Neonazi-Modemarke “Walhall Athletik”: neuester Kämpfer ist Michael Wöhlke aus Bremen.“

kopiert von autistici.org

Walhall Athletik – mehr als eine Marke

2012 gründete der Wackersdorfer Neonazi Daniel Weigl eine Modemarke, die speziell auf die Kampfsportszene ausgerichtet ist. Wer ist Daniel Weigl und warum sollten Kampfsportvereine und Verbände die Marke “Walhall Athletik” meiden?

Die Person Daniel Weigl

Daniel Weigl aus Wackersdorf ist eine der Führungspersonen des bayerischen Kameradschaftsdachverbands “Freies Netz Süd” (FNS) in der Oberpfalz. Bereits 2009 wurde er auf einer internen Liste als Ansprechpartner für die Region Schwandorf geführt. Während er damals noch ein hooligantypisches Aussehen bevorzugte, änderte er über die Jahre sein Outfit zu einem eher unauffälligem Look. Innerhalb der Naziszene bekleidete Weigl mehrere Positionen, unter anderem war er zeitweise Vorstand des Bezirksverbandes der oberpfälzischen NPD, aus der er im Mai 2012 austrat. Im Moment ist Weigl der Vorsitzende der neonazistischen “Bürgerinitiative Soziale Alternative Oberpfalz e.V.”.


Daniel Weigl 2009


Daniel Weigl 2012

Daniel Weigl ist mehrfach vorbestraft. So überfiel er am 13. Mai 2010 zusammen mit 20 anderen Neonazis eine Feier des des FC-Bayern-München-Fanclubs in Naabeck. Zu diesem Zeitpunkt hatte Daniel Weigl bereits acht Einträge im Bundeszentralregister und wurde zu einer Haftstrafe von fünf Monaten und zwei Wochen auf Bewährung und einer Geldbuße von 1500 Euro verurteilt. Seinen letzten Kontakt mit der bayerischen Justiz hatte er im November 2012. Grund hierfür war die Verwendung einer Textzeile des Liedes „Ein junges Volk steht auf“ auf einer von ihm verantworteten Homepage. Wegen Verstoß gegen § 86 a StGB wurde er in diesem Fall zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt.

Daniel Weigl tritt bundesweit als Redner auf neonazistischen Aufmärschen in Erscheinung, zuletzt bei dem Nazi-”Trauermarsch” am 12.01.2013 in Magdeburg.

Daniel Weigl der Geschäftsmann

Anfang des Jahres 2010 ging Daniel Weigl mit dem Final Resistance-Versand online. Nachdem kurz zuvor der Versand 100% von Tony Gentsch aufgrund dessen anzutretender Haftstrafe die Pforten schließ, avancierte das Projekt Weigls schnell zur neuen Vertriebstruktur des “Freien Netz Süd” und ist bis dato auf dessen Homepage verlinkt.

Unter dem Motto “True NS Streetwear” werden heute Klamotten für den eher modebewussten Nazi, neben Flugblättern des FNS verkauft. In der Kategorie “Über uns” heißt es: “NATIONALE SOZIALISTEN – NICHT NUR IM GEISTE“, “Unser Geschäft wird von jungen politischen Aktivisten geführt[…]” und “FINAL RESISTANCE bietet allen politisch – produktiven Gruppen im Kampf gegen den herrschenden Zeitgeist Unterstützung an. Jegliche Projekte, welche Unterstützung benötigen und verdienen, mögen sich vertrauensvoll an uns wenden.”.

2012 versuchte Weigl seinen Kundenkreis mit einer neuen Marke zu erweitern. Dies war die Geburtsstunde des Labels “Walhall Athletik”. “Walhall Athletik” versucht in der Kampfsportszene Fuß zu fassen, hier vor allem im Bereich “Mixed Martial Arts” (MMA).

