Dritte Pressemitteilung der Besetzer_innen

Die Berichterstattung der Presse zu der Hausbesetzung am vergangenen Wochenende inszeniert einen Bürgerkrieg. Die Bild schreibt von Polizist_innen in Todesangst, der stellvertretende Polizeipräsident Dirk Fasse redet von „Bombenwerfern“ und auf der Innendeputationssitzung wird ein Hinterhalt für den ersten eintreffenden Streifenwagen konstruiert.

Wir möchten an dieser Stelle zu einigen Gerüchten und Falschmeldungen Stellung nehmen.
Während der Besetzung der Unruh-Spedition ist die Straße vor dem Haus mit Barrikaden versperrt worden; der erste eintreffende Streifenwagen hielt vor einer dieser Barrikaden. Als die Bullen der Aufforderung, sich zurückzuziehen, nicht nachkamen, sind zwei Farbbeutel vor das Auto geflogen.
Erst als der Streifenwagen vor einem weiteren Tor zu dem Gelände stehen blieb und klar wurde, dass weitere Einsatzkräfte hinzugezogen wurden, sind Steine auf den Streifenwagen geworfen worden. Diese Reaktion auf die Bullen erfolgte in dem Moment, als klar war, dass die Bullen eine Besetzung nicht tolerieren würden. Es war der Versuch etwas mehr Zeit zu gewinnen.

Auf einem Foto des -laut der Polizeipresse völlig zerstörten- Streifenwagens ist zu sehen, dass eine einzige kaputte Scheibe für die Bullen schon einen Totalschaden darstellt.
Dass die Bullen versuchen diese kaputte Scheibe mit dem Hinterhalt auf einen Streifenwagen in Gröpelingen gleichzusetzen, ist nichts als der Versuch politisch Stimmung zu machen. Der stellvertretende Polizeipräsident Dirk Fasse hat es mit der Aussage, auf dem Dach seien Bombenwerfer stationiert gewesen, sogar geschafft die NPD zu überbieten und die Springer Presse ist sich natürlich nicht zu schade von Polizist_innen in Todesangst zu schreiben. Wir können es uns bildlich vorstellen, wie 200 Bullen und SEKler_innen mit Wasserwerfern, Räumpanzern, Uniformen, Knüppeln, Helmen und Schilden um ihr Leben fürchten, weil zwischen 50 bis 100 Leute sich das Gelände angeeignet hatten und versuchten sie auf Abstand zu halten. Dass die Bullen ihr Eingreifen im Nachhinein damit erklären, dass sie beworfen wurden, ist lächerlich.
Die wären eh gekommen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Bahnverkehr, der zeitweise ausgesetzt wurde. Die Bullen meinen, es seien Steine und Böller auf vorbeifahrende Züge geflogen. Das stimmt immer noch nicht. Der Zugverkehr wurde eingestellt, weil Bullen auf dem Bahndamm positioniert wurden, um das Gelände kontrollieren zu können. Als dann Steine auf eben diese Bullen flogen, war der Zugverkehr bereits eingestellt worden. Unbeteiligte wurden nicht gefährdet oder in die Aktion hineingezogen.
Es ist schade, dass die Bullen mit solchen Übertreibungen die Presse bestimmen, während wenig Raum für die Inhalte unserer Pressemitteilungen bleibt. Da Steinwürfe allein anscheinend nicht spektakulär genug sind, werden Feuertonnen zu brennenden Barrikaden und hundert Leute sind auf einmal randalierend durch die Stadt gezogen.

So wird von den inhaltlichen Hintergründen abgelenkt und der Fokus in der Berichterstattung verschoben. Die Auseinandersetzung mit den Bullen war, anders als in den Medien dargestellt, kein Selbstzweck. Bei der Aktion ging es darum sich das Gelände auf diese Weise anzueignen, eben um uns nicht durch Verhandlungen wiederum der staatlichen Kontrolle unterwerfen zu müssen. In einen Dialog zu treten und Projekte zu legalisieren bedeutet, die bestehenden Machtverhältnisse anzuerkennen, mit denen wir eigentlich brechen wollen. Dagegen sind unangemeldete Demonstrationen, Hausbesetzungen, wilde Streiks, Sabotage usw. Möglichkeiten, sich nicht im kapitalistischen Normalzustand von Ungleichheit, Ausbeutung und Unterdrückung verwerten zu lassen. In diesem Sinne: Stadt aneignen, staatliche Kontrolle unmöglich machen, Autonomie leben!

Es wird sobald wie möglich eine Auswertung der Ereignisse geben.

Quelle: unruhsquat.blogsport.de

Die erste Pressemitteilung der Besetzer_innen findet ihr [hier]
Die zweite Pressemitteilung der Besetzer_innen findet ihr [hier]


1 Antwort auf „Dritte Pressemitteilung der Besetzer_innen“


  1. 1 eduard 23. Oktober 2012 um 10:24 Uhr

    ihr seid die besten! ♡

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