Krieg beginnt bei Lürssen

KRIEG BEGINNT HIER: Besuch bei Lürssen am Antikriegstag, Sonntag 1. September 2013

„Krieg beginnt hier“, lautet der Titel einer Aktion am Antikriegstag, Sonntag 1. September. Dabei werden die blutigen Geschäfte der Lürssen-Werft thematisiert. Gegenwärtig werden für die Bundeswehr unter anderem vier Fregatten vom Typ F 125 gebaut, die ab 2014 ausgeliefert und in Dienst gestellt werden sollen. Treffpunkt ist um 10.45 Uhr vor dem Verwaltungsgebäude der Friedrich-Lürssen-Werft GmbH & Co. KG, Bremen-Vegesack, Zum Alten Speicher 11.

Flyer-Text (pdf) mit Infos zur Lürssen-Werft [hier]

Die blutigen Geschäfte der Lürssen-Werft

Das Unternehmen hat eine wenig rühmliche Vergangenheit, denn es gilt als „die Wiege der deutschen Schnellboote“. Die Werft fertigte bereits für die kaiserliche Marine Kriegsschiffe an. Später wurden auch für Hitlers Wehrmacht weit über 200 Schnellboote gebaut. Der militärische Teil der Lürssen-Gruppe produziert heute Patrouillenboote, Korvetten und Fregatten teils für die Bundeswehr, teils für den Export. Die Firma hatte zuletzt einem Umsatz von rund 700 Millionen Euro erzielt („Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 16.9.2011) Der Anteil des Militärischen am Umsatz wird auf rund 50 Prozent geschätzt, und die anderen 50 Prozent macht die Werft mit Luxusyachten für die Superreichen dieser Welt.
Gegenwärtig werden für die Bundeswehr unter anderem vier Fregatten vom Typ F 125 gebaut, die ab 2014 ausgeliefert und in Dienst gestellt werden sollen. Die Schiffe sind für weltweite Einsätze auch in rauhen Seegebieten konzipiert. Sie sind mit je zwei Bordhubschraubern ausgerüstet, mit denen auch Landziele beschossen werden können. Als weitere Bewaffnung wurden Mehrfach-Raketenwerfer, und je ein Geschütz von 23 bis zu möglichen 100 km Reichweite installiert. Ungefähr 70 Prozent aller Kriegsschiffe gehen in den Export. Die Werft hatte vor einigen Monaten einen Militärschiffs-Auftrag für das brutale und rückständige Monarchen-Regime in Saudi-Arabien an Land gezogen – Kostenpunkt 1,5 Milliarden Euro. Vorher schon wurden nach Angola Patrouillenboote zum Stückpreis von über 10 Millionen Euro geliefert. Lürssen hat mehr Schiffe, der unterschiedlichsten Art, an mehr unterschiedliche Länder geliefert als jeder seiner Mitbewerber.

Aktion am Antikriegstag 2013
Sonntag, 1. September 2013
9.30 Uhr am Martini-Anleger
Fahrt nach Bremen-Vegesack
von dort zu Fuß zum Verwaltungsgebäude der
Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG
ca. 10.45 Uhr Kundgebung

Veranstalter:
Bremer Friedensforum
Deutsche Friedensgesellschaft-VK
Nordbremer Bürger gegen den Krieg


2 Antworten auf „Krieg beginnt bei Lürssen“


  1. 1 Bremen-Nord 29. August 2013 um 8:16 Uhr

    Moin zusammen,
    ich gebe unumwunden zu, ich arbeite auf der Fr. Lürssen Werft. Einem Familienbetrieb in gefühlt 100ster Generation der sich um die Menschen und um die Region stehts in Form von sozialen Projekten gekümmert hat. Ich möchte mal einen bisschen auf ein paar Punkte in ihrem „Blog“ eingehen:

    - Die Lürssen Werft hat zu Zeiten Hitler´s Schnellboote für die deutsche Marine gebaut. Aber welcher Betrieb war nicht in irgend einer Weise an den diversen Rüstungsprojekten des NS Regimes beteiligt? Gut heissen kann man das nicht, da stimme ich zu, aber es war für gesamt Deutschland ein dunkles Kapitel in unserer Geschichte. An dieser Geschichte sind aber nicht nur Firmen beteiligt sondern auch 99% aller deutschen Familien. Fragt mal bei den älteren in eurer Familie nach.
    - Ich stell einfach mal die 50% Umsatzanteil des Marineschiffbaus in Frage. Ich darf und will hier keine zahlen nennen, wundere mich aber woher diese Information kommt? Informationen die man nicht belegen kann, sind keine Informationen. Auch wenn an dieser stelle ein „geschätzt“ steht, so verzerrt es doch die Wahrheit.
    - Der Export von Marinegütern in andere Länder an den Pranger stellen und zu schreiben was für eine Art der Bewaffnung an Bord installiert ist, ohne zu wissen worauf die Schiffe konzepiert sind, ist diplomatisch gesagt lächerlich. Die Schiffe, ob nun die etwas größeren oder die kleinen (auch die „großen“ sind eigentlich klein) sind Küstenverteidigungsschiffe. Wenn man sich etwas schlauer gemacht hätte, so wüsste man etwas mehr über die Wirkung der Bewaffnung und der genauen Reichweite der Boote/Schiffe.
    Eine Frage an dieser Stelle, wissen Sie was die Kanonen für ein Kaliber haben die Sie mit einer Reichweite von 23-100km erwähnen? Was steckt da für ein Potential hinter? Sie könnten ebenso mit einer kleinen Handfeuerwaffe in den Krieg ziehen. Die Wirkung wäre die selbe, ein klitze kleiner Tropfen auf einem heissen Stein.

    Das sind nur ein paar Sachen die mich an dieser Stelle stören, es gibt noch weitere. Das würde aber wahrscheinlich zu weit führen und da Sie diesen Eintrag nicht online stellen werden ist es mir auch die Mühe nicht wert. Ich bitte aber alle Beteiligten sich genauer zu informieren.
    Am Sonntag werde ich mir das „Spektakel“ live ansehen. Ich bin der in der Lürssenjacke mit dem schüttelendem Kopf.

    freundliche Grüße

    Ein Bremen-Norder

  2. 2 BW kommt 30. August 2013 um 1:59 Uhr

    Die Bundeswehr hat in nächster Zeit einige Termine in Bremen und umzu anstehen:
    03.09.2013: Wohltätigkeitskonzert in Delmenhorst
    06.09.2013 – 07.09.2013 job4u ESF-Ausbildungsmesse
    19.09.2013 Kippenberggymnasium (Karriereberatung für die Klassenstufen 10.-13.)

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.