Buchvorstellung mit Freerk Huisken: Der demokratische Schoß ist fruchtbar. Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus

Demokraten aus Politik und Öffentlichkeit können den (Neo-)Faschismus nicht kritisieren. Wie sollen sie auch den Nationalismus angreifen, auf dem der Faschismus gründet, wenn der für sie doch eine zentrale Produktivkraft ihrer demokratischen Herrschaft darstellt. Dafür grenzen sie ihn aus, kriminalisieren und verbieten ihn. Die auch bei den Bürgern verbreitete Ausländerfeindlichkeit wird dadurch nicht ausgeräumt. Wie auch, ist sie doch selbst ein Moment der hiesigen Ausländerpolitik. Auch die linke Antifa tut sich schwer mit der Kritik. Sie schließt sich der Enttarnung von Nazis-Codes, Nazi-Kleidung und ihrer Musik an; als würde sich jedermann von den neuen Nationaldemokraten sofort abwenden, wenn er sie nur identifizieren könnte. Besonders dann, wenn neue Faschisten ihre Kapitalismuskritik vortragen, fällt vielen Antifaschisten oft nur ein, dass diese „Wölfe“ sich mit „Schafspelzen“ verkleidet hätten. Das ist schlecht. Denn es gibt auch eine faschistische Kritik am Kapitalismus.
Zeit: 28. Februar 2012, 19:00 Uhr
Ort: Infoladen St. Pauli-Str. 10-12
Freerk Huisken, Der demokratische Schoß ist fruchtbar. Das Elend der Kritik am (Neo-) Faschismus, VSA 2012, 230 Seiten, 14,80€


4 Antworten auf „Buchvorstellung mit Freerk Huisken: Der demokratische Schoß ist fruchtbar. Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus“


  1. 1 nichtwichtig 13. Februar 2012 um 23:17 Uhr

    Ein wunderschönes Beispiel für „Argumentieren“ à la Gegenstandpunkt oder auch das Strohmann-Argument (https://de.wikipedia.org/wiki/Strohmannargument): Erst baue ich mir eine schöne Gegenposition – „die linke An­ti­fa“. Aus dem Fakt das Antifas den kulturellen Praxen von Nazis Auklärung über diese entgegensetzen* und einer Parole schließe ich dann mal schnell das „die Antifa“ den ganzen Tag nichts anderes macht als Broschüren über Nazicodes zu schreiben und Wolfspelzmetaphern zu pflegen. Im zweiten Schritt wird diese Position dann analysiert und kritisiert und zu dem Schluss gekommen „Das ist schlecht.“ Toll.

  2. 2 anon 17. Februar 2012 um 11:56 Uhr

    @nchtwichtig: zitat aus text: „fällt vielen antifaschisten“…

  3. 3 Still lovin Bambus! 21. Februar 2012 um 9:47 Uhr

    @Nichtwichtig:

    Du lieferst deinerseits wiederum ein typisches Beispiel für den Umgang deutscher Antifas mit Kritik.

    Statt Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Gesagten der formale Abweis „trifft mich gar nicht“. Na dann sei halt leise und macht weiter wie bisher. „Trifft auch die meisten anderen nicht“ wirst du dann sagen. Auch hier: Dann sag halt konkrekt WO die Kritik von Huisken die Sache Antifaschismus in Deutschland nicht trifft, anstatt das einfach abstrakt zubehaupten.

    Im übrigen, les halt das Buch. So detailliert wie Huisken sich da an Debatten innerhalb der Szene abarbeitet… das grenzt schon an maßlose Überrschätzung der Relevanz von Antifagruppen.

  4. 4 Still lovin Bambus! 23. Februar 2012 um 14:15 Uhr

    https://www.facebook.com/events/286294968105185/

    Der Facebooklink zur Veranstaltung.

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