Leiharbeitsmesse am 12. Mai

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Eine Rocky Horror Picture Show der besonderen Art findet am 12. Mai in der Waterfront statt. Die 13. Leiharbeitsmesse in Bremen. 20 Leiharbeitsfirmen preisen sich an, das Jobcenter schickt massenhaft Erwerbslose vorbei.
Einen deutlichen Beleg für die Gangsterschau der Lohndrückerbranche Leiharbeit ergibt die Antwort des Bremer Senats auf eine Anfrage der „Linken“ zur Situation der Leiharbeit in Bremen. Die wesentlichen Eckpunkte aus der Anfrage.
Leiharbeit steigt in Bremen rasant an. Lag die Zahl der LeiharbeiterInnen 2004 noch bei 3 400 Beschäftigten, stieg sie bis zum 30.6.2011 auf 12 167 an. Ca. 40 % aller über die Ämter (Agentur und Jobcenter) angebotenen freien Stellen sind Leiharbeitsplätze. Bei Männern sind 5,6 aller Beschäftigten in der Leiharbeit anzutreffen. Der Durchschnitt liegt bei 4,2 Prozent.
Dramatisch sind die Erkenntnisse zur Lohnhöhe. Im Zeitraum 2009 bis 2010 lag das Durchschnittseinkommen der LeiharbeiterInnen bei 52 Prozent des Durchschnitts aller lohnabhängig Beschäftigten. Wobei trotz aller „Erfolgsmeldungen“ aus dem Hause des DGB kein Anstieg festzustellen ist. Im Gegenteil: 2011 lag der durchschnittliche Bruttolohn aus Leiharbeit nur noch bei 51,5 Prozent, also eher absteigende Tendenz.
Knapp mehr als zwei Drittel aller Leiharbeitslöhne sind im Niedriglohnbereich angesiedelt. Erstaunlich ist die geringe Zahl der LeiharbeiterInenn, die ihr schmales Einkommen mit Hartz IV aufstocken (777 im Jahre 2011). Dies dürfte vor allem auf Unkenntnis oder die abschreckenden Wirkung der Jobcenter zurückzuführen sein.
Aus diesen Zahlen wird deutlich: Die Leiharbeit, zu zwei Dritteln im Niedriglohnbereich anzutreffen, frist sich mit großer Geschwindigkeit in die Betriebe hinein. Allein 6,4 Prozent der unter 25-jährigen LohnarbeiterInnen jobben in der Leiharbeit.
Leiharbeit gehört abgeschafft. Allein mit Tarifverhandlungen, Betriebsvereinbarungen oder dem Klageweg ist dies nicht zu erreichen. Hier sitzen die Kapitalistinnen am längeren Ast. Schließlich hat der Staat („Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuß, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeosieklasse verwaltet“ Karl Marx 1848) die gesetzlichen Grundlagen im Sinne der Lohndrückerei der KapitalistInnen geschaffen. Und nicht zu vergessen, die DGB Gewerkschaften haben mit Ihren Unterschriften die Niedriglöhne in der Leiharbeit erst möglich gemacht.
Notwendig sind direkte Aktionen in den Betrieben, die den Einsatz von LeiharbeiterInnen unmöglich machen.
Und am 12. Mai dürfen wir die Lohndrückerfirmen in der Waterfront nicht allein agieren lassen.

Quelle: iwwbremen.blogsport.de