Anti ACTA Protest Bremen

11. Februar 2012 | 15 Uhr | Hauptbahnhof Bremen

Demonstration gegen das geplante Papier Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA)

checkt facebook.com

Was ist ACTA?
Die Abkürzung ACTA steht für das geplante Handelsabkommen zur „Abwehr von Fälschungen“ „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ und ist ein Gesetz, welches aus der teils geheimen Zusammenarbeit von 37 Staaten entstanden ist.

Das Ziel von ACTA ist es, ein Instrument gegen Produktpiraterie zu schaffen und somit Urheberrechte zu stärken. Experten fordern schon lange eine Überarbeitung des deutschen Urhebergesetzes, welches noch aus dem Jahre 1965 stammt. Jedoch bedeutet ACTA keine Überarbeitung im Sinne der Experten, sondern eine Verschärfung des bisher bestehenden.
So soll ACTA z.B. Internetprovider in die Pflicht nehmen, ihre Nutzer zu überwachen, anderenfalls würden die Provider selbst für Verstoße Ihrer Nutzer haftbar gemacht werden.
Außerdem soll ACTA Unternehmen die Möglichkeit bieten eigene Urheberrechte besser schützen zu können. Jedoch ist die Formulierung ACTA´s in diesen Fällen viel zu ungenau.
So können z.B. die Provider direkt durch ein Unternehmen angewiesen werden, Nutzerdaten bei Urheberrechtsverletzungen herauszugeben oder angebliche Plagiate direkt vom Zoll blockieren zu lassen, ohne das dabei ein Gericht zwischengeschaltet wird.
So hätte ein Konzern wie Apple die Auslieferung von Samsung Tablets ohne langen Rechtsstreit sofort verhindern können.

Neben den ganzen schwammigen Formulierungen ist das Hauptpoblem von ACTA, dass es weitgehend hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde. Selbst bis heute, 6 Jahre nachdem zum ersten Mal über die Vereinbarung gesprochen wurde, sind noch nicht alle Details des Abkommens an die Öffentlichkeit gedrungen. Dies macht ACTA zu einem extrem undemokratischen Abkommen. Mitte Januar segnete der EU-Rat die Vereinbarung, während einer Sitzung des Fischereiausschusses ab, am 26. Januar unterschrieben 22 der 27 EU-Staaten. ACTA sollte also, bis es zu großen Protesten in Polen kam, still und heimlich abgesegnet werden.
Ich frage mich, mit welchem Recht darf ein solcher Vertrag hinter verschlossenen Türen verabschiedet werden?! Und wer übernimmt die Verantwortung dafür? Niemand kann und will einen solchen Vertag verantworten! Oder haben wir als Deutsche aus unserer Geschichte nicht genug gelernt? Wie weit ist ein solcher Vertrag von einem neuen Reichsgesetzblatt oder einem Überwachungsstaat entfernt?
ACTA wird für die nächsten Jahre die Richtung in Sachen Urheberrecht vorgeben. Sollte man ein veraltetes Gesetz nicht besser überarbeiten, anstatt auf dessen Grundlage neue Verträge aufzusetzen?
Aus diesen Gründen darf ACTA nicht zu Stande kommen!
Wir fordern: Stoppt ACTA!!!

Quelle: piratenpad.de


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siehe auch:


20 Antworten auf „Anti ACTA Protest Bremen“


  1. 1 Marl Karx 05. Februar 2012 um 19:36 Uhr

    Die Bildsprache auf dem Plakat kann man ja nur als antisemitisch bezeichnen.
    Die böse Krake die die Welt beherrscht. Und soviel Dummheit bekommt hier auch noch Raum geboten!
    Webnerds, Facebook abschalten!

  2. 2 Mathis 05. Februar 2012 um 22:48 Uhr

    ich warte nur darauf dass jemand auf die antisemitische Bildsprache zu sprechen kommt.

