Haus in der Neustadt war besetzt worden – Leer stehendes Gebäude abgerissen

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Es war eine kurze Besetzung: Eines Morgens Ende Oktober okkupierte eine Gruppe junger Leute aus der linken Szene ein leer stehendes Gebäude in der Neustadt. Der Eigentümer rief nicht die Polizei, die Besetzer zogen auch so wieder von dannen, kündigten aber an, mit ihm noch über eine Nutzung des Gebäudes verhandeln zu wollen.

Ein Gespräch sei vom Eigentümer Richard Enning – Geschäftsführer von Mr. Wash, einer Firma für Autowaschstraßen – zugesagt worden, habe dann aber nie stattgefunden, sagen die Besetzer, die sich nun wieder zu Wort gemeldet haben. „Offenbar war die Gesprächsbereitschaft nur ein Lippenbekenntnis“, kritisieren sie.

Das „Kaputtwirtschaften von Immobilien“ stehe im Gegensatz zu den Bedürfnissen von Menschen, die Räume zum Wohnen, Arbeiten oder als Treffpunkt bräuchten. „Bei kommenden Besetzungen scheinen wir noch konsequenter sein müssen“, so die Kurzzeit-Besetzer.

Das Gebäude, über dessen Nutzung sie verhandeln wollten, gibt es allerdings nicht mehr: Es ist abgeräumt. „Das Haus stand zuvor mindestens 15 Jahre leer“, sagt Richard Enning. Er habe ein Gutachten beim Bremer Umweltinstitut in Auftrag gegeben. Dies habe ergeben, dass einige „hochgradig ungesunde Pilze“ in dem feuchten Gebäude wuchsen.

„Ich habe das Gutachten den Besetzern geschickt und wollte Wort halten, indem ich zeige: Wir haben uns damit beschäftigt, ob eine Nutzung möglich ist“, so Enning. „In dem Gebäude hätte sich niemand längere Zeit aufhalten sollen.“ Er sei im Nachhinein froh, dass es wegen dieser Schrottimmobilie keinen Einsatz der Polizei gegeben habe.

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siehe auch
Nachtrag II: Zur Hausbesetzung in der Bremer Neustadt am 28.10.
taz: „Besetzungen notwendig“