VA: „Der politische Kampf um die Rettung Griechenlands“

Ein Lehrstück über Geld, Kredit und Macht im Europa des Euro

Donnerstag, 23.04.2015 | 19 Uhr | Weserterrassen

Mit einer_m Referen_in des Gegenstandpunktes.

Wer

  • sich als deutscher Steuerzahler fühlt, dem die Griechen auf der Tasche liegen, und über ‚Griechen-Raffkes‘ erregt,
  • ‚unseren‘ Euro vor hellenischer Misswirtschaft retten möchte,
  • die einschneidenden Reformen vermisst, die Griechenland ‚uns‘ schuldet,

wer

  • meint, dass stattdessen Hilfe für das griechische Volk und seine Regierung nottut und möglich sein müsste,
  • sich um Alternativen der Rettung Griechenlands und um die Verantwortung deutscher Politik sorgt,
  • die rigiden Spardiktate für einfach verfehlt und kontraproduktiv hält,
  • für Schuldenschnitt und mehr Kredit für den griechischen Staat als Weg der Besserung plädiert;

wer in der Euro-Krise Chancen für ein endlich solidarisches Europa der Völker entdeckt,
in den Notstrategien der griechischen Bevölkerung den Keim einer neuen sozialistischen Lebensform ausmacht,

der hat zwar allerlei Rezepte zur Rettung Griechenlands, des Euro und/oder Europas auf dem Kasten, täuscht sich aber gründlich, worum es dabei geht.
Zur Kritik solcher Urteile und Vorstellungen, vor allem aber zur Klärung der Sache wird die Veranstaltung Fragen wie die folgenden aufwerfen und beantworten:

  • Warum geht das ganze Land zugrunde, wenn die griechische Regierung keinen Kredit mehr bekommt? Wie kommt es dazu, dass einem Staat das Geld ausgeht, und was zeigt das über die Euro-Gemeinschaft der Staaten?
  • Warum bestehen Deutschland und die Troika der griechischen Regierung gegenüber gnadenlos auf Kreditbedienung, auch wenn das Griechenland brach legt, und stellen dafür so gar weitere Kredite zur Verfügung? Worum geht es bei dem Erhalt des Euro als „gutes Geld“?
  • Warum gerät die Rettung Griechenlands für den Euro zu einem politischen Kampf, in dem griechische Politiker auf die „Souveränität“ Griechenlands und die „Ehre“ des griechischen Volkes pochen und deutsche auf die „Regeln“ des „politischen Einigungswerks Europa“, und was legt das über dieses Staatenbündnis und seinen Euro offen?

Nützlich können Vortrag und Diskussion also für alle sein, die

  • sich für die politische Ökonomie der griechischen Katastrophe interessieren,
  • die Krise des Euro und der EU nicht bedauern, sondern sich erklären wollen,
  • vom wirklichen Zusammenhang zwischen Eurokredit, Krise und Krisenkonkurrenz der Euro-Staaten und Verarmung mehr wissen wollen, als Draghi, Schäuble oder AfD dar über erzählen.

zum Thema seien auch diese Links empfohlen:

Neoprene.blogsport.de/2012/12/05/…
http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/prt/…


2 Antworten auf „VA: „Der politische Kampf um die Rettung Griechenlands““


  1. 1 Paquito 17. April 2015 um 17:34 Uhr

    Yanis Varoufakis: “Kann man mit Karl Marx den Euro retten?”
    (…) „Ich würde auch viel lieber für eine radikale Agenda eintreten, die darauf abzielt, den Kapitalismus durch ein vernünftigeres System zu ersetzen. Aber ich will erklären, warum ich denke, dass ein Zusammenbruch des europäischen Kapitalismus – so dysfunktional dieser auch sein mag – um jeden Preis vermieden werden muss. Ich will radikale Linke davon überzeugen, dass wir eine widersprüchliche Mission zu erfüllen haben: Wir müssen den freien Fall des europäischen Kapitalismus aufhalten, um die Zeit zu gewinnen, die wir für das Ausarbeiten einer Alternative brauchen.“
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-freidenker-1?utm_content=buffer54a75&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

    Dass Vaoufakis sich ausgerechnet auf Marx beruft, und sein Reformprogramm damit rechtfertigt, dass die gesamte Zivilisation ansonsten auf dem Spiel stünde, das ist einerseits lächerlich, denn jedermann weiß, dass der europäische Kapitalismus neben den Verlierer-Nationen etliche Gewinner-Nationen kennt (vor allem die hiesige). Und dass der Euro doch sowieso nie das Mittel sein sollte, den Massen den Wohlstand zu bringen, darauf könnte man doch gerade als kritischer griechischer Finanzminister schon mal kommen. http://keinort.de/?p=789

    Eine korrekte Aufklärung über solcherlei Alternativlosigkeit einer „linken Regierung“ gibt’s eben nur bei den Leuten vom Gegenstandpunkt…

  2. 2 Paquito 18. April 2015 um 8:14 Uhr

    Wie man an dieser Kritik an Yanis Varoufakis http://keinort.de/?p=789
    bemerken kann, haben die Gegenstandpunkt-Leute eine kompetente Erklärung des Verlaufs der Krise um Griechenland parat…

    -------

    (Das Gleiche hatte ich gestern schon einmal – etwas länger -aufgeschrieben, es war aber wohl im SPAM-Filter gelandet. Denn dass ihr Zensur ausüben würdet, – das will ich mir lieber dann doch nicht vorstellen…)

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