Gedenken an die im Kampf für Freiheit getöteten Kämpfer_innen von Rojava

Am Donnerstag, den 19.3.2015, kamen bis zu 50 Personen auf dem Marktplatz in Bremen zusammen, um an die getöteten Kämpfer_innen der kurdischen Selbstverteidigungseinheiten YPG und YPJ zu erinnern

Während der knapp zweistündigen Veranstaltung im Herzen Bremens, direkt neben der Bremer Bürgerschaft, wurden Briefe einiger Getöteter vorgelesen. So schrieb zum Beispiel die 19-jährige Ivana Hoffmann, die am 7. März in Syrien bei Gefechten gegen den Islamischen Staat (IS) zusammen mit kurdischen Genoss_innen um Leben kam: “Ich kann nicht tatenlos zusehen während meine Schwestern, Brüder, Freunde, Mütter, Väter und Genossen um die Freiheit, um die Unabhängigkeit vom Kapitalismus kämpfen.”

In kurzen Redebeiträgen wurden Passant_innen über den Grund der Versammlung informiert.

Kurdistan Solidaritätskomitee Bremen

Während des Gedenkens verteilter Flyer:

In Gedenken an Ivana Hoffmann und
allen anderen gefallenen Kämpfer*Innen in Rojava

Am 7. März, einen Tag vor dem diesjährigen Weltfrauenkampftag, ist die 19-jährige Duisburgerin Ivana Hoffmann in Syrien bei Gefechten gegen den Islamischen Staat (IS) zusammen mit kurdischen Genoss*Innen ums Leben gekommen.
Ivana Hoffmann hatte sich vor sechs Monaten kurz vor ihrem Abitur den kurdischen Selbstverteidigungskräften (YPG/YPJ) angeschlossen, die in Nordsyrien gegen den IS kämpfen. In ihrem letzten Brief schreibt sie: „Ich kann nicht tatenlos zusehen während meine Schwestern, Brüder, Freunde, Mütter, Väter und Genossen um die Freiheit, um die Unabhängigkeit vom Kapitalismus kämpfen“.
Die Bevölkerung von Rojava hat vor zwei Jahren begonnen, sich unabhängig vom syrischen Staat selbst zu organisieren und einen bemerkenswerten Gesellschaftsvertrag verabschiedet. Darin verankert sind u.a.: die Gleichberechtigung der Frau, das friedliche Miteinander unterschiedlicher religiöser und atheistischer Gruppen, die nachhaltige ökologische Entwicklung sowie die politische Selbstverwaltung.
Während in den Medien immer häufiger über junge Männer und Frauen berichtet wird, die nach Syrien fliegen um sich dem IS anzuschließen, findet die breite internationale Unterstützung der YPG/YPJ nur selten Erwähnung. Dabei steigt die Zahl der Menschen, die sich den internationalen Brigaden der YPG/YPJ in Rojava anschließen. Rojava entwickelt dabei eine ähnliche Anziehungskraft auf freiheitlich denkende Menschen weltweit wie seinerzeit die spanische Revolution.
Der Unterschied zwischen dem die Freiheit anderer auf brutalste Weise verneinenden Islamischen Staat und der nach Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung strebenden Bewegung in Rojava könnte größer nicht sein. Dennoch setzen bundesdeutsche Behörden beide Seiten als Terrorist*Innen gleich. Das BMI ließ vor kurzem verlauten, dass die PKK qualitativ nicht anders zu bewerten sei als die djihadistischen Syrien-Kämpfer und betont, es halte an seinem Standpunkt fest, nicht zwischen vermeintlich „guten“ und „bösen“ Terroristen zu unterscheiden.
Unterstützer*Innen beider Seiten sollen in der Bundesrepublik mit denselben strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben. Das angebliche Engagement der Bundesregierung gegen Terrorismus erweist sich als fadenscheinig, wenn diejenigen Kräfte, die gegen den Terror kämpfen und eine Demokratie von unten aufbauen, von ihr verfolgt und ebenso behandelt werden wie Terrorist*Innen.
Der Kampf der Kämpfer*Innen in Rojava ist ein Kampf für die Freiheit von uns allen.

PKK Verbot aufheben! Solidarität mit Rojava!

Kurdistan Solidaritätskomitee Bremen
https://sokubremen.wordpress.com/


1 Antwort auf „Gedenken an die im Kampf für Freiheit getöteten Kämpfer_innen von Rojava“


  1. 1 Matson 24. März 2015 um 15:37 Uhr

    Warum ist auch Jordan Matson auf den Plakaten von Gefallenen zu sehen (unten rechts)? Wann soll der denn gestorben sein ?

    Zumindest auf facebook.com/pages/The-Lions-Of-Rojava/290140627860127 ist nichts dazu zu finden ?

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