Kategorie C – zu Besuch bei Blood & Honour Slowenien

Im Folgenden eine kleine Recherche zu dem stattgefundenen Konzert von „Kategorie C“ in Slowenien.

Bereits seit Monaten werben die üblichen recht(s) umtriebigen Seiten für ein Konzert am 25.10.2014 in Slowenien. Der Flyer für dieses Event ist in unterschiedlichen Variationen im Netz zu finden. Mal ist die „Crew 28“ als Organisator abgebildet, mal ist der Name dieser „Crew“ weniger codiert dargestellt, nämlich als „Blood & Honour – Slovenia“.

Die Bühne teilten sich an diesem Abend folgende Bands:

Pitbull Farm
Die aus Schweden stammende Band um den Frontmann Joakim „Jocke“ Karlson bezeichnen sich selbst als „RAC‘a'Billy“ ( RAC = Rock against Communism ) und treten seit Jahren in einschlägigen Treffpunkten der internationalen Neonazi-Szene auf. Durch ihren engen Kontakt zu den deutschen Rechtsrockern von „Kategorie C“ und durch ein Vielfaches von Auftritten mit den Bremern haben sie sich auch in Deutschland einen Namen gemacht, was dazu führte das immer mehr deutsche Neonazis auf den Konzerten jener Schweden anzutreffen sind.
Sah man die Band auf unterschiedlichsten Konzerten „nur“ mit „Anti-Antifa“-Shirts oder Ähnlichem, ließ es sich der Gitarrist diesmal in Slowenien nicht nehmen, mit Hakenkreuz-Shirt aufzutreten.

Kategorie C
Dass die rechte Hooligan-Band aus Bremen vermehrt auf offen neonazistischen Veranstaltungen auftritt ist wohl eine Konsequenz daraus, dass sie sich seit längerem nicht mehr nur als „Fußball-Rocker“ darstellen können (linksunten.indymedia.org) und nun genau das Publikum suchen, welchem sie schon immer am Nächsten standen.
So wundert es nicht, dass sie nun bei B&H in Slowenien spielten, waren sie doch schon im Juni bei B&H in Frankreich.
Interessant ist, dass KC weiterhin an ihre Pseudo-Hausordnung festhalten, in der sie schreiben:

(…)Alle strafbaren Handlungen haben zu unterbleiben und werden von uns und dem Ordnungs- und Sicherheitsdienst nicht geduldet…..Gleiches gilt für verbotene Grußformen und das Zeigen von verbotenen Zeichen und Symbolen(…)

Egal was wir von „strafbaren Handlungen“ im Sinne der Justiz halten, die Frage bleibt, ob mit „strafbar“ auf die deutsche Gesetzgebung verwiesen wird, schließlich sind Hakenkreuzflaggen bzw. Tattoowierungen – welche auf dem Konzert nicht übersehbar waren- oder B&H als Organisation in Slowenien scheinbar nicht verboten. Wir glauben vielmehr, dass diese Hausordnung für Konzerte in Deutschland zurecht gelegt ist, denn hierzulande möchten sie immer noch das Bild der unpolitischen Hooligan-Gruppe wahren und Konzerte unter genau diesem Mantel stattfinden lassen.

Das Produkt „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ an sich ist nicht zu unterschätzen. Auf der einen Seite vom finanziellen Aspekt- betreiben sie doch eine eigenen, florierenden Online-Shop – und auf der anderen Seite vom Status.
KC, welche neben dem rechten Rapper „Villain 51“ und der Rechtrockerin Karin Mundt ( „Wut aus Liebe“), auf der HoGeSa-Demonstration in Köln spielten und passender Weise einen Song namens „Hooligans gegen Salafisten“ kurz vorher veröffentlichen, müssten schon bald Meilen sammeln können, so oft wie sie von einem Konzert zum nächsten reisen.
Am 25. Oktober in Slowenien, einen Tag später in Köln. Am 1. November ab nach Schottland und am 15. November in Basel, danach am 22. November nach Bulgarien. Dazu noch ein Doppelkonzert im Ruhrpott am 5. und 6. Dezember ( u.a. mit „Pitbull Farm“) und ein weiteres Ende Dezember in Thüringen.
Keine andere deutsche Rechtsrock-Band ist im Moment so aktiv wie Kategorie C und schafft es trotz dem enorm dünnen Eis, auf dem sie sich durch Veranstaltungen wie in Slowenien bewegen, so populär innerhalb einer Szene, wie der Hooligan-Szene, zu sein.

