„Friedlich gegen Gazakrieg“

kopiert aus der taz

5.000 demonstrieren für Rechte der Palästinenser

Weitgehend friedlich demonstrierten rund 5.000 Menschen am Donnerstag unter dem Motto „Frieden und Gerechtigkeit für Palästina“ in der Innenstadt. Aufgerufen hatten neben anderen das „Bremer Friedensforum“ und die „Deutsch-Palästinensische Gesellschaft“.

Angesichts antisemitischer Ausschreitungen auf Anti-Israel-Demos in den vergangenen Wochen, legten die Bremer Veranstalter großen Wert auf eine friedliche Demonstration. Mit 130 OrdnerInnen waren sie sichtbar bemüht, entsprechende Äußerungen zu unterbinden: Aus dem Lautsprecherwagen wurde das Rufen der Parole „Kindermörder Israel“ kritisiert, ein Schild mit der Formulierung „Holocaust im KZ Gaza“ durfte auf Ordner-Anweisung nicht weiter gezeigt werden.

In seiner Abschlussrede auf dem Marktplatz sagte der Publizist Arn Strohmeyer: „Israel will keinen Frieden“. Die Vertreibung der Palästinenser sei eine „ethnische Säuberung“ und sie hätten ein Recht auf gewaltsamen Widerstand, wenn er sich nicht gegen Zivilpersonen richte.

Die Positionierung zum Nahost-Konflikt ist in der linken Szene seit Jahren Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Die Bremer Linkspartei-Vorsitzenden warnten vor einseitigen Solidaritätsbekundungen. Voraussetzung für Frieden seien sowohl die „Anerkennung des Existenzrechts Israels durch die Palästinenser“ als auch das „belastbare Bekenntnis zum Ziel eines souveränen palästinensischen Staates“ durch Israel. „Solidarität, die dazu nicht beiträgt, ist nicht geeignet, den Konflikt zu beenden.“

Quelle: taz.de

siehe auch
buten & binnen: Pro-palästinensische Demo in Bremen
Weser Kurier: Demonstration für Palästina bleibt friedlich
buten & binnen: Auf dem Marktplatz demonstrieren 250 Menschen gegen Antisemitismus


6 Antworten auf „„Friedlich gegen Gazakrieg““


  1. 1 Ekkehard Lentz 25. Juli 2014 um 22:28 Uhr
  2. 2 XY 28. Juli 2014 um 20:34 Uhr

    Die Plakate mit den zahlreichen NS-Vergleichen und
    Holocaustrelativierungen sind natürlich nicht abgebildet worden.
    Es war u.a. zu lesen. „Stop doing what Hitler did to you“ oder
    „Ohlmert = Hitler in Hightechversion“ etc.

  3. 3 Alley 28. Juli 2014 um 20:53 Uhr

    Sieben Stichpunkte für den Weltfrieden:

