IG Metall demonstriert für mehr Mordwerkzeug

Unlängst teilt die Spitze des europäischen Flugzeugkonzerns EADS seine Absichten mit, die Rüstungssparte erheblich einzuschränken und tausende Stellen zu streichen. An den Rüstungsstandorten u.a. Bremen und Manching bei Ingolstadt, gingen am 28. November tausende Beschäftigte, von der IG Metall und den ihr angehörenden Betriebsräten aufgerufen, auf die Straße, um gegen die Arbeitsplatzvernichtung zu demonstrieren. Die Forderung der IG Metall und einiger Betriebsräte ist eindeutig – Mehr Geld für Rüstung !
Hintergrund der Kürzungsabsichten sind rückläufige Rüstungsaufträge aus etlichen europäischen Staaten, die angesichts der Krise eben auch nicht mehr so viel Geld für Tötungsinstrumente in den Kassen haben.
Eigentlich müsste dies jeden normalen Menschenfreund glücklich machen. Abrüstung, weniger Waffenexporte, wer wollte dies nicht.
Nicht so die IG Metall. Seit langem fordert sie von der Bundesregierung Zukunftsinvestitionen im militärischen Schiffbau, kämpft gegen Einschränkungen der Stückzahlen beim Bau von A400 M und Eurofighter und macht sich für die Entwicklung einer Kampfdrohne aus deutschen EADS Werken stark. So auch vergangenen Donnerstag auf der Kundgebung in Bremen.
„Wir erwarten, dass es nicht nur um eine kurzfristige Gewinnrendite geht, sondern um sozialverantwortliche und zukunftsorientierte Unternehmenspolitik“, sagte die Pressesprecherin der IG Metall Bremen, Ute Buggeln : „Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen sind mit uns nicht zu machen.“
Der Astrium-Betriebsrat Jan Jensen forderte die Politik auf, der Rüstungssparte mehr Aufträge zu verschaffen.
Wesentliche Teile des Langstreckentransporters A400 M werden in Bremen gebaut. Dieses Flugzeug ermöglicht den Nonstop Transport von Truppen z.B. nach Afghanistan. Für eine Militärintervention ein unverzichtbares Transportmittel.

Und allen Metaller*innen müsste eigentlich einleuchten, dass die von Ihnen gebauten Waffen, nicht nach Jahren ungenutzt ins Museum gestellt werden. Nicht nur seit Jugoslawien und Afghanistan wissen es alle, mit diesen Waffen wird gemordet. Die Zeiten eines „unschuldigen“ Nachkriegsdeutschlands mit deutschen Waffen, die in den Schränken und Hallen nur rum liegen, sind vorbei. Schluss mit der Scheinheiligkeit angeblich „sauberer“ deutscher Waffenproduktion.

Arbeiter*innenbewegung und Antimilitarismus, das war einmal: Heute schreitet die IG Metall „seit an seit“ mit Staat, Kapital und Militär. Jobs in der Rüstungsindustrie sind überflüssig, die Gewerkschaften, die für diese Rüstungsjobs auf die Straße gehen auch.

IWW Bremen

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1 Antwort auf „IG Metall demonstriert für mehr Mordwerkzeug“


  1. 1 olli k. 01. Dezember 2013 um 13:26 Uhr

    moin!

    ich denke auch, dass die igm hier den falschen weg geht. rüstungsindustrie muss nicht rüstungsindustie bleiben. wäre auch die igm im bündniss umFAIRteilen, könnte darauf hingewiesen werden, dass mit dem geld der kriegsgewinnler*innen die arbeitsplätze erhalten blieben und ein umbau zur zivilen produktion machbar ist (http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCstungskonversion).
    einfach mehr geld ist keine lösung! wie bei den forderungen der bildungskämpfe, kommt es eben sehr wohl auf die verwendung und herkunft der gelder an.

    auch wenn die quelle originär christlich ist, kann „schwerter zu pflugscharen“ die befreiende parole sein.

    dass es in bremen – verschiedentlich in intensität und wirkung – gruppen gab und gibt, die sich für rüstungskonversion stark mach(t)en und davon eben auch welche aus der rüstungsindustrie kamen, gibt doch hoffnung. genauso, wie es nicht jedem lehrenden Menschen in den Bildungsinstitutionen gefällt, gefällt nich jeder Waffenbauerin und jedem Waffenbauer „ihr“ Produkt (http://www.labourcom.uni-bremen.de/ak-alternative_fertigung/archiv/history/akalt-v1.html).

    zukünftig bleibt es an uns, friedenspolitische ideen in unsere betriebe, institutionene und gruppen zu tragen und gemeinsam alternative wege zu beschreiten.

    mit solidarischen grüßen!

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