Neue Hinweise zum Brandanschlag in Woltmershausen

kopiert aus dem Weser Kurier

Neue Hinweise zum Brand-Anschlag

Bremen. Bei dem Brandanschlag auf das Haus einer Einwandererfamilie in Woltmershausen, haben sich die Hinweise verdichtet, dass die vier Tatverdächtigen gezielt und mit eindeutig rassistischen Motiven vorgegangen sind.Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, gibt es Aussagen von Nachbarn, die in der Tatnacht „Sieg-Heil-Rufe“ gehört haben.

„Auch deswegen ermitteln wir weiterhin wegen eines politischen Hintergrunds“, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Den drei Männern, 25, 31 und 33 Jahre alt, und der 43-jährigen Frau wird vorgeworfen, in der Nacht zum 28. Juli vor der Tür des Hauses der Migranten Feuer gelegt zu haben. Das Quartett wurden nach der Tat vorläufig festgenommen, später aber wieder freigelassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seitdem wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung. Auch der Staatsschutz ist eingeschaltet.

Die Tatverdächtigen leben in der Nähe der Opfer, weswegen die Polizei zunächst nicht ausschließen wollte, dass es sich bei dem Anschlag um einen Streit unter Nachbarn handeln könnte. In der Öffentlichkeit hatte diese Sicht für Empörung gesorgt. Bei einer Demonstration eine Woche nach dem Anschlag, an der 900 Menschen teilnahmen, wurde die Polizei scharf kritisiert. Unter anderen auch deswegen, weil sie erst auf Nachfrage dieser Zeitung über den Anschlag informiert hatte. Die SPD will die Vorgänge in Woltmershausen und das Verhalten der Polizei in der nächsten Sitzung der Bürgerschaft zur Sprache bringen.

Die Staatsanwaltschaft hat nach eigener Aussage verschiedene Gutachten in Auftrag gegeben, um herauszufinden, in welcher Gefahr sich die angegriffene Familie, eine Mutter mit ihren sieben Kindern, befand. Bei den Tatverdächtigen sei ein Behälter mit brennbarer Flüssigkeit sichergestellt worden. Außerdem, so die Behördensprecherin, seien zwei Holzlatten gefunden worden. „Wir gehen davon aus, dass mit diesen Latten die Scheibe der Eingangstür eingeschlagen wurde.“

Quelle: Weser Kurier

siehe auch:
Radio Bremen: Verdächtiger äußert sich zu Vorwürfen