Olaf begeistert Dieter

Olaf Latzel gab der Jungen Freiheit ein Interview zu seiner Predigt vom 18. Januar. Dieses schien den Chefredakteur des rechtsradikalen Blattes, Dieter Stein, zu wahren Begeisterungsstürmen veranlasst zu haben. In einem Kommentar in der gleichen Ausgabe, unter dem Titel „Zeit für eine Reformation“ bescheinigte er dem „charismatischen Prediger“ Latzel, dass er „wie der Reformator Martin Luther dem Volk aufs Maul geschaut hat.“
Stein kam zu dem Schluss, bei der normalen Landeskirche und deren Inhalten, Gender-Ideologie, Klimawandel und fairem Handel könne Mensch doch gleich die Kirchensteuer an SPD und Grüne überweisen. Aber es gibt ja solche Prediger wie Latzel.
So viel Zuneigung vom Chefredakteur eines Rechtsblattes zu einem evangelikalen Pastor beruht eben nicht nur auf „Männerfreundschaft“, sondern muss ein gehöriges Maß an gemeinsamen weltanschaulichen Positionen beinhalten. Und auch Olaf Latzel dürfte bei der Interviewanfrage gewusst haben, dass die Junge Freiheit nicht das Zentralorgan der Wanderbewegung, sondern ein etabliertes
Blatt der rechten Szene ist.
In evangelikalen Kreisen scheint es üblich zu sein, sich rechter Presseorgane zu bedienen. Die Liste der Gesprächspartner aus dem evangelikalen Spektrum, ob als Schreiber oder Interviewpartner, in der Jungen Freiheit ist erheblich. Und auch umgekehrt funktioniert dies prächtig. Das evangelikale Nachrichtenportal „pro“ betitelte einen Bericht zur AfD unter der Überschrift: „Glaubensbruder Bernd Lucke“. Die gemeinsame politische Schnittmenge ist erheblich.
Interview in Ausgabe Junge Freiheit 27.2.2015