Sponti in Erinnerung an Khaled

EDIT: Radio Bremen-Bericht gegen Indymedia-Bericht getauscht.

„No justice! No peace!“ Demonstration in der Neustadt

Am Dienstag Abend, dem 20. Januar 2015, demonstrierten rund 50 Menschen in der Bremer Neustadt. Die unangemeldete Versammlung erinnerte an den vor wenigen Tagen in Dresden ermordeten Khaled Idris Bahray.
Der 20-jährige war am 13. Januar 2015 vor seiner Wohnung, einer Asylunterkunft in Dresden, tot aufgefunden worden. Todesursache: Messerstiche in Hals und Oberkörper. „Fremdeinwirkung“ schloss die Polizei anfangs aus. Erst 30 Stunden nachdem der Tod von Khaled festgestellt wurde, untersuchte die Dresdner Polizei den Tatort nach Spuren.
Entweder war sie unfähig oder nicht gewillt die Todesumstände zu klären. Anscheinend wurde aus den Morden des NSU nichts gelernt. Dieses Verhalten ist nicht hinnehmbar!
So lange deutsche Behörden wegsehen oder versuchen zu vertuschen, wenn Flüchtlinge sterben, ob an den Außengrenzen Europas oder mit Messerstichen vor ihrer Haustür, werden wir dagegen auf die Straßen gehen und euren Frieden stören!

Eure Antifa

gefunden auf linksunten.indymedia.org

siehe auch
Radio Bremen: Demonstranten waren offenbar Autonome
Weser Kurier: Autonome Demo zieht durch die Neustadt
taz: Spontandemo wegen getöteten Flüchtlings
DISSENT.IMAGES: Sponti zum Mord an Khaled Idris Bahray


13 Antworten auf „Sponti in Erinnerung an Khaled“


  1. 1 und hier... 21. Januar 2015 um 0:07 Uhr

    das gleiche nochmal in dem „buten un binnen vom 20. Januar“-Beitrag ab Min. 27:19

  2. 2 an ENDOFROAD 21. Januar 2015 um 18:52 Uhr

    Warum postet ihr hier eigentlich unkommentiert diesen Quatsch von radio Bremen? Der informative Gehalt geht gen 0. Und da steht nur Kacke drin.

  3. 3 Beobachter. 21. Januar 2015 um 23:04 Uhr

    Ich als unbeteiligter Beobachter der Geschehnisse kann nur sagen, dass die hälfte der Fakten im Artikel des WK gelogen oder unvollständig sind.
    Angefangen von der viel zu niedrigen Anzahl der Teilnehmer, über die Parolen die skandiert wurden (wer hat sich die erste Parole im Artikel ausgedacht?!), bis zum unvollständigen zitieren des Transparents, dafür wär im Artikel doch anscheinend noch Platz gewesen. Sechs – setzen.
    Ein Danke an die Menschen die dort demonstriert haben, war ein schönes Gesamtbild und entschlossene laute Demo.

    Ein solidarischer Beobachten.

    Khaled I. das war Mord
    Widerstand an jedem Ort.
    **Refugees Welcome**

  4. 4 cat 21. Januar 2015 um 23:14 Uhr

    Die Bullenpresse ignoriert die Demo übrigens bisher.

  5. 5 Dog @ Cat 21. Januar 2015 um 23:46 Uhr

    Bullenpresse?
    Die waren ja auch nicht pünktlich da und haben wieder ihren Auftritt verpasst.
    Was sollen die da schreiben?

  6. 6 ALLCOLORSAREBEAUTIFUL 22. Januar 2015 um 0:01 Uhr

    Können die überkritischen mal wieder runterkommen! die sponti war/ist eine super sache, sie drückt echte splidarität aus und fuck bullen fuck presse, darum gehts ünerhaupt gar nicht! weiter so, alles gut!