  4. 4 Auf allen Augen blöd 28. Juli 2014 um 22:26 Uhr

    Ekkehard Lentz und Arn Strohbirne sind begeistert. So viele Menschen und sie sind dabei. Das gab’s am Montagabend oder bei den Mahnwachen gegen Israel schon lange nicht mehr. Bei so viel Gemeinschaftsgefühl schaut man dann nicht so genau hin, wer da neben einem ruft – ein bisschen wie beim Public Viewing. „Israel will keinen Frieden“ hat Strohhut auch gleich eine differenzierte und aufschlußreiche Analyse des Konflikts parat. Soll ja niemand verprellt werden, wo die Stimmung grad so gut ist. Und Roheiers Israel hat da einiges gemein mit Teilen des Demo-Publikums. Hier wollen nämlich auch viele gar keinen Frieden. Wer die Aufrufe und Werbeaktionen für die Demo ein bisschen im (natürlich zionistisch kontrollierten) Internet verfolgt hat, konnte da wenig Friedensbewegte finden und auch wenig Menschen aus palästinensischen Gemeinden, Angehörige von Betroffenen des Krieges, etc. Dafür massenhaft rechte Fans von Erdogan, der AKP oder Milli Görüs, salafistische Hardliner aus dem Breitenweg und Co. und noch ein paar andere starke Typen, die von Friedensfreunden, Linken, Hippies und Homos ungefähr soviel halten wie von ihrem „zionistischen“ Lieblingsfeind. Da wurden fröhlich Hitlerbilder gepostet mit dem Vermerk, er habe seine Arbeit nicht gründlich gemacht, die absurdesten Verschwörungsvideos und allerlei plumpe Propaganda, in der sich niemand mehr interessiert hat, woher die Bilder stammen, hauptsache es ist irgendwie blutrünstig. So angestachelt wurde dann ja auch schon ordentlich zugeschlagen vor zwei Wochen.
    Natürlich gibt es auch ein paar Medienprofis wie Arn Arschaufeimer und Beate Kraft-Beschöning, die den Antisemitismus für die Presse ein bisschen unsichtbar machen wollen, der da aus allen Zeilen purzelte – enge Parolenvorgaben und eine halbherzige Distanzierung besorgten das ihre. Dann konnte man auch ganz vergnügt mit leuter rechten und menschenverachtenden Arschgeigen gegen den Gesamtzionisten demonstrieren, von denen einige sich nicht zu schade waren, neben Hitler-Bildern auch Werbevideos für’s neue Kalifat zu verbreiten, Massenerschießungen inklusive (Kommentar: die Scheiß-Aleviten haben’s nicht anders verdient). Ja, bei soviel Friedensengagement kann sich natürlich der Wahrheits-Arn kaum halten, die echten ethnischen Säuberungen anzuprangern. Und völlig unabgegrenzt von denen, die mit solchen Säuberungen offenbar wenig Probleme haben, außer der böse und blurünstige [von der Friedensleitung zensiert] wird ihrer verantwortlich gemacht. Nein, ihr wollt keinen Frieden – ihr wollt nur eure alte Besessenheit von Israel wieder einmal ausleben. Und während überall Krieg tobt und faschistische Milizen im Irak und Syrien ein Blutbad nach dem anderen vollbringen, während der alte Friedensfreude-Kumpel Assad Wohnviertel aushungern lässt, während der Frieden wirklich an vielen Orten in Gefahr ist, stürzen sich die Friedensengel auf diesen einen Konflikt, der so komplex ist und verfahren und der vor allem eins nicht braucht: deutsche Friedensfreunde, ihre einfachen Antworten und geschichtslosen und einseitigen Schuldzuschreibungen und vor allem ihre völlig geschmacklose Kumpanei mit rechten und straff-religiösen Hetzern.

  5. 5 Auf allen Augen blöd 30. Juli 2014 um 12:23 Uhr

    PS: Die kritiklose Übernahme von IDF-Propaganda und überhaupt jedes empathiebefreite Technokraten-Gequatsche über den Krieg sind ebenfalls total gruselig. Die Menschen in Gaza leiden unermesslich und jedes verlorene Menschenleben ist für die Nächsten unerträglich und mit nichts zu rechtfertigen. Die Menschen in Israel leiden auch unter dem Hamas-Raketen-Terror, der für Friedens-Arn natürlich total legitim ist. Die Gedanken und Analysen könnten statt Parteinahme und Affirmation doch auch von denen ausgehen, die sich nicht für Krieg entschieden haben und ihm doch aufs Schrecklichste ausgesetzt sind. Und sich an Dr. Wiesengrund orientieren:
    „Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.“
    Eine Aufgabe, der offenbar der Großteil der sich in Postings und Kommentarspalten Mitteilenden nicht gewachsen ist.

  6. 6 Antisemitismus für Anfänger und Polizisten 01. August 2014 um 13:24 Uhr

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