Neben seiner Versandtätigkeiten ist Daniel Weigl zudem mit der Firma “Werbetechnik Weigl” aktiv. Über diese versorgt er unter anderem NPD-Verbände mit Propagandamaterial.

Walhall Athletik näher betrachtet

Im Gegensatz zu der eindeutigen Positionierung auf der Hompage des Final Resistance-Versandes schlägt man auf dem Internetauftritt von “Walhall Athletik” gemäßigtere Töne an. “Selbst an seinen Aufgaben zu wachsen, heißt auch stets neue Wege zu gehen. Daher unterhält WALHALL ATHLETIK regen Kontakt zu Menschen mit wahren Werten über Ländergrenzen hinweg.”, heißt es auf der Internetpräsenz.

Tatsächlich werden unter dem Bereich Sponsoring Personen aus verschiedenen Ländern aufgeführt. So stammen vier der Kämpfer aus der ungarischen Neonazihochburg Györ, in die das FNS gute Kontakte unterhält.

Der erste der deutschen Kämpfer ist Florian Lobensommer vom SV Zeitlarn. Lobensommer, der “Ostbayerische Meister 2011″ im Jugend-Weltergewicht, taucht mit Namen und Adresse bei zwei gehackten Naziversänden auf, dem Nationalen Versandhaus und dem Odin-Versand. Zudem sind auf seiner Facebookpinnwand mehrere Anhaltspunkte für eine Naziaffinität zu finden. Unter seinen “Gefällt Mir”-Angaben befindet sich die neonazistische “Bürgerinitiative Soziale Alternative Oberpfalz e.V.”, deren Vorsitzender Weigl ist sowie die Nazihatecoreband “Moshpit”. Am 20.04.2011, dem Geburtstag Adolf Hitlers, postete Lobensommer: “HAppy Hitler“.


Screenshot der FB-Pinnwand von Florian Lobensommer

Der neueste Kämpfer der von “Walhall Athletik” unterstützt wird ist Michael Wöhlke aus Bremen. Auf der Facebookseite von “Walhall Athletik” wird Wöhlke als Kämpfer des Teams “Hardcore Training Bremen” vorgestellt. Dies ist äußerst unglaubwürdig und scheint nicht den Tatsachen zu entsprechen. In der äußerst sympathischen Stellungnahme des Teams auf Facebook heißt es: “Doch weder ist oder war Michael je ein Teammitglied, noch würden wir Menschen auf unserer Matte dulden, die an Odin glauben und sich für krasse Germanenkrieger halten. Ihr seid Balla Balla, ihr kommt nach Walhalla. Support the sport-FCK NZS
Während die mit sich kämpfen gibt es von unserer Seite Applaus mit der flachen Hand, denn mit manchen Leuten kämpft man nicht, die bekämpft man.”

Auch im Händlerbereich kann eine eindeutige Ausrichtung festgestellt werden. Die einzig aufgeführte Verkaufsstätte für Produkte von “Walhall Athletik” ist das Nazi-Tattoostudio “Low Life Rebel” in Mömlingen.

Ausblick

“Walhall Athletik” versucht sich in einer aktuellen Stellungnahme als unpolitisches Modelabel darzustellen, welches sich nicht gegenüber politischen Strömungen abgrenzen will. Dies ist eine Farce, angesichts der Verhaftung der Marke in der Naziszene. Kampfsportvereine und -verbände sollten diese Taktik entlarven und auf eine Zusammenarbeit mit “Walhall Athletik” verzichten oder diese beenden!

[Update 20.03.2013]:

Der Veranstalter des MMA-Events “No Compromises Fighting Championship” und das Unterstützernetzwerk “German MMA Supporters” (zu denen auch oben genannter Michael Wöhlke zugehörig zu sein scheint) haben eine Stellungnahme veröffentlicht in der sie sich klar von “Walhall Athletik” und Neonazis distanzieren. In diesem heißt es unter anderem:

“Wer hingegen meint, in seiner “Freizeit” politisch im rechten Bereich aktiv sein zu können und während der “Arbeitszeit” einen auf “Wir sind doch alles Sportler” machen will, um Geld zu verdienen, mit welchem er wiederum ggf. seine rechten Ansichten finanziert, ist zumindest bei uns falsch! Mit braunem Pack werden wir weder die Mattenfläche, noch unseren Ring teilen!