  7. 7 siehe auch (mit Fotos) 22. Januar 2015 um 0:23 Uhr

    https://dissentimages.wordpress.com/2015/01/21/sponti-zum-mord-an-khaled-idris-bahray/

    Mehrere Dutzend Personen demonstrierten in den Abendstunden des 20. Januar 2015 spontan in der Bremer Neustadt, um ihr Entsetzen und ihre Trauer über den Mord an Khaled Idris Bahray auszudrücken. Der 20-jährige Geflüchtete aus Eritrea war eine Woche zuvor, am 13. Januar 2015, in Dresden ermordet worden. Trotz Messerstichen in Hals und Brust konnte die Polizei zunächst „keine Fremdeinwirkung“ erkennen.

  8. 8 Der Mord an Khaled Idris Bahray – aus Trauer wird Wut 23. Januar 2015 um 20:48 Uhr

    Vor 20 Jahren wird ein Mensch in Keren, Eritrea, geboren. Dieses Land, früher italienische Kolonie, ist durch seine Diktatur und sein Regime geprägt, welches unter den 15 undemokratischsten der Welt aufgelistet wird. Es herrscht weder Presse- noch Meinungsfreiheit, nicht nur aus diesen Gründen wird Khaled Idris Bahray später mit seiner Mutter in den Sudan fliehen. Doch die Hoffnung dort eine Ausbildung, Perspektive oder Freiheit zu finden verfliegt. Auch hier werden er und seine Mutter verfolgt, aus diesem Grund macht sich Khaled allein auf den Weg nach Europa. Mit dem Wunsch auf ein besseres Leben, mit Freiheit und Ruhe, flieht er durch die Sahara, überlebt das Gefängnis in Libyen und überquert das Mittelmeer, allein das er dies überlebt ist pures Glück. Im August 2014 erreicht Khaled Deutschland. Von München, über Schneeberg kommt er im September nach Dresden. Hier, im Stadtteil Leubnitz-Neuostra, welches nicht gerade durch seine Toleranz und Weltoffenheit geprägt ist, wird ihm eine vier Zimmer Wohnung mit weiteren sechs Männern zugewiesen. Leider geht auch hier der Wunsch, des mittlerweile 20 Jährigen, nicht in Erfüllung. Jeden Tag müssen er und seine Mitbewohner Anfeindungen von AnwohnerInnen über sich ergehen lassen. Montags gehen sie schon seit mehreren Wochen nicht mehr aus dem Haus, sie haben davon gehört, dass sich an diesem Tag immer mehr RassistInnen in der Stadt treffen. Am 9. Januar 2015 entdecken Khaled Idris Bahray und sein Freunde zwei Hakenkreuze an ihrer Wohnungstür, drei Tage später, am 12. Januar 2015, marschieren in Dresden 25.000 Menschen gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ durch die Innenstadt, skandieren „Lügenpresse“ und fordern die Verschärfung des Asylgesetzes. Einen Tag später, Dienstag der 13. Januar 2015, wird ein 20 jähriger Mensch in jener tristen Plattenbausiedlung Dresdens tot aufgefunden, in der Tage zuvor Menschen Hakenkreuze von ihrer Tür entfernen. Die Freunde, welchen den jungen Mann finden werden am Abend später sagen, er habe blutüberströmt und mit sichtbaren Verletzungen vor seiner Wohnungstür gelegen. Der Notarzt schreibt Stunden zuvor „Unterkühlung“ in seinen Befund. In der Pressemitteilung der Polizei steht, dass ein toter Asylbewerber gefunden wurden sei, es gäbe „keine Anhaltspunkte auf eine Fremdeinwirkung“. Erst am Mittwoch, 14. Januar 2015, erklärt die Polizei Dresden, dass der Asylbewerber Khaled Idris Bahray ermordet wurde.
    Dies ist die Geschichte von Khaled Idris Bahray, die Geschichte eines Menschen die uns in einer Ohnmacht und Hilflosigkeit zurücklässt, wie nichts anderes. Sie lässt uns Fragen, wie wir das viel zu frühe Ende dieser Geschichte hätten verhindern können, aber auch welche Konsequenzen wir daraus ziehen müssen. Es fällt schwer darauf Antworten zu geben, denn nichts kann diese Ereignisse wieder rückgängig machen. Somit können wir nur Handelnd aus diesen schrecklichen Geschehnissen gehen, das heißt, wir müssen die Verantwortung für Menschen, wie Khaled Idris Bahray, die in dieser Gesellschaft keine Stimme haben, übernehmen.
    Es liegt an uns, ihnen eine Stimme zu geben, für eine lückenlose Aufklärung seines Mordes zu kämpfen und dafür einzutreten das sie bald selber ihrer Stimme erheben können. Es liegt an uns, der Öffentlichkeit aufzuzeigen, dass Rassismus und dieses kapitalistische System tötet. Es liegt an uns, jeden Tag diesem rassistischen Staat und seinen Behörden zu zeigen, dass sie das Problem sind.

