„Bremen, Die Linke und der Antisemitismus“

kopiert von potemkin-zeitschrift.de

Schon mehrfach befassten wir uns mit den durchaus augenfälligen antisemitischen Tendenzen in der deutschen Linken. Ein Thema, das regelmässig zu erbittertem Streit zwischen den Genossen führt. Und zumindest von der organisierten Linken in der Partei Die Linke auch noch nicht abschliessend für sich geklärt worden ist. Verständlich, schielt man doch gerade im Westen angesichts sinkender Zustimmung auf die Teile der Linken, die nur zu gerne die Grenze zwischen berechtigter Israelkritik und offenem Antisemitismus weit nach Rechts verschieben.

Der Landesverband Bremen scheint sich hier in der Rolle des selbsternannten Vorreiters und Tabubrechers zu wähnen, um möglichst breit in den antisemitisch angehauchten Teil des linken Spektrums zu wirken und diesen an sich zu binden. War es 2011 noch der Boykott israelischer Waren, der den wachsamen Beobachter an “Kauft nicht bei Juden” Aktionen der 1930er Jahre erinnerte, und 2012 die Besprechung des antisemitischen Buches “Wer rettet Israel – Ein Staat am Scheideweg” von Arn Strohmeyer auf der Webseite des Landesverbandes, ist es nun eine Veranstaltung der AKL in der Hansestadt.

Am 9. April spricht die bekennende Antizionistin und Tierrechtlerin Susann Witt-Stahl aus Hamburg in der Villa Ichon über den “Antisemitismusvorwurf als ideologische Waffe”. Mit besagtem Arn Strohmeyer und Prof. Dr. Rudolph Bauer soll unter der Moderation des Bremer Linken Sönke Hundt darüber diskutiert werden, ob der Vorwurf, “dass der Antisemitismus in der Linken und Friedensbewegung in Gestalt eines „neuen“ „strukturellen“ oder „sekundären“ Antisemitismus fortbestehe.” tatsächlich so “unwissenschaftlich, demagogisch und antiemanzipatorisch ist”, wie es angeblich “eine ideologiekritische Analyse ergibt”.

Zur Sprache kommen soll auch, ob es den Kritikern des Antisemitismus in der Linken nur darum geht, “neoliberale Expansion, neue imperialistische Kriege und das israelische Besatzungsregime in den palästinensischen Gebieten” schön zu reden. Sicher wird die illustre Runde auch sich selbst bestätigen, dass linke Kritik am linken Antisemitismus eine Entwicklung ist, “die demokratiefeindlich ist und totalitäre Züge trägt.” Zumindest die Liste der Co-Veranstalter zu denen die Arabische-Kultur-Gesellschaft, die KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen, die Nahost-Gruppe der Bremischen Hochschulen (NHGB) und die Palästinensische Gemeinde in Bremen und Umland gehören, dürfte das Ergebnis dieser “Diskussion” erahnen lassen.

Quelle: potemkin-zeitschrift.de


8 Antworten auf „„Bremen, Die Linke und der Antisemitismus““


  1. 1 fragende 29. März 2013 um 22:36 Uhr

    diese Runde von pensionierten großbürgerlichen Staatsbediensteten wird doch wohl hoffentlich nicht ungestört hetzen können?

  2. 2 @fragende 01. April 2013 um 10:58 Uhr

    Wieso „hetzen“? und warum sollten sie gestört werden? Das sind doch keine Nazis oder Sarazzin…

    „Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird.“ (Rosa Luxemburg)

  3. 3 Weyher 01. April 2013 um 12:36 Uhr

    Wie peinlich seid Ihr denn??? Wenn das mal nicht eine somit antisemitische Funktionalisierung von Juden darstellt … SCHÄMT EUCH:
    > Boy­kott is­rae­li­scher Waren, der den wach­sa­men [SIC!]
    > Be­ob­ach­ter an “Kauft nicht bei Juden”

  4. 4 Weyher 01. April 2013 um 12:41 Uhr

    jaja … was für eine peinliche rechtfertigung dafür, dass ihr euch mal wieder nciht traut, euch der diskussion zu stellen … feiges pack!!!

  5. 5 Anonymous 01. April 2013 um 22:07 Uhr

    da werden sich glaub ich einige mit ungebetenen fragen einfinden… und peinlich ist es vor allem sich jemanden wie susann witt-stahl einzuladen, um sich erzählen zu lassen das man kein antisemit ist. da kann man auch gleich horst mahler fragen.

