Rassistischer Brandanschlag in Woltmershausen

aus der Polizeipresse Bremen:

Versuchte Brandstiftung in Woltmershausen

Drei Männer und eine Frau stehen im Verdacht, am frühen Samstagmorgen in Bremen-Woltmershausen an der Haustür einer Familie mit Migrationshintergrund einen brennenden Lappen gelegt und anschließend die Scheibe eingeschlagen zu haben. Sie sollen dabei ausländerfeindliche Parolen gerufen haben. Die Polizei traf schnell ein und nahm die alkoholisierten Täter fest. Verletzt wurde niemand.

Der 20 Jahre alte Sohn einer Familie mit Migrationshintergrund kam am frühen Samstagmorgen, gegen kurz vor halb vier nach Hause. Wenige Häuser weiter feierten noch Nachbarn mit Bekannten auf der Terrasse. Als sie den 20-Jährigen sahen, skandierten sie lautstark „Ausländer raus!“ Der Sohn ignorierte die Rufe und ging ins Haus. Kurze Zeit später klingelte es mehrfach an der Haustür der Familie. Der 20-Jährige sah einen Feuerschein vor dem Hauseingang und löschte umgehend einen vor der Türschwelle positionierten brennenden Lappen mit Wasser. Der Sohn ging kurz aus dem Haus, hörte wieder ausländerfeindliche Parolen aus der Nachbarschaft und verständigte sofort die Polizei. Wenige Augenblicke später hörte er ein Klirren und stellte fest, dass die Scheibe der Eingangstür eingeschlagen wurde. Kräfte des Einsatzdienstes der Polizei Bremen trafen schnell ein und konnten mit Hilfe von Zeugen und Beweismitteln drei Männer, 25, 31 und 33 alt und eine 43 Jahre alte Frau als Tatverdächtige ermitteln. Alle Beteiligten waren alkoholisiert und wurden vorläufig festgenommen. Bei ihnen wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eine Blutentnahme durchgeführt. Sie wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Bei der Tat wurde niemand verletzt. In dem Haus wohnen acht Familienmitglieder. Die Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung. Nachbarschaftliche Probleme und ausländerfeindliche Hintergründe stehen im Fokus der Ermittlungen. Die Tatverdächtigen sind nach derzeitigen Erkenntnissen bisher nicht mit ausländerfeindlichen Straftaten in Erscheinung getreten.

aus der Polizeipresse Bremen

siehe auch:
Weser Kurier: Brandanschlag auf Haus von Migranten
Weser Kurier: Polizei ermittelt nach Anschlag auf Migranten
Radio Bremen: Offenbar Tat mit ausländerfeindlichem Hintergrund
Spiegel: Brandanschlag auf Wohnung von Migranten
taz: Anschlag im Morgengrauen


10 Antworten auf „Rassistischer Brandanschlag in Woltmershausen“


  1. 1 Anonymous 29. Juli 2012 um 15:27 Uhr

    warum wird hier ein sehr problematischer Begriff wie „Ausländerfeindlich“ als Überschrift gewählt/übernommen? Rassistisch fände ich zutreffender.

  2. 2 endofroad 29. Juli 2012 um 15:32 Uhr

    Das stimmt wohl. Haben wir abgeändert.

  3. 3 speedy 29. Juli 2012 um 15:47 Uhr
  4. 4 ? 29. Juli 2012 um 20:38 Uhr

    gibts ne Demo?

  5. 5 Paula 30. Juli 2012 um 10:34 Uhr

    Solidarität!

    Ich möchte erstmal meine Solidarität mit den Betroffenen des Brandanschlags aussprechen!

    Ich wohne nicht in Bremen, aber ich würde vorschlagen, dass mensch (als Antirassist_in, Antifaschist_in etc.) den Betroffenen praktische Solidarität zeigen sollte.

    Ich schlage dazu vor erstmal mit den Betroffenen in Kontakt zu treten und sich bei ihnen erkundigen, ob sie Unterstützung wünschen, und wenn ja, welche Art von Unterstützung.

    Rassistischer Gewalt darf man tatenlos nicht zusehen, sondern muss bekämpft und verhindert.

  6. 6 Name 30. Juli 2012 um 12:58 Uhr

    Warum ist Ausländerfeindlich ein problematischer Begriff?

  7. 7 antoni@ 31. Juli 2012 um 15:55 Uhr

    Ausländerfeindlichkeit ist ein problematischer Begriff, weil er verschleiert, dass es sich um Rassismus handelt.
    Vielleicht verstehen die angegeriffenen Menschen sich nicht als „Ausländer_innen“, sind in Deutschland geboren, aufgewachsen, verstehen sich als teil dieser Gesellschaft, etc., werden allerdings im Alltag, in der Weise, wie sie angesprochen und auch angegriffen werden, immer wieder zu „Ausländer_innen“, zu Nicht-Dazugehörigen gemacht. Das ist Rassismus.

    Und: Rassismus kann auch andere Formen als Feindlichkeite haben, z.B. freundlich gemeinte Grenzüberschreitungen, Exotisierungen, auf „anders“-sein reduzieren,… (was in diesem Fall natürlich nicht der Fall ist)

  8. 8 definitionsmacht brechen! 01. August 2012 um 11:58 Uhr

    zur guten antwort von antoni@ weiterführende literatur:

    das buch „deutschland schwarz weiss“ von noah sow, einer schwarzen bayerin (im buch auch mehr zur selbsdefinition…)
    dazu der link: http://www.deutschlandschwarzweiss.de/

    noah sow ist u.a. aktiv bei: der braune mob e.v. (link: http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm )

  9. 9 Mia 01. August 2012 um 15:28 Uhr

    Es wird eine Demo gebe.
    Freitag 03.08 um 17 h.Treffpunkt: Delmemarkt in der Neustadt.

    Freue mich auf euch = )

  10. 10 Wolfgang 01. August 2012 um 21:10 Uhr

    Fragen: 1. wieso werden die Täter entlassen und kommen nicht in U-Haft. 2. was ist wenn sich die Täter Nachbarn wieder betrinken und es eskaliert oder die Zeugen unter druck setzen damit sie Ihre aussage zurück ziehen.
    3. Was ist mit den anderen Nachbarn da muß doch jemand was mitbekommen haben wo blieb da die NACHBARSCHAFTSHILFE.

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