    Am Ende dieser Geschichte steht ein toter Mensch, welcher seit seiner Kindheit auf der Flucht war und leider nie die Freiheit fand, welche er sich wünschte. In ein paar Jahren wird ein Platz oder eine Straße nach ihm benannt werden – das System, aus welchem Grund, Khaled Idris Bahray am 12. Januar 2015 in Dresden ermordet wurde, wird dann leider immer noch bestehen.
    Aus Trauer wird Wut.
    (Dresden, im Januar 2015)

    -In Gedenken an Kahled-

    http://agdd.blogsport.de

  9. 9 Mord an Khaled aufgeklärt – kein rassistisches Motiv 24. Januar 2015 um 17:14 Uhr
  10. 10 Billy 25. Januar 2015 um 10:11 Uhr

    Stimmt.

    Das war Mord.

    So etwas geschieht auch in Bremen viel zu häufig, allein vier erstochene Jugendliche im letzten Sommer.

    Schön, dass auch die politische Linke das Thema innere Sicherheit zu entdecken scheint.

  11. 11 Kerstin Mager-Baran 26. Januar 2015 um 1:09 Uhr

    Menschenskinder, jeder Agit/Prob in der DDR wäre stolz gewesen über die lyrische Form des Textes – In Gedenken an Khaled – und der brisanten Schärfe der gut gewählten Worte, die erst subtil, später demonstrativ bis plakativ die Urheber des politisch bzw. fremdenfeindlich motivierten Mordes hervorheben…
    Ist euch eigentlich jetzt, nachdem die Ermittlung ergab, dass das übliche Klischee (Drogen, Mitbewohner) erfüllt wird, der Text oben peinlich??? Oder schafft ihr noch schnell die Wendung, indem ihr dann jetzt behauptet, die aggressive Grundstimmung gegen Ausländer in DD ist vermutlich Ursache für den Drogenkonsum gewesen und die Behörden hätte natürlich vorhersehen müssen, dass die Tristesse ihr Übriges tut… Traurig, traurig.

  12. 12 SCHEISZ DEUTSCHE KARTOFFELN 26. Januar 2015 um 1:56 Uhr

    Es geht doch in erster Linie gar nicht darum, dass Khaled wohlmöglich aus einem rassistischem Motiv getötet wurde (das war ja bisher Spekulation), sondern darum, dasz es ziemlich viele Ungereimtheiten bei diesem Todesfall gab:

    Vom Auffinden des Toten bis zum Feststellen der Verletzungen und der darauf folgenden Mordermittlung ist beunruhigend viel Zeit vergangen. Auch ist die rassistische Stimmung in der Stadt keineswegs erfunden, wie zahlreiche Betroffene in den letzten Wochen immer wieder geäuszert haben. Desweiteren ist die Situation der Unterbringung derzeit alles andere als optimal. Der Betreuungsschlüssel für die oft traumatisierten Menschen ist mit etwa 1:180 zu niedrig, die zustehende Wohnfläche mit 6 m² pro Person deutlich zu klein, weshalb in den Unterkünften an so etwas wie Privatsphäre kaum zu denken ist.

    Dazu kommen permanente Anfeindungen in der Öffentlichkeit, rassistische Polizeikontrollen und unzureichende Möglichkeiten, Deutsch zu lernen, da nicht genug Kurse angeboten werden; von einem fehlenden Freizeitangebot ganz zu schweigen, weshalb die meisten der Asylsuchenden viel Zeit auf engstem Raum miteinander verbringen.

  13. 13 dazu 26. Januar 2015 um 20:09 Uhr
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