“ Razzia bei Bremer Rüstungsunternehmen “

kopiert von radiobremen.de

Bei Bremer Rüstungsfirmen hat es eine Razzia gegeben. Das hat die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage von Radio Bremen bestätigt. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, es gehe um Schmiergeldzahlungen für U-Boot-Geschäfte mit Griechenland. Die Unternehmen Rheinmetall Defence und Atlas Elektronik sollen jeweils neun Millionen Euro an Politiker und Beamte in Griechenland überwiesen haben.


Taufe eines U-Bootes für die griechische Marine auf einer Kieler Werft. Die angeblichen Schmiergeldzahlungen, denen die Staatsanwälte jetzt nachgehen, sollen weit zurückreichen – schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Ziel war es demnach, die Geschäfte für die Ausrüstung von U-Booten an Land zu ziehen. Rheinmetall Defence hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei Atlas Elektronik sieht die Sache anders aus: Die Rüstungsfirma hatte dem Bericht zufolge selbst die Staatsanwaltschaft über Ungereimtheiten informiert, nachdem die neuen Eigentümer, EADS und Thyssen-Krupp, das Bremer Unternehmen im Jahre 2006 vom britischen Konzern „BAE“ gekauft hatten. Das Unternehmen hat auch bestätigt, dass Ermittler bereits am 20. August 2013 die Firma durchsucht haben.

Immer wieder gibt es Ermittlungen wegen Schmiergeld-Zahlungen bei U-Boot-Geschäften mit Griechenland. Im Jahre 2011 wurde ein Essener Unternehmen deswegen zu einer Strafe von 149 Millionen Euro verurteilt.

Quelle: Radio Bremen


2 Antworten auf „“ Razzia bei Bremer Rüstungsunternehmen ““


  1. 1 Ekkehard Lentz 25. August 2013 um 11:31 Uhr

    Mehr zum Rüstungsstandort Bremen und den Rüstungsfirmen Rheinmetall und Atlas Elektronik: http://www.bremerfriedensforum.de/bilddat/Broschuere_gesamt.pdf

    Von dem Sammelband sind noch Exemplare erhältlich beim Bremer Friedensforum, das schon öfter gegen die blutigen Geschäfte dieser Unternehmen – auch vor Ort – protestiert hat.

    Noch mehr zum Rüstungsstandort Bremen: http://www.bremerfriedensforum.de/bilddat/ruestungsstandort_bremen_broschuere2009.pdf

  2. 2 Recherche 25. August 2013 um 11:53 Uhr

    Hier der Original-Artikel aus der Süddeutschen Zeitung:

    Geschäfte mit Griechenlands Regierung
    Razzia bei deutschen Rüstungsfirmen

    Es geht um neun MIllionen Euro Schmiergeld: Staatsanwälte verdächtigen zwei deutsche Rüstungsunternehmen, bei U-Boot-Geschäften griechische Regierungsvertreter bestochen zu haben. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.

    Im Zusammenhang mit mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen bei Rüstungsgeschäften mit der griechischen Regierung haben Ermittler diese Woche in Bremen und Wedel die Rüstungsfirmen Rheinmetall-Defence-Electronics und Atlas Elektronik durchsucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bremen werden beide Unternehmen verdächtigt, griechische Amtsträger bestochen und Steuern hinterzogen zu haben. Nach bisherigem Kenntnisstand hätten die Firmen jeweils etwa neun Millionen Euro Schmiergeld gezahlt. Bei den Geschäften sei es um U-Boot-Ausrüstung gegangen.

    Rheinmetall-Defence wies die Anschuldigungen zurück. Sie entbehrten „jeder Grundlage“, teilte das Unternehmen der Süddeutschen Zeitung mit. EADS und Thyssen-Krupp bestätigten, dass am Dienstag ihre gemeinsame Tochterfirma Atlas Elektronik durchsucht worden war. EADS und Thyssen-Krupp hatten die Spezialfirma aus Bremen, die als einer der bedeutendsten Anbieter von Elektronik für Seestreitkräfte gilt, im Jahr 2006 vom britischen Rüstungsbetrieb BAE gekauft. Außer dem Spezialwissen von Atlas haben EADS und Thyssen-Krupp jedoch offenbar auch Altlasten erworben. Die angeblichen Schmiergeldzahlungen, denen die Staatsanwälte nachgehen, sollen weit zurückreichen.

    Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Atlas Elektronik vor einigen Jahren bei internen Untersuchungen selbst auf die verdächtigen Vorgänge gestoßen. Nach der Übernahme durch EADS und Thyssen-Kruppen haben die neuen Eigentümer nach SZ-Informationen 2007 die Zahlungen an eine britische Briefkastenfirma eingestellt, die einem griechischen Unternehmen gehört. Die Überweisungen gingen auf einen Beratervertrag von 2002 zurück. Atlas hatte die Staatsanwaltschaft 2010 darüber informiert, jedoch sahen die Ermittler zunächst keinen Anfangsverdacht.
    Ferrostaal kurbelte mit den Millionen den Verkauf mehrerer U-Boote an

    Erst eine steuerliche Betriebsprüfung 2012 bei Rheinmetall-Defence hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bremen weitere Hinweise geliefert. Nun wollen die Ermittler genau wissen, was geschehen ist.

    Korruption bei U-Boot-Geschäften mit Griechenland hat Geschichte. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Jahren wegen Schmiergeldzahlungen beim Verkauf deutscher U-Boote nach Athen. Das Landgericht München hat Ende 2011 ein erstes Urteil gesprochen. Zwei frühere Manager der Essener Handelsgesellschaft Ferrostaal wurden zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt. Beide Manager hatten gestanden, dass die frühere MAN-Tochter Ferrostaal griechische Amtsträger bestochen hatte. Nachdem die illegalen Praktiken aufgeflogen waren, musste Ferrostaal 149 Millionen Euro an die Justiz zahlen.

    Mit den Millionen für Politiker und Beamte in Athen hatte Ferrostaal den Verkauf mehrerer U-Boote an die griechische Marine angekurbelt. Die Boote waren vor allem auf Werften der Thyssen-Krupp AG gebaut worden. Die Bremer Staatsanwaltschaft wollte am Freitag nicht ausschließen, dass die mutmaßlichen Schmiergelder von Atlas und Rheinmetall Defence Electronics womöglich in diesem Zusammenhang gezahlt worden waren. Es gebe „gewisse Parallelen“ zum Ferrostaal-Fall, teilte die Staatsanwaltschaft Bremen mit.

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