  6. 6 Hallo?! 06. April 2013 um 12:25 Uhr

    Ey Leute, das ist KEINE antisemitische Veranstaltung! Mit solchen Vorwürfen verharmlost ihr Antisemitismus statt dass ihr ihn bekämpft. Wenn ihr euch womöglich angegriffen fühlt von der Veranstaltung: ok. Das würd ich auch so sehen. Aber eure idiotische Hetze gegen z.B. das Friedensforum habt ihr selbst zu verantworten und es seid in diesem Fall IHR und eure fragwürdige Art und Weise der Diffamierung von Linken die angegriffen werden und nicht Juden.

    Da hier leider nur der Verriß der VA-Ankündigung gepostet wurde hier nochmal der Ankündigungstext:

    Antisemitismusvorwurf als ideologische Waffe

    Susann Witt-Stahl (Journalistin, Hamburg) spricht am Dienstag 9. April 2013 um 19.30 Uhr in der Villa Ichon

    Der moderne Antisemitismus ist eine Ideologie. Die Auswirkungen dieser Form von falschem Bewusstsein haben in dem von Deutschen begangenen Holocaust Millionen Menschen das Leben gekostet. Diese Tatsache ist unbestreitbar. Der rassistische Antisemitismus findet sich heute noch in Neonazi-Kreisen und bei anderen Rechtsradikalen. Die Entlarvung, Ächtung und Bekämpfung des Antisemitismus ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit.

    Seit einiger Zeit allerdings wird von Neokonservativen, Neuen Rechten, aber auch von moderateren Vertretern neoliberaler Politik und von etablierten Medien behauptet, dass der Antisemitismus in der Linken und Friedensbewegung in Gestalt eines „neuen“ „strukturellen“ oder „sekundären“ Antisemitismus fortbestehe. Dieser Vorwurf stellt nicht nur jede Opposition gegenüber Israels Politik, sondern auch jede linke Kapitalismuskritik unter den Generalverdacht des Antisemitismus.

    Eine ideologiekritische Analyse ergibt, dass diese Antisemitismus-„Theorie“ unwissenschaftlich, demagogisch und antiemanzipatorisch ist. Damit versuchen die Propagandisten neoliberaler Expansion, neuer imperialistischer Kriege und des israelischen Besatzungsregimes in den palästinensischen Gebieten (inklusive permanenter Verstöße gegen das Völkerrecht), Kritiker mundtot zu machen. Der Antisemitismus-Vorwurf dient also als Instrument, um notwendige (friedenspolitische) Debatten zu ersticken – eine Entwicklung, die demokratiefeindlich ist und totalitäre Züge trägt.

    Um diese Probleme geht es in dem Vortrag. Es disku-tieren mit: die Autoren Prof. Dr. Rudolph Bauer und Arn Strohmeyer (Verfasser des Buches „Wer rettet Israel? Ein Staat am Scheideweg“), Moderation: Prof. Dr. Sönke Hundt, online-Redakteur bei die LINKE Bremen

    Veranstalter:
    Gesprächskreis Nahost (Arn Strohmeyer, Sönke Hundt, Rudolph Bauer, Arno Hopp; Gisela Vormann, Zacariya Masoud)
    Nordbremer Bürger gegen den Krieg
    Antikapitalistische Linke (AKL)
    Kreisvorstand Links-der-Weser der LINKEN
    Die Arabische-Kultur-Gesellschaft e.V. Bremen
    KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen-Bremen
    Nahost-Gruppe der Bremischen Hochschulen (NHGB)
    Palästinensische Gemeinde in Bremen und Umland

  7. 7 Thomas 23. April 2013 um 18:55 Uhr

    So eine gequirlte Scheisse. Anstatt über den Inhalt der VA zu diskutieren und mal zu klären, ob das richtig oder falsch ist. was die Stahl da abgelassen hat, wird nur wieder über eine dämliche Vom-Hören-Sagen-Story diskutiert. Da steht Aussage gegen Aussage und darum ist das langweilig. Da wird doch ständig von beiden Seiten gelogen und fälschlich denunziert. Wunderbares Ablenkungsmanöver.

  1. 1 Mahnwache « end of road Pingback am 07. April 2013 um 15:43 Uhr
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