  3. 3 Jeffrey 06. Februar 2012 um 11:55 Uhr

    Das Verwenden dieses antisemitisch aufgeladenen Bilds der Krake, die die Welt im Würgegriff hält, ist abstoßend.

    http://www.publikative.org/2010/07/22/krake-200/

  4. 4 wenn Bilder sprechen... 06. Februar 2012 um 15:16 Uhr
  5. 5 Antisemit 06. Februar 2012 um 16:48 Uhr

    Finde das Plakat sehr gelungen. Ich hoffe nur, dass die Kameraden der Grafikabteilung auch das Copyright des Stürmers berücksichtigt haben – sonst könnte es teuer werden. Siehe das Orginal: http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/008.jpg

    --

    Ich hoffe ihr versteht Ironie.

  6. 6 Simon W. 06. Februar 2012 um 18:24 Uhr

    So scheiße acta auch ist, das Motiv auf dem Plakat(?) disqualifiziert die Veranstalter_innen der Demo völlig. Das Motiv, des die Welt umspannenden Kraken, ist ganz klar antisemitisch besetzt. Ein ganz lesbarer Artikel dazu: http://www.publikative.org/2010/07/22/krake-200/

  7. 7 Stopp Acta 06. Februar 2012 um 23:02 Uhr

    Die Bildsprache ist wirklich mehr als unglücklich gewählt. Es ist wichtig diese als strukturell antisemitisch zu benennen. Ich hoffe aber, dass sich trotzdem viele, gerade aus der radikalen Linken, an den Protesten beteiligen. Solch ein Anliegen soll doch nicht an dieser idiotischen Karikatur scheitern…

  8. 8 Bremer 07. Februar 2012 um 1:46 Uhr

    Also das plakat stammt aus amerika. wir haben heute ein piraten angeschnackt und auch er bedauert die zusammenhänge. und was dann doch im hinterkopf bleiben sollte ist der begriff datenkrake

  9. 9 Enlightenment 07. Februar 2012 um 13:22 Uhr

    Folgerichtig wird nach der Einleitung durch das Bild, die dümmlichkeit des Aufrufs nur noch getoppt, indem ein Protest gegen dieses Gesetz mit Auschwitz begründet wird:

    „Oder haben wir als Deut­sche aus un­se­rer Ge­schich­te nicht genug ge­lernt? Wie weit ist ein sol­cher Ver­trag von einem neuen Reichs­ge­setz­blatt oder einem Über­wa­chungs­staat ent­fernt?“

    Es macht nicht den Anschein, als ob sich von diesen Leuten mit der Geschichte beschäftigt wurde, geschweigedenn etwas „gelernt“. Dies spiegelt sich natürlich sowohl in der Nutzung der Krake, als eindeutig antisemitisch konotiertes Bild, als auch in dem zitierten Satz, der in wiederlichster weise die deutsche Geschichte zu einem Lehrbuch für Proteste gegen irgendwelche Gesetze macht.

    Youtube Politiker_innen bitte verschont uns mit eurem Gewäsch und der Angst vor der großen Krake!

  10. 10 Bremer 08. Februar 2012 um 0:27 Uhr
  11. 11 Bremer 08. Februar 2012 um 21:53 Uhr

    Offizielle Stellungnahme zu den Antisemitismus vorwürfen

    Da in letzter Zeit so viele Vorwürfe gegen die Organisatoren und helfenden Gruppen/Einzelpersonen laut geworden sind möchten wir hier Kurz dazu eine Stellungsnahme veröffentlichen.

    Hiermit DISTANZIEREN wir uns von jeglichen Antisemitismus vorwürfen und wollen darauf hinweisen dass wir nichts mit Personen/Gruppen aus so einem Umfeld zu tun haben wir wollen eine Bunte Gemischte Demo haben !!!
    Die auf ein Heikles Thema hinweisen soll: ACTA
    Die Bildsprache der Krake ist nicht optimal gewählt, doch sollte hier zu bedenken sein, dass es sich um eine Datenkrake handelt und die Krake keinerlei Antisemitische Äußerungen ausstrahlen soll!!

