„Brechmittelprozess eingestellt“

kopiert aus dem Weser Kurier

Einer der spektakulärsten Gerichtsprozesse, die Bremen je gesehen hat, ist vom Landgericht mit der Einstellung des Verfahrens beendet worden. Wie das Gericht amm Freitag mitteilte, muss der Angeklagte im sogenannten Brechmittelprozess 20.000 Euro an die Mutter des Opfers zahlen.

Laye-Alama Condé war im Dezember 2004 durch Staatsgewalt ums Leben gekommen. Dem mutmaßlichen Drogenhändler wurde im Polizeigewahrsam unter Zwang von dem angeklagten Arzt Brechmittel eingeflößt. Condé fiel danach ins Koma und starb wenige Tage später. Der Europäische Gerichtshof hatte den polizeilichen Einsatz von Brechmitteln später als Folter bezeichnet.

Vor fünf Jahren kam der Fall das erste Mal vor Gericht. Der Angeklagte wurde damals vom Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil wegen schwerer Rechtsfehler aufgehoben hatte, kam es zu einer zweiten Verhandlung, die neuerlich mit einem Freispruch endete. Wieder riefen die Angehörigen des Opfers den Bundesgerichtshof an – mit Erfolg. Die dritte Hauptverhandlung endete nun mit der Einstellung des Verfahrens. Alle Beteiligten haben dem zugestimmt.

kopiert aus dem Weser Kurier

siehe auch
taz – Brechmittel-Prozess endet ohne Urteil
taz – Freispruch für Justiz und Politik
Radio bremen – Brechmittel-Prozess unter Auflagen eingestellt
Weser Kurier – Brechmittelprozess eingestellt