an der nordstraße. verglichen mit den zuständen eines maststalles, weniger schlimm. verglichen mit dem standpunkt: artgerecht ist nur die freiheit! sind das unvertretbate zustände.
    und mir vorzuwerfen, ich bin nicht öffentlichkeitswirksam aktiv gegen mastställe und treibjagden, da die lobby dieser industrien mir das hirn f****, also bitte…

    @ sahlenburgnixe: wie kommst du denn darauf, daß wir in unsere aktionen ohne vorherige beschäftigung mit den themen und anlässen durchführen? und was ist mit dem vorbringen von argumenten und der äußerung von meinungen in diesem fall denn an hetze gelaufen? der vorwurf der tierquälerei an zirkusbetreiber*innen die „ihre“ tiere so halten wie der „bremer weihnachtscircus“ ist berechtigte kritik.
    eine problematik hast du unbewusst gut angesprochen. hier verstecken sich die tierquäler*innen nicht und scheinen das auch nicht zu brauchen, die tiere werden noch vorgeführt und die üblen haltungsbedingungen können gegen extrakohle begafft werden. das problem ist doch, daß die gaffer*innen sich ihrer schuld gar nicht bewusst sind! deshalb betreiben wir keine hetze, sondern liefern informationen um eine bewusste entscheidung zu ermöglichen.

  1. 1 [ZirkusZirkus] Gegen Kriminelle Tierrechtler | urban aid blog Pingback am 05. Januar 2012 um 12:42 Uhr
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