    Die Krake wird schon seit 2 Jahren von Datenschutz Gruppen verwendet. Sie symbolisiert die Datenkraken welche jegliche Regierung/Lobby darstellt.
    Es gibt zu dem andere Karikaturen die auch Kraken aufweisen.
    http://vulgararmy.com/
    http://vulgararmy.com/post/386927821/the-following-cartoon-is-by-gib-crockett-and
    http://vulgararmy.com/post/388290200/how-communism-works-1938
    http://vulgararmy.com/post/388293340/french-cartoon-in-1945-showed-hitler-as-an-octopus
    http://www.gruene-kreis-harburg.de/uploads/pics/63_7274_Krake_400×200.JPG

    Gegen Jeden Antisemitismus

    Die Veranstalter und Aktions Gruppe West

  12. 12 pädl 09. Februar 2012 um 5:39 Uhr

    also… wenn wir jetzt keine kraken mehr auf postrern verwenden dürfen, dann sollten wir jetzt auch aufhören dosenöffner zu benutzen, wenn wir konserven öffnen (ham‘ die nazis auch gemacht), stiefel zu tragen, wenn es kalt ist (ham‘ die nazis auch gemacht), feuer zu machen, wenn wir ohne herd was kochen wollen (ham‘ die nazis auch gemacht), bier zu trinken (machen die nazis heute noch gern‘)…….

  13. 13 Robby 09. Februar 2012 um 18:28 Uhr

    Ich bin Pirat und hatte bei der Krake von Beginn an ein ungutes Gefühl, konnte das aber nicht näher benennen. Vielleicht hatte ich eine vage Erinnerung an solche Karikaturen. Aber natürlich habe ich nie den Stürmer gelesen, wie das kein geistig gesunder Mensch ohne Bildungs- bzw. Forschungsmotiv tut. Ich denke, hier Antisemitismus zu unterstellen, ist absolut überinterpretiert. Evtl. mag beim Künstler eine vage Erinnerung an solche Karikaturen bestanden haben?
    Da kaum jemand die unsägliche Stürmerkarikatur kennen dürfte, sehe ich auch keine reale Gefahr, dass antisemitische Ressentiments beim Betrachter geweckt werden.
    Es kommt mir – sorry – wie ein Rumreiten auf einem Thema vor, bei dem man sich auskennt, um sich nicht mit einem komplexen Thema auseinandersetzen zu müssen. „Piratenpartei? Alles rassistische Idioten!“ – Das macht es natürlich leicht, sich nicht mit der nicht ganz einfach zu fassenden Thematik ACTA beschäftigen zu müssen.
    Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn viele Menschen aus dem linksradikalen Spektrum die Demo mit ihren Flaggen und Transparenten begleiten würden. Dies ist keine Piratendemo und soll es auch nicht sein. Uns geht es um die Sache. Und da kann man als linksradikaler denkender Mensch eigentlich kein Befürworter von ACTA sein.

  14. 14 Anonymous 10. Februar 2012 um 18:43 Uhr

    Was habt ihr alle mit der Krake?
    Sie soll einzig und allein zeigen wie „ACTA“ die Welt umschlingt und von ihrer macht zerstört wird.

  15. 15 ich 10. Februar 2012 um 23:12 Uhr

    Macht euch mal nicht ins Hemd ihr Dogmatiker, da lach ich mich ja kaputt, Jedes Bild kann IMMER neu interpretiert werden, siehe allein die millionenfache Verwendung des Hakenkreuzes, bzw. was spricht denn gegen „antisemitismus“, solange man jeden ethnischen/religioesen oder aehnlich einfallslosen Verbund verteufelt?

