Bericht: „Voraussetzung für Frieden“

Erste Voraussetzung für Frieden in Afghanistan: Bedingungsloser Abzug der NATO-Truppen
Veranstaltung zu Afghanistan mit Karim Popal

Der Bremer Rechtsanwalt Karim Popal, der selbst aus Afghanistan stammt und derzeit in Bonn die Opfer von Kundus in ihrer Klage gegen die Bundesregierung vertritt, geht davon aus, dass es für sein Heimatland eine bessere und friedliche Zukunft nur geben kann, wenn die ausländischen Truppen bedingungslos das Land verlassen. Auch ein Abzug der Kriegsverbrecher, der „politischen Marionetten“ und Milizen, besonders der Soldaten von Mohammed Atta und Abdul Raschid Dostum sei notwendig.

Popal sprach auf einer gut besuchten Veranstaltung des Bremer Friedensforums im Überseemuseum leidenschaftlich zum Thema: „NATO raus aus Afghanistan – und was danach?“.

Seit dem 8. Februar 2009 fordert der afghanische Präsident Harmid Karsai den Abzug der ISAF-Truppen. Die afghanische Regierung stimme der Besatzung der Besatzung nicht mehr zu. Der ISAF-Vertrag sei damit außer Kraft gesetzt, so Popal. Der Bremer Anwalt schilderte an einigen Beispielen die katastrophale Lage Afghanistans. In der Hauptstadt Kabul, die über drei Millionen Einwohner zählt, leben 200.000 Menschen vom Betteln, davon sind 90 Prozent Frauen. Sie treffe die Armut am meisten. Auf 131.000 Hektar Land, etwa 80 Prozent der Ackerbaufläche, wird inzwischen Mohn angebaut. Die Frage, wie jährlich 25.000 Tonnen Mohn ins Ausland geschafft werden können, kann laut Popal nur damit beantwortet werden, dass NATO-Angehörige als Dealer fungieren. Die Regierungsgehälter, auch die Gehälter der Mullahs, werden vom Ausland bezahlt. Eine Billion Dollar sind bisher nach Afghanistan geflossen, aber das Land am Hindukusch sei arm geworden. Afghanistan habe kein Bruttosozialprodukt mehr, da durch den Krieg die gesamte Produktion zerstört worden sei und fast alles eingeführt werden müsse, auch die Nahrungsmittel.

Die Opposition im Exil hat sich laut Karim Popal in der letzten Zeit mehrmals getroffen. Zu ihr gehören die verschiedensten Gruppen, auch Vertreter der Taliban. Außer den Taliban treten alle anderen für eine säkulare Staatsform ein, die auch der Tradition Afghanistans entspreche. Verschiedene Gruppen entwickelten inzwischen 71 Friedenspläne. Auf die Frage, ob es denn auch innerhalb Afghanistans eine Opposition gäbe, betonte Popal, dass für das ganze afghanische Volk, nach dessen Tradition Krieg verboten und Versöhnung geboten ist, nichts größer als der Wunsch nach Frieden sei. In den beiden letzten Jahren hätten 31 Demonstrationen in Kabul stattgefunden, bei denen jedes Mal der Abzug der NATO-Truppen gefordert wurde. „Der Truppenabzug ist die Grundvoraussetzung eines friedlichen Neuanfangs in Afghanistan“, so der Bremer Anwalt. Erst dann könne der afghanischen Tradition entsprechend die „Loya Jirga“, die afghanische Volksvertretung, zusammentreten und in den Regionen ähnliche Vertretungen gebildet werden.

Dem Völkerrecht gemäß müsse von den kriegführenden Staaten Wiedergutmachung geleistet werden. Diese seien, ohne dass Afghanistan selbst einen Staat angriff, in das Land eingebrochen und hätten es ruiniert. Darüber hinaus sei von der gesamten Weltgemeinschaft Unterstützung gefordert. Dass es nach dem Abzug der NATO-Truppen in Afghanistan zu einem Blutbad kommen könne, bezeichnete Karim Popal als eine „Propaganda-Phantasie der westlichen Staaten“.


4 Antworten auf „Bericht: „Voraussetzung für Frieden““


  1. 1 endofroad 01. Mai 2013 um 23:37 Uhr

    REMEMBER REMEMBER:
    die Diskussionsregeln!

  2. 2 Anonymous 02. Mai 2013 um 0:21 Uhr

    Postet ihr hier jetzt jeden Mist?? Wenn jetzt hier nur noch irgendwelches Antiimp und Kulturrelativismus Blödsinn gepostet wird, hör ich echt auf endofroad zu lesen…
    Ich kann nun wirklich nicht behaupten, dass ich immer alles gut fand was hier auf der Seite veröffentlicht worden ist. Aber erst Arn Stohmeier und nun das hier, hat ja nun wirklich herzlich wenig mit Emanzipation zutun.

  3. 3 LOB 02. Mai 2013 um 23:51 Uhr

    Ich finde es übrigens gut, dass hier so ausgewogen über bescheuerte Antideutsche und bescheuerte Antiimps berichtet wird.
    Gut, dass nicht eine Bescheuertheit hier der anderen überwiegt.

    Nur fehlt mir da irgendwie eine Position dazwischen. Es muss doch noch einen Weg zwischen israelischem Nationalismus und palästinensischem Nationalismus geben ,oder?

  4. 4 frau witzig 03. Mai 2013 um 0:12 Uhr

    Zitat: „hör ich echt auf endofroad zu lesen“

    Na gut. Endofroad wird hart daran zu kabbern haben, dass du das nicht mehr ließt. Ist auch echt eine krasse Aktion von dir, das einfach nicht mehr zu lesen.

    Hoffentlich machen das nicht so viele Leute. Mensch stelle sich vor, dass alle Likud-Fans nicht mehr endofroad lesen würden. Schrecklich. Was sollen die denn dann den ganzen Tag machen? Dann würde nur noch Indymedia zum zukommentieren bleiben.

    Und endofroad? Die könnten ungestört einfach so „weitermachen“, mit ihrer objektiven Berichterstattung. Schrecklich soetwas!

    Im Namen der Menscheit und von endofroad: BITTE HÖRE NIEMALS AUF, ENDOFROAD ZU LESEN! Ich bitte dich darum.

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