VA: Klima*Folgen*Bewegung. Thema: Fracking. Initiativen im Bremer Umland wehren sich

Info- & Diskussionsveranstaltung in der Reihe „Klima*Folgen*Bewegung.“

Montag, 8.9.2014 | 19.30 Uhr | Villa Ichon

Fracking ist ein Verfahren, bei dem giftiges Wasser in den Boden gepumpt wird um u.a. Ergas zu fördern. Im Bremer Umland wird das Verfahren weiträumig erprobt. Fracking wird oftmals dort angewandt, wo die Ressourcen im Boden bereits so weit gefördert wurden, dass es auf herkömmlichem Wege nicht mehr rentabel war.

Fracking ist gefährlich, da das mit Chemikalien angereicherte Verpressungs- bzw. Lagerstättenwasser in Kontakt mit Grundwasser geraten kann. Vorfälle aus der Region Rotenburg haben gezeigt, dass das gar nicht so unwahrscheinlich ist. Dort gab es bereits Lecks, woraufhin giftige Substanzen wie Benzol und Quecksilber in die Umgebung gelangt sind. In den USA wird das Verfahren im großen Stil angewandt. Dort kommt es schon jetzt zu massiven Vergiftungen des Grundwassers.

Wir fragen uns, ob der ungehemmte Hunger nach fossilen Energien die Gefahr einer weiträumigen Grundwasserverschmutzung rechtfertigt und ob nicht auch auf das Fracking verzichtet werden kann.

Mit einem Referenten der BI Frackloses Gasbohren im LK Rotenburg.

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Veranstaltungsreihe Klima*Folgen*Bewegung.

In der wissenschaftlichen Diskussion ist es weitestgehend unumstritten, dass der Klimawandel, den die Welt gerade erlebt, von Menschen verursacht ist.(1) Der immense Ausstoß von Treibhausgasen erwärmt die Erde mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit, mit katastrophalen Folgen für alle Lebewesen auf der Welt. Darunter leiden natürlich auch die Menschen.

Hunger, Durst, Überschwemmungen, Vertreibungen und Flucht sind in vielen Teilen der Welt schon heute Folgen des Klimawandels. So geht der Climate Vulnerability Monitor 2012 inzwischen von 400.000 Menschen aus, die jährlich aufgrund von Folgen des Klimawandels sterben.(2)

Beispielhaft zeigen sich die Folgen in der Sahelzone, “die Übergangszone zwischen dem Wüstengebiet der Sahara und der Feuchtsavanne des tropischen Afrikas. In einer durch schwache Staaten (z. B. Somalia, Tschad), Bürgerkriege (z. B. Sudan, Niger) und große Flüchtlingsströme charakterisierten Region ist in den letzten 35 Jahren die Durchschnittstemperatur aufgrund einer Temperaturveränderung des Indischen Ozeans bereits um ein bis zwei Grad Celsius angestiegen. Die wärmeren und trockeneren Bedingungen haben zu einer Verkürzung der Vegetationsperiode geführt. Hinzu kommt die Verteilung der Niederschläge auf wenige, katastrophenartige Ereignisse. Dürreperioden werden von dramatischen Überschwemmungen abgelöst. Das bereits hohe Hungerrisiko wird im Sahel klimatisch bedingt zukünftig weiter dramatisch hochschnellen.”(3)

Deshalb muss sich etwas ändern – und zwar schnell! Heute gebaute Kohle-kraftwerke werden die nächsten 40 Jahre das Klima weiter anheizen. Ein jetzt gekauftes Auto bleibt im Durchschnitt die nächsten 12 Jahre auf der Straße.(4)

Die Veränderungen werden tief greifen müssen. Bisherige Verringerungen des CO2-Ausstoßes waren noch leicht durch kleine technische Veränder-ungen und durch die Verlagerung von Produktion in andere Gegenden der Welt, wie den Fernen-Osten oder Lateinamerika, zu bewerkstelligen. Eine drastische Verminderung, wie sie aber dringend notwendig wäre, wird sich erheblich auf unser aller Leben auswirken müssen. Tut sie dies nicht, ist sie nur ein fauler Kompromiss – weiterhin auf Kosten unserer Umwelt und unserer Mitmenschen, die schon jetzt unmittelbarer von Klimaveränderungen betroffen sind als die Menschen in Europa.

Von Politiker_innen in den Parlamenten und Regierung kann vorerst nicht viel erwartet werden. Viel zu groß ist ihre Angst, dass Veränderung unpopulär sein könnte. Viel zu sehr bedeutet Veränderung, dass bestimmte Fragen gestellt werden müssen. Dazu gehören Fragen nach dem, wie wir miteinander zusammenleben und mit dieser Welt umgehen wollen. Welche Dinge brauchen wir Menschen wirklich? Aber der Klimawandel muss bekämpft werden, sonst wird es katastrophale Auswirkungen für diesen Planeten haben.

Wir gehen davon aus, dass sich nur etwas bewegen wird, wenn Menschen diese Veränderungen einfordern dafür einstehen und selbst aktiv werden.

In einer Veranstaltungsreihe wollen wir vor dem Klimagipfel 2015 in Paris, wo wesentliche Beschlüsse gefasst werden sollen, Menschen und Initiativen vorstellen, die sich auf verschiedene Art und Weise gegen unterschiedliche Seiten der vorherrschenden Politik zum Thema Klima wehren.

