Freizei Buntentor: „Teilerfolg der Hausbesetzer“

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Das seit März besetzte und selbst verwaltete Jugendzentrum am Buntentor bekommt einen neuen Träger: das Rote Kreuz zieht sich zurück

Zwei Monate nach Beginn der Besetzung des Jugendzentrums Buntentor gibt dessen Träger nun auf: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat den Vertrag zum 30. November fristgerecht gekündigt.

Die Kinder und Jugendlichen im „Freizi“ hatten das DRK ausgesperrt und – rund um die Uhr – selbst betrieben und selbst verwaltet. Für sie war das „eine logische Schlussfolgerung“ aus der „Missachtung“ ihrer Anliegen. Die Jugendlichen waren vom DRK, aber auch dem Amt für soziale Dienste und dem Beirat Neustadt sehr enttäuscht: „Wir haben komplett das Vertrauen in diese Institutionen verloren“, heißt es in einer Erklärung der BesetzerInnen. Der Beirat hatte beschlossen, 22.000 Euro im Jahr aus der Neustadt nach Huckelriede zu verschieben. Das DRK schränkte daraufhin die Öffnungszeiten stark ein. „Wir wollen das Freizi mit seinen Mitarbeitern so behalten, wie es jetzt ist!“, sagen die BesetzerInnen. Die verantwortlichen Akteure hätten die Jugendlichen „zwar angehört, aber mit einem Lächeln abgetan“.

„Wir wollen einer Lösung nicht im Wege stehen“, sagt Bernd Assmann vom DRK. In anderen Freizis – das DRK betreibt 13 davon – gebe es derartige Probleme nicht. „Aber dort wurde auch nicht so stark gekürzt“, so Assmann. „Die Jugendlichen halten uns für zu unkreativ“, sagt Assmann, der selbst schon über 60 ist – zu unkreativ im Umgang mit den Sparmaßnahmen. „Wir halten uns nicht für so unflexibel“, so der DRK-Sprecher.

Wie es nun am Buntentor weitergeht, ist noch offen. Die BesetzerInnen wollten natürlich an der Auswahl des neuen Trägers beteiligt werden, sagt Saskia von Tungeln, die auch Sprecherin des Jugendbeirats Neustadt ist. Von den Jugendlichen gesucht wird ein eher kleinerer Träger, der schon Erfahrung mit bedrohten Freizis hat. Es gebe bereits Interessenten – Namen will von Tungeln noch keine nennen. Ziel der Jugendlichen ist es, dass sie ihre Besetzung „nicht mehr aufrecht erhalten müssen“, wie von Tungeln sagt. Zugleich macht sie klar, dass sie sich durchaus dazu in der Lage sehen.

„Die Bereitschaft zu einer schnellen und unkomplizierten Lösung ist auf allen Seiten da“, so Assmann. Für die BesetzerInnen hat er viel Lob übrig. Dennoch sagt er: Die Arbeit im Freizi müsse jetzt wieder „Formen mit einer gewissen Professionalität annehmen“.

Quelle: taz.de

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