Auch deshalb veröffentlichen wir auch weiterhin Beiträge und Recherchen zu Kategorie C, damit auch der oder die Letzte begreift, dass bei Kategorie C “ Fußball eben nicht Fußball bleibt, und Politik nicht Politik“.

Brutal Attack
Einer der ältesten Rechtsrock-Bands aus England, die neben „No Remorse“ und „Skrewdriver“ innerhalb der rechten Szene Kultstatus besitzen. Nicht nur wegen ihrem langen Bestehen, sondern weil sie federführend an der Gründung von „Blood & Honour“ mitgewirkt haben.

Legiao Lusitana
Die Rechtsrocker aus Portugal sind das Aushängeschild der „Blood & Honour -Division Portugal“. So wundert es nicht, dass neben den Bandmitgliedern auch weitere Personen der portugiesischen Division angereist waren.

Imperium
Tschechische Band, die aus ihre Gesinnung ebenfalls keinen Hehl macht. Spielten in der Vergangenheit für „Blood & Honour Serbien/Combat 18“ beim „Adolf-Hitler Gedenk-Konzert“ und sind auch sonst im ost-europäischen Raum bei dem ein oder anderen faschistischen Stell-dich-ein anzutreffen. Etwa auf dem „Tag der Ehre“ in Ungarn oder auf diversen Demonstrationen in Tschechien.

Das solche Konzerte nicht nur zur Bespaßung dienen, bzw. dass es im Blood & Honour-Netzwerk nicht rein ums Musikalische geht, sollte klar werden, wenn wir uns die Verknüpfung zwischen der Teilnahme an Musik-Events und Demonstrationen ansehen. Gerade in Slovenien, Ungarn und Bulgarien sind Blood & Honour-Transparente der jeweiligen „Divisionen“ obligatorisch, sei es bei Gedenkveranstaltungen in Budapest oder in der Neonazi-Hochburg Györ.
Solche Konzerte, bzw. Rechtsrock-Konzerte im Allgemeinen setzten nicht nur Identitätsstiftende Akzente, sondern erlauben es, dass sich Neonazis auf internationaler Ebene organiseren und vernetzen können.
Nicht zu letzt gibt es hier das Beispiel von Blood & Honour Ungarn, welche beispielsweise durch Konzerte beste Kontakte zu Neonazis aus Deutschland unterhalten und sich regelmäßig, als Delegation in Ungarn, bzw. Deutschland blicken lassen. So sind deutsche Neonazis am „Tag der Ehre“ in Budapest zahlreich verteten, oder zu Demos im ebenfalls ungarischen Györ. Ungarische Neonazis waren beispeilsweise zur Demo am 1. Mai in Plauen anwesend oder kamen zu Rechtsrockevents wie dem „Rock für Deutschland“ in Gera.

Betrachten wir uns das Publikum, so ist zu sagen, dass aus unterschiedlichsten Ländern Neonazis zusammen gekommen waren: „Blood & Honour-Divisionen“ aus Portugal, Slowenien, Ungarn, Bulgarien, Österreich („28 Wien“). Außerdem spanische Faschisten des ORCV ( „Ovni RAC Club Valladolid“ ).
Die Industriehalle, in der das Konzert stattfand hat ein Fassungsvermögen von max. 500 Personen, wie viele tatsächlich gekommen sind ist anhand der Bilder schwer zu sagen und wäre Spekulation.
Hinzu zu fügen ist nur noch, dass wir stark davon ausgehen, dass auch einige Neonazis aus Deutschland die Reise auf sich genommen haben.

Kategorie C ? Mach den Scheiß aus!

Neonazi-Netzwerke erkennen, benennen und zerschlagen!

Quelle: linksunten.indymedia.org