4. August: „Neonazis wollen auch in Hannover marschieren“

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Für Niedersachsens Sicherheitskräfte ist es ein Schlag ins Kontor. Die Polizeidirektion Hannover hat NDR Informationen bestätigt, nach denen der Rechtsextremist Dieter Riefling aus Hildesheim für den Tag des sogenannten Trauermarsches von Rechtsextremisten in Bad Nenndorf am 4. August eine weitere Neonazi-Demonstration angemeldet hat. Schauplatz dieses Aufmarsches soll die Landeshauptstadt sein, unmittelbar im Anschluss an das braune Spektakel in der Kurstadt. Die Anmeldung zu dieser Kundgebung ist am Freitagvormittag bei der Polizeidirektion als zuständiger Versammlungsbehörde eingegangen.

Polizei bräuchte Hilfe aus anderen Bundesländern

Ob der Aufmarsch, wie von Riefling geplant, tatsächlich in der Landeshauptstadt stattfinden kann, ist noch nicht entschieden. Bei der Versammlungsbehörde wird seit Freitagvormittag intensiv über die Bedingungen nachgedacht. Nach Informationen des NDR sind allerdings alle sieben Bereitschafts-Hundertschaften der Polizei Niedersachsen unter anderem wegen des Spektakels in Bad Nenndorf bereits in Einsätzen verplant. Die Polizei Niedersachsen wird also voraussichtlich in anderen Bundesländern um Unterstützung bitten müssen.

Rechte wollen es den Sicherheitskräften schwermachen

Dieter Riefling aus Hildesheim gilt als einer der prominentesten Neonazis in Niedersachsen, der seit Jahrzehnten in der Szene aktiv ist. Schon häufiger hatte er in der Vergangenheit durch Mehrfachanmeldungen ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei zu provozieren versucht. Er gilt als Erfinder des sogenannten Tages der deutschen Zukunft, mit dem die rechtsextreme Szene neben dem Marsch in Bad Nenndorf eine regelmäßige Veranstaltungsreihe mit bundesweiten Bezügen zu etablieren versucht.

In diesem Jahr fand ein solcher „Tag der deutschen Zukunft“ in Hamburg statt, im Jahr zuvor hatte Riefling in Braunschweig und Peine gleich zwei entsprechende Veranstaltungen unter diesem Motto am selben Tag angemeldet. Bei der Polizei hatte diese Demonstrationstaktik starke Kräfte gebunden, da sie sowohl die Rechtsextremisten als auch die Gegendemonstranten von einem Ort zum anderen begleiten musste.

Quelle: ndr.de