VA: Eine Tat, ein Toter – kein Täter?

15. Mai | 19 Uhr | Ostkurvensaal im Weserstadion

Seit kurzem wird vor dem Landgericht Bremen zum dritten Mal der sogenannte „Brechmittelfall“ verhandelt. Hintergrund ist der Tod Laya Condés Anfang 2005 bei der zwangsweisen Verabreichung von Brechmitteln.

Bei Condé wurde, um möglicherweise verschluckte Drogenkügelchen sichern zu können, trotz großer Verständigungsprobleme und einer unzureichenden Anamnese, Brechmittel auf einer Polizeistation zwangsweise durch eine Magensonde eingeführt. Durch zusätzliches Einleiten von vielen Litern Wasser wurde das Erbrechen ausgelöst und beibehalten, auch als sich sein Zustand verschlechterte. Nachdem Condé das Bewusstsein verlor, wurde ein Notarzt gerufen. Als dieser seinen Zustand wieder stabilisiert hatte, wurde die Prozedur fortgeführt indem mit verschiedenen Gegenständen auf seinen Rachen eingewirkt wurde, bis Laya Condé ins Koma fiel und einige Tage später verstarb. Die Todesursache ist bis heute ungeklärt.

Bereits zwei Mal hat das Landgericht den Polizeiarzt, welcher den Brechmitteleinsatz durchgeführt hat, freigesprochen. Beide Male hat der Bundesgerichtshof die Urteile aufgehoben. Momentan läuft das Verfahren nun zum dritten Mal und wieder ist abzusehen, dass die Vorgaben des BGH nicht ausreichend Beachtung finden werden.

Umso wichtiger ist es, dass wir alle, als Öffentlichkeit, uns auch Jahre nach dem Tod mit der Geschichte von Condé beschäftigen. Deswegen wird der Fachanwalt für Strafrecht Martin Stucke von den Ereignissen der Nacht des Brechmitteleinsatzes und dem bisherigen Verfahrensgang berichten.
Was Laya Condé erleiden musste darf weder vergessen, noch verdrängt werden – auch nicht vom Landgericht Bremen.

checkt akj-bremen.org