Dies ist eine generelle Ansage an alle! “NO COMPROMISES!” ist unser Motto und es wird auch keine Kompromiße oder gar Toleranz gegenüber rechtem Gedankengut geben. Auf der Matte, im Training und im Wettkampf sind wir alle gleich. Im alltäglichen Leben allerdings auch! Wer das nicht kapiert, ist nicht willkommen!

Wir bitten alle Kämpfer, Teams, Betreuer, Manager, Helfer und Freunde, diese Message zu teilen und aufzupassen, mit wem ihr zusammenarbeitet. Manchmal schützt ein genaueres Hinsehen vor weiterem Image-Schaden und vor allem dafür, Leuten nicht aus Versehen Podium für ihre Verqueren Ansichten zu bieten.”

Zudem ist das Sponsoring von Michael Wöhlke von der FB-Seite von “Walhall Athletik” verschwunden.


Love MMA – Hate Fascism. Bild von der FB-Seite “No Compromises Fighting Championship”


3 Antworten auf „Neonazi-Modemarke “Walhall Athletik”: neuester Kämpfer ist Michael Wöhlke aus Bremen.““


  1. 1 JF 27. März 2013 um 13:26 Uhr

    Das ist ein Unding wie ihr es hinbekommt in so einen Text nicht ein! Argument gegen Nazis zu bringen aber sie ganz demokratisch zu diffamieren in dem man auf den Rechtsidealismus der Leute setzt („Da­ni­el Weigl ist mehr­fach vor­be­straft“ und das soll dann für sich sprechen weil mit so kriminellem Pack will man ja nichts zu tun haben. Also das was bei uns linken dann politische Repression heißt ist da ein Ding der Selbstverständlichkeit, da wird das staatliche Strafen plötzlich nicht mehr einer Kritik unterzogen sondern für total korrekt befunden weil es geht ja um Nazis.) bzw. die gängige Nationalmoral weil mit Nazis soll man ja nichts zu tun haben und da setzt man nicht mehr auf ein schlüssiges Argument sondern genau darauf das die Leute Nazis halt schon doof finden, denn das sind ja auch Feinde der Demokratie.

  2. 2 c. 28. März 2013 um 16:19 Uhr

    wo ist das problem, dass in dem text kein „argument gegen nazis“ auftaucht? nazis sind scheiße und doof, faschismus ist keine meinung sondern ein verbrechen, und ja, es gibt auch nazi-gegner_innen, die auf demokratie stehen.
    aber vielleicht ist das ja zu einfach für leute, die in kommentarspalten von „rechtsidealismus“ und „gängige(r) nationalmoral“ schwafeln…

  3. 3 JF 30. März 2013 um 13:47 Uhr

    Worauf ich hinaus wollte ist das sowas als Kritik-Ersatz genutzt wird, man muss halt mal zeigen wie sich son Nazi die Welt erklärt und was daran verkehrt ist. Und durch das „Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen“ bestätigt sich nur das du ne ziemlich verkehrte Meinung einfach als organisiertes Verbrechen subsumierst. Und nein Demokraten können Faschisten nicht kritisieren dazu nur mal der Verweis auf http://www.vsa-verlag.de/detail/artikel/der-demokratische-schoss-ist-fruchtbar/. Außerdem leuchtet mir nicht ein wie man zu sowas kommt, Nazis werden doch nicht weniger gefährlich wenn man sie finanziell ruiniert, oder denken dann über ihren Standpunkt nach oder?

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