1 http://klimafakten.de/
2 http://daraint.org/climate-vulnerability-monitor/climate-vulnerability-monitor-2012/report/
3 http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/klimawandel/38479/betroffene
4 http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/lebensdauer-eines-autos-steigt-kaum-noch/2918710.html


9 Antworten auf „VA: Klima*Folgen*Bewegung. Thema: Fracking. Initiativen im Bremer Umland wehren sich“


  1. 1 Fragend schleichen wir voran 25. August 2014 um 12:21 Uhr

    Im gesamten Text wird nicht ein Mal auf die Rolle des Kapitalismus eingegangen. Nicht schlecht – wer organisiert das Ganze? Greenpeace?

  2. 2 Tierschutz statt Artenschutz??? 26. August 2014 um 13:27 Uhr

    Natürlich

  3. 3 umshalbe 27. August 2014 um 22:32 Uhr

    jo kapitalismus hätte ruhig explizit benannt weredn können. aber mir ist greenpeace auf jeden fall sympathischer als leute, die ihr richtiges bewusstsein und die „kapitalismus ist böse“-attitüde stolz vor sich her tragen aber selber in der auseinandersetzung nicht weit über die kommentarspalten hinaus kommen.

  4. 4 Schleicherin 29. August 2014 um 4:56 Uhr

    Lieber Verfassungsschützer „umshalbe“.
    Du scheinst ja viel über mich zu wissen. Dennoch irrst du dich, wenn du sagst, ich würde über „in der auseinandersetzung nicht weit über die kommentarspalten hinaus kommen.“ Verwechselst du mich vielleicht? Hör bitte auf hier die Kommentarspalten bei end of road voll zu spammen!

    Es ist doch bizarr, anzunehmen, dass sich hier im Kapitalismus klimatechnisch irgendetwas so grundlegend ändern wird, dass wir uns um den Klimawandel keine sorgen mehr machen müssen.
    An wen appelliert ihr denn, wenn es darum geht, Klimapolitik zu machen? Die Parteien mit ihren reformistischen Politikansätzen? Haha. Lustig.
    Es sollte darum gehen aufzuzeigen, dass sich effektiver Klimaschutz und Kapitalismus widersprechen und der Handlungsansatz nicht in der reformistischen Politik des BUND, Greenpeace, WWF, etc. liegt sondern in der Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse: System change not climate change!

    Aber vielelicht gibt es darüber ja auch einen Vortrag von euch. Wäre auf jeden Fall wünschenswert!

    Für die Anarchie!

  5. 5 Durruti 01. September 2014 um 16:33 Uhr

    Kann mich da leider anschließen.
    Die Veranstaltungsbeschreibung liest sich nicht gerade sehr kritisch – der längere Text ist ein ziemlicher Witz…

    Dabei gibt es doch inzwischen zahlreiche gute kapitalismuskritische Nachschlagwerke in diesem bereich.

    Schade, aus dieser Veranstaltung (-sreihe) hätte man durchaus mehr machen können.

  6. 6 Lesenswert für die Veranstaltenden und andere Trolle 02. September 2014 um 18:08 Uhr

    Nach dem Scheitern der GREEN ECONOMY
    10 THESEN ZUR KRITIK DER GRÜNEN ÖKONOMIE
    http://www.buko.info/fileadmin/user_upload/gesnat/BUKO34-Gesnat-Thesen-DE-Langfassung-A4-V2.pdf

  7. 7 Watt? 06. September 2014 um 12:11 Uhr

    Also mal ganz langsam…

    …wenn etwas nicht explizit erwähnt wird, kann es nicht Teil der Kritik sein, oder was? Wie lang soll denn der Text bitte werden? Dass Umweltverschmutzung und Klimawandel mit Kapitalismus verzahnt sind, ist so dermaßen allgemein bekannt, dass das nicht extra erwähnt werden muss, Leute. Geht doch einfach zu der Veranstaltung und schaut dann ‚mal.

  8. 8 Fracking im Kurier 06. September 2014 um 15:11 Uhr
  9. 9 Jean 07. September 2014 um 23:26 Uhr

    Kurzer Hinweis auf die Fracking-VA aus dem Weser Kurier:

    Hartmut Horn informiert – 31.08.2014
    Geballter Protest gegen Fracking

    Ostertor. Die regionale Protestbewegung gegen das umstrittene Fracking
    stellt sich breiter auf: Zu einem Informations- und Diskussionsabend
    lädt das Feliz Plenum für Montag, 8. September, um 19.30 Uhr in die
    Villa Ichon am Goetheplatz 4, ein. Über ?Fracking im Bremer Umland und
    den Widerstand dagegen? spricht dann Hartmut Horn von der
    Bürgerinitiative ?Frackloses Gasbohren im Landkreis Rotenburg?.

    ?Fracking ist ein Verfahren, bei dem giftiges Wasser in den Boden
    gepumpt wird, um unter anderem Erdgas zu fördern?, schreibt das Plenum.
    Im Bremer Umland werde das Verfahren weiträumig erprobt. ?Fracking ist
    gefährlich, da das mit Chemikalien angereicherte Verpressungs-
    beziehungsweise Lagerstättenwasser in Kontakt mit Grundwasser geraten
    kann?, argumentieren Fracking-Gegner mit dem Verweis auf Vorfälle in der
    Region Rotenburg, bei denen Benzol und Quecksilber in die Umgebung
    gelangt seien.

    http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/ausgabe-mitte/mitte_artikel,-Geballter-Protest-gegen-Fracking-_arid,931272.html

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