VA: „Von Mauerfall bis Nagelbombe – Buchvorstellung und Gespräch mit Aktiven von ‚Keupstraße ist überall‘“

Am 22.1. um 19 Uhr im Lagerhaus

Am 9. Juni 2004 explodierte in der Kölner Keupstraße eine Nagelbombe, die Teil der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) war. Nach dem Anschlag wurde die gesamte Anwohnerschaft kriminalisiert und vom Verfassungsschutz bespitzelt. Die Opfer wurden zu Tätern gemacht, während die wirklichen Täter und ihre Strukturen von den Behörden unbeheligt blieben. Die stigmatisierende These der Ermittlungsbehörden, wonach die Täter zuerst im Umfeld der Keupstraße zu suchen seien, blieb in der Öffentlichkeit weitestgehend unwidersprochen. Rassistische Anschläge und die Verfolgung der Betroffenen statt der Täter stehen in einem größeren Zusammenhang rassistischen Denkens und Handelns, dem seit dem Mauerfall 1989 weit über hundert Menschen zum Opfer fielen.

Das Herausgeberkollektiv »Dostluk Sineması« setzt in »Von Mauerfall bis Nagelbombe« die Progrome der 1990er Jahre in Bezug zu den NSU-Anschlägen und zeigt gemeinsame Erfahrungen und Analysen von Rassismus in Deutschland. An dem Abend im Lagerhaus wird aus den gesammelten Augenzeug_innenberichten vorgetragen – Ibrahim Arslan, Überlebender des rassistischen Brandanschlags in Mölln, wird auf dem Podium anwesend sein und es kommen die Herausgeber_innen und Aktiven der Initiative »Keupstraße ist überall« zu Wort.

Die Initiative wird am 20./21.1. die Betroffenen des Anschlags in der Keupstraße zu ihren Zeugenaussagen beim NSU-Prozess in München begleiten, damit sie den Nazis die sie ermorden wollten und dem Staat, der sie nicht schützen wollte, nicht allein gegenüber treten müssen. Auf der VA werden sie auch davon berichten.

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