    Anti alle andern und vor allem gegen dummdreiste Dogmatiker/innen hahahaha fuck innen und nicht aussen

  16. 16 ich 11. Februar 2012 um 16:17 Uhr

    warum sollte ich noch ne Antwort hinterlassen, wenn sie zensiert wird wie bei unserem Staatsapperat hahahah sowas von laecherlich, wahrscheinlich den bullen auf die fresse geben heute und wuerde ein neues system kommen die selbe repressionsmaschine instalieren nur n neues symbol oh mann sowas von inkonsequentes denken

    das ist das ende der Strasse -> oder die ewige wiederkehr des gleichen

  17. 17 Name 12. Februar 2012 um 2:19 Uhr

    traurig, das außer empörung über ein bild, keine (oder kaum) inhaltliche kritik an der anti-acta „bewegung“ geübt wird.

  18. 18 Richtige Kritik 15. Februar 2012 um 16:37 Uhr

    Bilder und Symbole können teilweise neu interpretiert werden, das kommt alles auf Kontext und Mehrdeutigkeit an.
    Politisch denke ich:
    es sind ja schon mehrere Abkommen in Arbeit mit
    - zivilrechtlichen
    - strafrechtlichen
    Ausrichtungen und Abkommen nach Ländern/ Regionen unterscheiden sich. Pacific, INEP, SOPA, PIPA, ACTA, u.a.
    Die Bereiche Arzneimittel und Saatgut werden auch nicht allein digital, sondern stofflich bearbeitet.
    Das ist also schon mal nicht eine einzige Krake.
    Für Europol- oder Interpol-Datenbanken könnte das Bild der Datenkrake schon passen, aber in diesem Zusammenhang sind es doch einige Datenbanken, einige Regierungsabteilungen und Ämter. Zum Glück!
    Die Stornierung bei Polen und anderen Ländern drückt zumindest auch bei den Herrschenden Uneinigkeit aus.
    Das Bild der Krake stimmt also nicht.

    Das Anonymous Spektrum sollte sich wirklich auseinandersetzen mit den übernommenen Vorstellungen von New World Order und so einer Denke, in der die Verschwörung einer kleinen Clique hinter allem steckt. Vor allem verhilft einem so ein Denken nicht zur Selbstermächtigung. Mensch fühlt sich ohnmächtig und glaubt an die Verschwörung der Geheimen.

    Es ist so, dass es eben unterschiedliche Lebenslagen gibt, und Erwerbslose und Arbeiter und Arbeiterinnen erst mal unter einen Hut zu kriegen ist auch schon was.
    Jeder Chef reagiert etwas verschieden, doch alle unterliegen dem Kapitalismus.
    Je mehr wir in reale materielle Kämpfe reingehen, desto weniger kommen Verschwörungsideen auf.

    Andererseits wird ja dieser Protest v.a. motiviert von einer Empörung auf die Vorgehensweise der Herrschenden:
    „es wird etwas hinter verschlossenen Türen entschieden“
    „eine Wünsch-Dir-Was-Version ist geleakt“
    Ist ja auch so: die intransparenten Eliten sollten von uns direkt mit einem Ortstermin vor der Tür konfrontiert werden.
    Dann will ich aber auch die Konten und die Auftragsbücher der Firmen einsehen!
    Transparenz für alles und alle statt Free Porn!

  19. 19 . 22. Februar 2012 um 22:57 Uhr

    Ist es nicht eher antisemitisch, bei jeder Darstellung einer absoluten Macht an Juden zu denken? Es sind nicht Wörter und Bilder „böse“, sondern unter Umstaenden ihre Verwendung*. Bei hier eindeutig besetzten Symbolen wie Hakenkreuzen ist das natuerlich etwas anderes.

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    * dazu gibt es einen netten Sketch von George Carlin, den ich leider nicht wiederfinde

  1. 1 Anti ACTA Protest II « end of road Pingback am 21. Februar 2012 um 16:48 Uhr
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